Fire startet mit Paukenschlag in die neue SaisonDeggendorfer SC

Fire startet mit Paukenschlag in die neue SaisonFire startet mit Paukenschlag in die neue Saison
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In einem schnellen und von beiden Seiten intensiv geführten Spiel, war auch die konditionelle Verfassung der Benda-Truppe ausschlaggebend für diesen Husarenstreich gegen die hoch gehandelten Gäste. Mann des Abends war neben dem gut aufgelegten Sandro Agricola im Tor von Fire auch Neuzugang Pavel Vostrak, der drei Tore erzielte. Auf Seiten der Oberbayern blieb DEL-Rückkehrer Klaus Kathan eher unauffällig.

Die Vorfreude auf den Saisonstart war groß bei den Deggendorfern. Die gute Vorbereitung hatte bereits gezeigt, dass die Neuzugänge in diesem Jahr von anderem Kaliber sind und die Qualität im Kader deutlich gesteigert haben. 927 Zuschauer wollten sich den ersten Auftritt unter der Federführung von Jan Benda nicht entgehen lassen. Sie mussten ihr Kommen auch nicht bereuen, denn Deggendorf Fire stemmte sich einem starken Gegner mit allen Mitteln entgegen und spielte sich in den ersten Minuten des Schlussdrittels in einen wahren Rausch. Eine bemitleidenswerte Viona Harrer im Kasten der Löwen musste in dieser Phase viermal hinter sich greifen.

Dabei war zu Beginn Tölz das stärkere Team, Fire begann nervös und konnte sich erst langsam vom Druck der Tölzer befreien. Mit der ersten richtigen Chance erzielte Fire jedoch nach sieben Minuten den Führungstreffer, Vostrak hielt nach schönem Pass in der Mitte den Schläger hin und überwand Torfrau Harrer. Spätestens nach einem harten, fairen Check von Jannik Herm war Fire im Spiel. In Überzahl machten Schembri & Co. mächtig Druck, ein weiterer Treffer bleib jedoch versagt. Fast musste man den Ausgleich hinnehmen, aber in einer 3:1-Situation war Klaus Kathan zu zögerlich und Sandro Agricola „stach“ ihm den Puck vom Schläger. Fire ging mit einer verdienten Führung in die erste Pause.

Tölz kam im zweiten Drittel wieder aggressiver aus der Kabine und folgerichtig glich man in der 22. Minute durch Josef Kottmair aus. Fire gab jedoch die richtige Antwort und als der gute Jannik Herm auf und davon war und nur regelwidrig am Torschuss gehindert werden konnte, entschied der souveräne Referee Jens Steinecke auf Penalty. Viona Harrer hatte aber die besseren Nerven und wehrte den Strafschuss ab. Doch es sollte in der 23. Minute noch schlimmer für Fire kommen, denn Yanick Dube netzte aus spitzem Winkel zur Führung für die „Buam“ ein. Dies hinterließ Spuren bei Fire, Tölz war nun gedankenschneller, schlug aber kein Kapital daraus. Was auch Löwen-Coach Florian Funk monierte: „Nach dem 1:2 dürfen wir das Spiel nicht mehr verlieren, die beiden Treffer im Mitteldrittel dürfen so nicht passieren. Da haben wir völlig die Geduld verloren.“ Beim Ausgleich sah Viona Harrer nicht gut aus, als ihr der Schuss des sich energisch durchsetzenden Patrick Geiger durch die Schoner glitt. Dagegen war sie beim Führungstreffer durch Pavel Vostrak machtlos. Mit all seiner Routine nagelte der 40-jährige den Puck mit einer Urgewalt in die Maschen, dass sich selbst langjährige Zuschauer nicht an einen ähnlichen Schuss erinnern können. Schon vor Vostraks zweitem Streich hatte Fire mehrmals die Führung auf dem Schläger, doch man vergab aussichtsreich. Fast hätte Klaus Kathan noch sein erstes Oberliga-Tor seit Jahren geschossen, aber für den geschlagenen Agricola rettete der Pfosten.

Florian Funk attestierte seiner Mannschaft auch im Schlussdrittel, „dass man nicht aufgegeben habe, aber Deggendorf hatte heute einfach mehr Biss.“ Jan Benda zeigte sich hochzufrieden mit der Leistung über das gesamte Spiel, „der Sieg sei aber zu hoch ausgefallen und wir hatten auch Glück.“ Dies soll jedoch die Leistung seiner Mannschaft nicht schmälern, denn im letzten Drittel brannte Fire ein wahres Feuerwerk ab. Zuerst vollendete Manuel Wiederer in der 42. Minute eine tolle Kombination über Stefan Ortolf und Andrew Schembri am langen Pfosten zum 4:2 und nur eine Minute später erhöhte Pavel Vostrak mit seinem dritten Treffer des Abends. Nun klappte bei Fire alles. In der 47. Minute tanzte Andrew Schembri Viona Harrer aus und schlenzte den Puck unter die Latte, gleiches gelang Dominik Retzer, dem ein Schlagschuss Jan Bendas vor die Füße fiel und der Torfrau keine Chance ließ. Das Stadion bebte zu diesem Zeitpunkt, beste Stimmung auf den Rängen, schon 10 Minuten vor Schluss erhob sich das Publikum anerkennend von den Plätzen. Konditionell topfit, setzte Deggendorf weiter nach, musste aber trotzdem noch einen Treffer der Tölzer hinnehmen. Vielmehr als Ergebniskosmetik war dies nicht mehr.

Auf der Pressekonferenz wollte Fire-Coach Benda das Ergebnis nicht überbewerten. „Wir haben drei Punkte sicher, das gibt uns Moral für das nächste Spiel“, diktierte er in die Blöcke der Pressevertreter, „aber wir haben noch nichts erreicht. Erst nach fünf oder sechs Spielen könne man eine Bestandsaufnahme machen.“ Er habe zudem versucht, alle Spieler einzusetzen, was aber die Strafen oftmals verhindert hätten. Er sei sich sicher, „dass man durch Teamgeist viel bewegen kann“, außerdem „habe man durch die jungen Spieler viele Möglichkeiten.“

Die nächste Gelegenheit hat man dazu am kommenden Freitag, wenn der EV Regensburg zum Ostbayern-Derby in Deggendorf aufkreuzt. Mit der gezeigten Leistung hängen die Trauben für die Oberpfälzer sicher hoch. Als Lohn für den famosen Sieg gegen Tölz hat Jan Benda seinen Spielern auch gleich bis Dienstag frei gegeben.

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