Heißer Kampf um Platz zweiSelber Wölfe

Heißer Kampf um Platz zweiHeißer Kampf um Platz zwei
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Neun, zehn, elf: Weiter kam Trainer Cory Holden am Mittwoch nicht bei der Aufzählung seiner Spieler, die mit aufs Eis gehen können. Der ausgetüftelte Trainingsplan musste kurzerhand umgeplant werden. Was für den Coach der Wölfe freilich nichts Neues ist. Seit Monaten schleppen sich viele angeschlagene Akteure von Spiel zu Spiel und müssen sich während der Woche zwangsläufig eine kleine Pause gönnen. Wer etwa Christopher Schadewaldt aus dem Auto aus- oder die Treppen zum Eisstadion hochsteigen sieht, kann sich nicht vorstellen, dass da ein 28-jähriger Eishockeyprofi unterwegs ist. Doch der Kapitän will, ebenso wie der ebenfalls angeschlagene Nikolaus Meier, auch an diesem Wochenende wieder auf die Zähne beißen. Schließlich ist Derbyzeit.

Es sind eben diese Spiele, wie am Freitag (20 Uhr) beim EV Weiden und am Sonntag (18 Uhr) in der heimischen Autowelt-König-Arena gegen den EV Regensburg, bei denen sich auch in der langen Oberliga-Hauptrunde eine besondere Brisanz bei allen Beteiligten – ob Spieler, Verantwortliche oder Fans – ausbreitet. Gerade in der nun entscheidenden Phase kurz vor den Play-offs kommt den beiden Derby noch eine größere Bedeutung zu. Der EV Weiden benötigt jeden Punkt, um sich nach der jüngsten Schwächeperiode doch noch einen Platz unter den ersten Acht zurückzuerobern. Und der EV Regensburg möchte die Wölfe wieder von Platz zwei verdrängen.

Vor dem Gipfel gegen die Donaustädter müssen die Selber aber zunächst den Angriff des EV Weiden abwehren – auch ohne Dennis Schütt (verletzt) und voraussichtlich Achim Moosberger (keine Freigabe vom Stammverein Bietigheim). Die Blue Devils, die als Aufsteiger lange Zeit als sicherer Play-off-Kandidat gehandelt wurden, sind nach sechs Niederlagen aus den zurückliegenden sieben Spielen auf Platz neun zurückgefallen. Was VER-Trainer Cory Holden aus zwei Gründen ungelegen kommt. „Für Weiden beginnen jetzt schon die Play-offs. Die müssen um jeden Punkt kämpfen und werden uns alles abverlangen.“ Zum anderen würde der Selber Coach den Nachbarrivalen aus der nördlichen Oberpfalz auch gerne als Gegner in der ligeninternen Play-off-Runde sehen. „Das wäre gut für die Region. Es gäbe volle Stadien und klasse Stimmung. Aber wir können Weiden heute leider nicht helfen, weil wir selbst die Punkte benötigen.“ Schließlich wollen die Selber nicht nur Rang zwei verteidigen, sondern auch Spitzenreite r EC Peiting weiter unter Druck setzen.

Im Lager des 1. EV Weiden haben die vergangenen sieglosen Spiele ihre Spuren hinterlassen. Vor allem nach der 4:6-Heimniederlage vor einer Woche gegen den direkten Konkurrenten EV Füssen war die Enttäuschung groß. „Mir ist nicht klar, was sich manche Spieler im letzten Drittel gedacht haben“, sagte Trainer Josef Hefner, der vor allem seine sonstigen Leistungsträger in die Kritik nahm. Vor dem Derby gegen Selb muss der Weidener Coach zwei weitere Nackenschläge wegstecken. Stürmer Felix Köbele hat sich am Sonntag beim 0:6 in Peiting eine Spieldauerdiziplinarstrafe eingehandelt und wird gegen die Wölfe ebenso fehlen wie Stefan Pertl, der sich unter der Woche zum Bayernligisten ECDC Memmingen verabschiedet hat. Mit einem mehr als adäquaten Ersatzmann haben die Blue Devils nach eigenen Angaben bereits eine mündliche Einigung erzielt. Allerdings ist fraglich, ob bis heute Abend die Formalitäten bereits geklärt sind.

Auch beim EV Regensburg lief es in den vergangenen zwei Wochen nicht ganz rund. Gegen Schlusslicht Schweinfurt setzte es eine 3:4-Heimniederlage. In Klostersee musste sich die Mannschaft von Leos Sulak mit 4:6 geschlagen geben. Und auch in Freiburg (3:4 nach Verlängerung) gab es für die Oberpfälzer nach einer 3:1-Führung am Ende nur einen Punkt. Dazu zog sich Verteidiger Leopold Prantl einen Bänderriss im Knöchel zu und fehlt einige Wochen. Für Rückkehrer Julian Bogner (Schultereckgelenksprengung) dürfte die Saison schon beendet sein. Verstärkungen sind in Regensburg freilich nicht in Sicht. „Ich würde es gerne tun, aber die finanziellen Mittel sind nicht da“, sagt Trainer Sulak. Der hat vor dem Gastspiel in Selb einen ganz anderen Wunsch: „Wir müssen weg von der Strafbank und unsere dämlichen Fouls abstellen.“

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