Gegen Sonthofen und Bad Tölz zurück in die SpurNach Derbyniederlage

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Die Cracks des VER Selb hatten durch den spielfreien Sonntag etwas länger Zeit sich zu regenerieren, Dienstag und Mittwoch stand zudem Videoanalyse auf dem Programm, bei der Trainer Cory Holden seinen Jungs nochmals die „denkwürdigen“ Auftaktminuten vor Augen führte. Holden verhehlte keineswegs, dass der Auftakt im jüngsten Derby alles andere als optimal verlief, erinnerte aber auch daran, dass sein Team sich ausreichend Chancen erarbeitet, ein verloren geglaubtes Spiel nochmals herumzubiegen. Aber es sollte nicht sein.

Jetzt ist die Derbyniederlage verdaut und abgehakt, die Selber Wölfe stehen mit Platz drei in der Oberliga Süd voll im Soll und blicken positiv auf die kommenden Aufgaben, mit Sonthofen und Bad Tölz warten zwei Teams aus dem Mittelfeld.

Um einerseits Tuchfühlung auf Spitzenreiter Regensburg zu halten, andererseits auch nicht selbst ins Mittelfeld abzurutschen, sollten möglichst Punkte eingefahren werden, am besten gleich sechs. Gestartet soll damit gleich beim Tabellensechsten ERC Sonthofen. Die Bulls sind neben Schönheide und Klostersee die bislang heimschwächste Mannschaft Team der Liga. Nur ein Heimsieg gelang den Mannen von Trainer Dave Rich. Aber dieser hatte es in sich: mit 6:0 wurden die hochgehandelten Peitinger abgeschossen. Ansonsten gab es für die Bulls zu Hause wenig zu bestellen. Niederlagen gegen Regensburg (3:7), Landshut (3:4), Bayreuth (3:5) oder Bad Tölz (1:5) unterstreichen die Heimschwäche der Bulls. Indiz dafür ist unter anderem auch das Sonthofener Unterzahlspiel – das statistisch gesehen anfälligste im Ligavergleich. 13 Gegentore gab es für die Bulls bislang bei 40 Situationen. Nachdem die Wölfe ihrerseits das effektivste Powerplay der Liga aufweisen können, wird auf die Special Teams besondere Bedeutung zukommen.

Auffälligster Akteur der insgesamt zwölf Neuzugänge ist zweifelsohne Jordan Baker. Der kanadische Stürmer, vor der Saison aus Memmingen (Bayernliga) gekommen, schlug voll ein und ist ein wahrer Glückstransfer. Mit zwölf Toren und zwölf Vorlagen führt er die Scorerwertung im Süden an – vor Mudryk und Piwowarczyk. Auch der Abgang von Defender Miller nach Peiting scheint mit Neuzugang Rau aus Leipzig gelungen zu sein. Rau trug sich bereits mit sechs Toren und vier Vorlagen in die Statistikbücher ein und führt damit punktgleich mit dem Tölzer Velebny die Verteidigerwertung an.

Auf besagten slowakischen Blueliner Velebny müssen die Wölfe am Sonntag im Heimspiel (18 Uhr) besonders achten. Der 33-Jährige ist momentan der torgefährlichste Akteur der Gäste. Dies ist bezeichnend für die fehlende Durchschlagskraft im Tölzer Sturm, unter den Top-20-Scorern findet sich kein Löwe wieder. Das letzte Wochenende und die Siege gegen Sonthofen (5:1) sowie der Heimsieg gegen Bayreuth (4:2) machen deutlich, dass der Tölzer Kader durchaus Qualität besitzt und stärker aufspielen kann, als dies die Wochen zuvor geschah. Sieben Punkte zu Hause, sechs auswärts – für die hohen Erwartungen im Umfeld von Bad Tölz ist Tabellenplatz fünf zu wenig. Selbst Top-Neuzugang im Tor Markus Janka konnte mit seiner DEL-Erfahrung die knappen Niederlagen in Regensburg (4:5), in Weiden (1:2 n.P.), in Landshut (3:4 n.P.) nicht verhindern.

Möglichst sich von der eigenen Strafbank fernhalten, lautet eine wichtige Marschroute für das Duell gegen die Löwen. Letztere weisen das drittbeste Powerplay der Liga auf und wissen durchaus in zahlenmäßiger Überlegenheit zum Torerfolg zu kommen. Soweit soll es aber nicht kommen. Das treffsichere Sturmpersonal der Wölfe, allen voran die erste Formation, wie auch der starke zweite Block sollen die Löwen-Defensive gut beschäftigen. Darüber hinaus wollen die Wölfe ihrerseits defensiv stabil wie zuletzt stehen. Ein Verdienst vor allem von Marko Suvelo, der aktuell bei den Torhütern mit 1,81 Gegentoren pro Spiel den besten Schnitt aufweist. Ob der gebürtige Finne, der am Samstag seinen 40. Geburtstag feiern wird, beide Spiele bestreiten oder ein Wechsel mit Manuel Kümpel erfolgt, will Trainer Cory Holden kurzfristig entscheiden.

Personell sieht es bei den Wölfen gut aus. Einzig David Hördler wird fehlen. Hördler verletzte sich gegen Bayreuth und musste wegen Leistenprobleme unter der Woche eine Trainings-Zwangspause einlegen. Ob Ben Böhringer am Sonntag im Aufgebot steht oder die VER 1b verstärken wird, entscheidet sich kurzfristig.

Cory Holden zum kommenden Wochenende: „Sonthofen ist der einzigste Gegner, gegen den wir bislang diese Runde noch nicht gespielt haben. Wir dürfen uns nicht von deren „vermeintlichen Heimschwäche“ blenden lassen, sondern trotz langer Fahrt, schwerer Busbeine sofort hellwach sein und konsequent dem Gegner unser Spiel aufdrängen. Entscheidend wird sein: Defensiv gut stehen und diszipliniert agieren. Gleiches gilt für den Heimauftritt gegen Tölz, die mit reichlich Selbstvertrauen nach Selb anreisen und uns einen heißen Tanz bieten werden.“


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