Irres Wechselbad der Gefühle im brodelnden TigerkäfigSpannung vor über 4500 Zuschauern

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Dieses gut besuchte und stimmungsvolle Oberfrankenduell, das die Bayreuth Tigers mit 6:4 (1:1, 2:0, 3:3) gegen die Selber Wölfe gewannen, gingen die Gäste offensiv an und starteten mit frühem Forechecking. Damit erspielten sie sich anfangs leichte Vorteile, auch weil sie die Mehrzahl der wichtigen Zweikämpfe gewannen. Langsam arbeiteten sich dann auch die Tigers hinein und im zweiten Powerplay fand eine flüssige Kombination den alleine am langen Pfosten lauernden Kolozvary, der auch zum 1:0 einnetzte. Diesen Aufwind nutzen die Bayreuther, um ihrerseits nun etwas mehr Spielanteile zu generieren. Als man aber kurzzeitig ziemlich die Ordnung in der Defensive verlor, spielte der VER das clever aus und Piwowarczyk musste ebenfalls nur einschieben. Danach ging es flott hin und her mit guten Chancen auf beiden Seiten, wobei besonders Eisenhut im Heimgehäuse einige starke Szenen hatte. Der EHC hatte zwar mehr Torschüsse aber das Remis ging zur ersten Pause doch ziemlich in Ordnung.

Im Mittelabschnitt hatten wieder die Wölfe den etwas besseren Start und analog zu den ersten 20 Minuten kamen die Wagnerstädter mit zunehmender Spielzeit besser rein. Ein kapitaler Torwartfehler von Suvelo, der einen eigentlich harmlosen Fernschuss von Geigenmüller sprichwörtlich durch die Hosenträger rutschen ließ, ebnete den Hausherren dann den Weg. Mit diesem Oberwasser drängten die Gelb-Schwarzen weiter und bei einem doppelten Powerplay gelang erneut Geigenmüller gegen den wiederum unglücklich aussehenden Suvelo sogar das 3:1. Mit einem sicheren Eisenhut im Tor und engagierten Abwehrspiel brachten die Bayreuther diesen Vorsprung dann relativ sicher in die zweite Pause.

Nun dachten alle, dass der VER nun nochmals kompromisslos den Vorwärtsgang einlegen würde, doch die ersten guten Passagen hatten nun die Hausherren. Zählbares gelang nun aber den Hochfranken, die durch Heilman, Hördler und Neumann ihrerseits das Spiel drehten und einige Abwehrschwächen des Heimteams aufdeckten. Wie schon öfters in dieser Spielzeit gibt es aber ein Aufgeben nicht im Sprachjargon der Tigers, auch wenn eine vermeintlicher Kolozvary-Treffer keine Anerkennung fand. Besonders EHC-Torjäger Geigenmüller lief nun zur Hochform auf und setzte einen platzierten „Strahl“ nach dem anderen an Torschuss in die Maschen. Zwei weitere Überzahltore des schussgewaltigen Außenstürmers brachten den Tabellenzweiten wieder in Front und die Ränge schwappten endgültig über vor Emotionen. Als dann Kolupaylo gegen die länger ohne Torwart agierenden Porzellanstädter den Schlusspunkt mit dem 6:4 per Empty-Net -Goal setzte, stand der frenetisch gefeierte dritte Derbysieg des EHC in Folge fest. Unerschütterliche Moral, der bessere Goalie, effektives Powerplay und ein Geigenmüller in Galaform waren die Sahnestückchen auf eine geschlossene Mannschaftsleistung in diesem rassigen und spektakulären Derbyfight. Da war erneut alles drin, was diesen Sport so faszinierend macht und wer das nicht live sehen konnte, hat definitiv etwas verpasst.

Tore: 1:0 (10.) Kolozvary (Potac/5-4), 1:1 (12.) Piwowarczyk (Gare, Geisberger), 2:1 (27.) Geigenmüller (Potac), 3:1 (34.) Geigenmüller (5-3), 3:2 (41.) Heilman (Gare, Geisberger/5-4), 3:3 (46.) Hördler (Moosberger, Maaßen), 3:4 (49.) Neumann (Heilman, Pauker), 4:4 (51.) Geigenmüller (Potac, Bartosch/5-4), 5:4 (55.) Geigenmüller (Kolozvary, Bartosch/5-4), 6:4 (59.) Kolupaylo (Bartosch, Mayer/ENG). Strafen: Bayreuth 6, Selb 12. Zuschauer: 4504.

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