Islanders bleiben OberligistEV Lindau setzt sich gegen Schönheide durch

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Der magische Moment in diesem Spiel geschah am Dienstagabend um 21.33 Uhr. In Unterzahl fing der nicht gerade als Torjäger berühmte Sebastian Koberger einen Schönheider Pass ab, startete zum gegnerischen Tor durch und verwandelte das Break im Stile eines Klassestürmers zum 4:1. Acht Minuten vor dem Ende, mitten hinein in die letzte Drangphase der Gäste, war das die Entscheidung, nicht nur in diesem Spiel, sondern auch in dieser engen Serie. Bezeichnend zudem, dass ausgerechnet in einer vom Powerplay dominierten Play-off-Serie ein Unterzahltor die Entscheidung bringen sollte.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft. Das war heute eine Topleistung von allen 20 Spielern“, sagte EVL- Trainer Dustin Whitecotton, der das Team dazu brachte, im wichtigsten Spiel der Saison sein bestes Eishockey zu spielen. Dies alles vor einer grandiosen Kulisse: 977 Zuschauer kamen zu diesem Endspiel in die Eissportarena, darunter sogar einige Unterstützer aus Peiting, Sonthofen und Ravensburg, die Freundschaften zu den Lindauer Fans unterhalten. Sie sorgten von Anfang bis Ende für eine elektrisierende Atmosphäre im Eichwald. „Das war heute auch ein Sieg der Zuschauer“, sagt EVL- Präsident Marc Hindelang. „In Lindau gibt es ja selten mal Einheit bei irgendwelchen Abstimmungen. Aber fast 1000 Leute an einem Wochentag sind ein deutliches Votum pro Oberliga.“

Diese Unterstützung kitzelte den letzten Rest an Leistung aus dem EVL heraus, der schon nach 27 Sekunden durch den in den Play-Offs immer stärker aufspielenden Simon Klingler die Führung auf dem Schläger hatte. Kurz danach konnten die Lindauer die erste Unterzahl erfolgreich überstehen. Bei ihrem ersten Powerplay schlugen die Lindauer dann bereits zu. Zunächst hatten Jiri Mikesz und Zdenek Cech zwei Großchancen, die der starke Gästekeeper Florian Neumann vereitelte. In der zehnten Minute war es dann aber einmal mehr Jeff Smith, der einen überlegten Querpass von Michal Mlynek zum vielumjubelten 1:0 einschob. „Das hat uns gutgetan. Jeder weiß, wie wichtig es in solchen Endspielen ist, das erste Tor zu machen“, sagte EVL- Vorsitzender Bernd Wucher.

Zwar hatte der EHV gleich im Gegenzug die Chance zum Ausgleich, aber Korbinian Sertl, der sein bestes Spiel in der Serie ablieferte, war gegen Miroslav Jenka zur Stelle. Danach hatten die Islanders die besseren Szenen, die vor allem im Spiel fünf gegen fünf den strukturierteren Eindruck hinterließen, läuferisch auf der Höhe waren und ihre Checks konsequent zu Ende fuhren. Zweimal noch hatten die Islanders die Chance zum zweiten Treffer, aber Troy Bigam scheiterte am Pfosten (15.) und Andreas Farny an Neumann.

Im Mitteldrittel fehlte den Lindauern zunächst die vorherige Sicherheit. Sie starteten nervös gegen die sich wehrenden Wölfe. Mitten in diesen Anfangsschwung der Gäste hinein konterten die Islanders eiskalt. Lubos Sekula schickte Jeff Smith auf die Reise, der nur noch einen Schönheider Verteidiger gegen sich hatte, ihn auf sich zog und dann den mitgelaufenen Andreas Farny mustergültig bediente, der nach 23 Minuten zum 2:0 einschoss.

Schonheide antwortete mit wütenden Angriffen und erspielte sich zwei Hochkaräter. Allerdings scheiterten Alexander Seifert (25.) und anschließend Jenka (29.) freistehend am starken Sertl. Effektiver waren da die Hausherren, die die Lücken in der Defensive der Sachsen perfekt nutzten. So spielte EVL- Kapitän Tobi Fuchs nach 30 Minuten einen Traumpass aus dem eigenen Drittel steil auf Michal Mlynek. Der Stürmer, der sein erstes Spiel nach Verletzungspause absolvierte, lief in Höchstgeschwindigkeit frei auf Neumann zu und verwandelte souverän zum 3:0. Sogar ein vierter Treffer war noch möglich, aber Cech wurde nach 32 Minuten von Neumann aufgehalten und Sekula 24 Sekunden vor Pause vom Pfosten. Dazwischen wischte Sertl einen gefährlichen Schlenzer von Adam Schusser gerade noch so mit der Fanghand um den Pfosten (36.).

Dass eine hohe Führung in dieser Serie wenig zu bedeuten hat, hatten beide Teams am vergangenen Wochenende gespürt. „Die Intensität hat sich von Spiel zu Spiel in dieser Serie gesteigert. Das war ein richtiger Play- Off Fight und dazu gehört, nie aufzugeben“, sagte Whitecotton. Letzteres nahmen sich die Gäste zu Herzen, die im Schlussabschnitt vehement gegen das drohende Aus anrannten. Nach 45 Minuten durften sie dafür Hoffnung schöpfen, als Petr Kukla den EHV erstmals auf die Anzeigetafel brachte und die beste Phase der Gäste einläutete.

Plötzlich war bei den Wölfen der Zug zum Tor wieder so vorhanden wie in den letzten Spielen. Dazu mussten die Islanders noch zweimal hintereinander in Unterzahl agieren. Sie blieben aber nicht nur erstmals in der Serie ohne Gegentor (Whitecotton: „Kompliment an unsere Unterzahlspieler. Sie haben einen grandiosen Job gemacht“), sondern nutzten eben diesen einen Moment durch Koberger, um das Spiel zu entscheiden. So fiel es dann auch nicht mehr ins Gewicht, dass Jeff Smith in der 53. einen vom souveränen Leiter der umkämpften aber fairen Partie, Alain Kretschmer, verhängten Penalty vergab. Der Amerikaner holte nur drei Minuten später Versäumtes nach, tippte die Scheibe nach perfekter Vorlage von Farny (bereits seine 19. seit Beginn der Verzahnungsrunde) zum 5:1 Endstand über die Linie. Der Rest war dann Oberliga Party im Eichwald, „Denn jetzt sind wir ein richtiger Oberligist, da wir uns nun sportlich qualifiziert haben. Das ist uns sehr wichtig“, sagte Bernd Wucher.

Nach der Pflicht kommt nun die Kür für den EVL. „Wir genießen den Moment, aber wir haben noch einiges vor“, kündigte Dustin Whitecotton an. Ab Freitag geht es für die Lindauer um die Bayrische Meisterschaft. Gegen den TEV Miesbach, der sensationell die Höchstadt Alligators aus der Oberliga warf, haben die Islanders Heimrecht und starten am Freitag (19:30) in die Best of Five Halbfinalserie.

Tore: 1:0 (9:32) Smith (Mlynek, Heider/5-4), 2:0 (22:49) Farny (Smith, Sekula), 3:0 (30:11) Mlynek (Fuchs), 3:1 (44:29) Kukla (Jenka), 4:1 (51:31) Koberger (4-5), 5:1 (55:47) Smith (Farny/5-4). Strafen: Lindau 10, Schönheide 12. Zuschauer: 977.

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