Islanders sind in Miesbach zum Siegen verdammtEV Lindau kämpft um die Play-offs

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Die Ausgangslage ist so einfach wie problematisch: Die Lindauer haben fünf Punkte und drei Tore Rückstand auf die Blue Devils Weiden, die am Freitag in Deggendorf und am Sonntag gegen Selb antreten müssen. Holen die Devils aus diesen Spielen zwei Punkte, dann ist Ihnen Platz acht nicht zu nehmen. Holen sie maximal einen Zähler, können die Islanders mit zwei Siegen in regulärer Spielzeit, also sechs Punkten am EVW vorbei ziehen, geht Weiden leer aus, würden sogar fünf Punkte reichen. Denn die Tordifferenz würde in jedem Fall für die Lindauer sprechen, selbst wenn sie zweimal nur knapp gewinnen und Weiden zweimal knapp verliert.

Das Problem an der Sache: Am Sonntag tritt Weiden im Derby gegen Selb an – und die Selber Wölfe dürften mehr Interesse daran haben, in der Meisterrunde ein weiteres Heimderby sowie eine kurze Auswärtsfahrt in die Oberpfalz anstatt an den Bodensee zu haben. „Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es hier taktische Geschenke geben wird, da die Punkte ja in die Meisterrunde mitgenommen werden und es dabei um das lukrative Heimrecht in den Play-Offs geht. Für so etwas ist die Oberliga doch eine zu professionelle Liga“, sagt EVL- Präsident Marc Hindelang. „Für solche Gedankenspiele darf bei uns auch kein Platz sein. Wir müssen uns auf unsere Aufgaben konzentrieren und die sind schwer genug.“

Gerade das Spiel in Miesbach wird erweist sich dabei für die Islanders als hohe Hürde. Zwar liegt der TEV weiterhin abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz und wartet seit Ende Oktober auf einen Sieg, aber die Oberbayern bereiten sich seit Wochen akribisch auf die Verzahnungsrunde mit den besten Bayernligisten vor. „Ich bewundere die positive Haltung, mit der der TEV in der für ihn sportlich schwierigen Vorrunde in jedes Spiel geht. Das ist überaus seriös und wird sicherlich auch einmal belohnt“, sagt Hindelang.

Natürlich hoffen die Lindauer darauf, dass dies nicht im letzten Miesbacher Heimspiel der Oberliga Süd Vorrunde passiert. Denn das vorherige Spiel des TEV gegen Weiden sollte als Mahnung gelten. Hier glichen die Oberbayern vier Sekunden vor Schluss aus und entrissen den Blue Devils, die in der Overtime siegten, einen wichtigen Punkt. Gerade zuhause ist der Aufwärtstrend unübersehbar, selbst die Star Bulls Rosenheim hatte man am Rande einer Niederlage. Am Ende fehlten dem TEV zuletzt nur Kleinigkeiten.

Dabei mussten die Oberbayern Anfang Dezember einen großen Rückschlag hinnehmen, als das nordamerikanische Import- Duo James Hall und Christopher Stemke in einer Nacht- und Nebelaktion Deutschland verließen und eine leere Wohnung zurück ließen. Mit dem litauischen Nationalspieler Daniel Bogdziul und dem Amerikaner Ben Warda hat man nicht nur guten Ersatz geholt, sondern sich möglicherweise sogar verbessert.

Ohnehin sollten die Islanders gewarnt sein. Im Hinspiel standen sie mit dem Rücken zur Wand und taten sich extrem schwer, um Miesbach etwas glücklich mit 8:5 zu schlagen. Es gibt Werte, da sind das Schlusslicht und der EVL fast gleichauf. So sind sowohl Chancenverwertung (12 bzw. 11 Prozent) als auch Erfolgsquote in Unterzahl (70 und 69 Prozent) nahezu identisch und dieser Form verbesserungswürdig, weil nicht Oberligatauglich.

Diesen ganzen Widrigkeiten müssen die Islanders nun trotzen. An Unterstützung mangelt es dabei nicht, denn unter anderem bietet der EVL einen von Sponsor bpm und Omnibus Held unterstützten Fanbus an, in dem auch 50 Liter Lindauer Hell zum freien Ausschank kommen. Insgesamt werden die Islanders wohl rund 100 Schlachtenbummler begleiten. Dies zeigt deutlich, dass auch das Umfeld noch an die dramatische Wende in letzter Minute glaubt. Die Mannschaft tut dies auch, wird aber einen harten und schweren Weg gehen müssen, um die Chance auf die Play- Offs weiter aufrecht zu erhalten.

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