Fire brennt und will nun Bad Tölz und Selb einheizenDeggendorfer SC

Fire brennt und will nun Bad Tölz und Selb einheizenFire brennt und will nun Bad Tölz und Selb einheizen
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Die Sonntagsaufgabe scheint jedoch die größte Herausforderung zu werden, denn man reist zum Tabellenführer nach Selb. Nach den letzten Siegen, in denen man stets im Schlussdrittel die Kastanien aus dem Feuer holte, strotzt man vor Selbstbewusstsein und will den erklärten Favoriten nur zu gern ein Bein stellen. Verzichten muss Coach Jan Benda bei diesem Vorhaben auf Jannik Herm, der Deggendorf in Richtung Freiburg verließ.

Das letzte Wochenende war Balsam für die Seele, nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Fans von Deggendorf Fire. Zweimal drehte ihre Mannschaft in den letzten 20 Minuten das Spiel und feierte dadurch zwei wichtige Erfolge, die der Hoffnung auf das Erreichen der Playoffs neue Nahrung geben. Fünf Punkte liegen noch zwischen Deggendorf Fire und Erding, die zurzeit den letzten Playoff-Platz inne haben. Dieser Rückstand soll natürlich schon am Freitag weiter schmelzen, wenn die Tölzer Löwen ihre Visitenkarte in Deggendorf abgeben. Die Truppe um DEL-Rückkehrer Klaus Kathan konnte sich in den letzten Wochen etwas stabilisieren, zu wankelmütig war man vorher in den gezeigten Leistungen. Selbst Löwen-Trainer Funk analysierte treffend, „dass man unbeständig wie das Wetter sei.“ Die Ergebnisse sprechen dabei Bände: Siege gegen die Spitzenteams wechselten sich immer wieder mit unnötigen Niederlagen gegen die Teams aus den hinteren Tabellenregionen ab. Immerhin beendete man am Sonntag eine monatelange Durststrecke gegen den Rivalen aus Klostersee. Fire sollte vor den „Buam“ gewarnt sein, die auch unlängst als erste Mannschaft in dieser Saison in Selb gewinnen konnten. Denn Spieler wie Johannes Sedlmayr (44 Punkte), Florian Strobl oder Altstar Yanick Dube können ein Spiel auch alleine entscheiden. So war Sedlmayr beim Sieg in Klostersee an sechs der sieben Treffer beteiligt. Wenn Schembri, Wiederer & Co. allerdings den Kampf und die Leidenschaft zeigen, mit dem sie zuletzt aufgetreten sind, muss ihnen vor dem Altmeister aus Bad Tölz nicht bange sein. Zumal die Abwehr durch die Verpflichtung von Peter Gulda die erhoffte Verstärkung erfuhr, für den Saisonendspurt wurde kurzfristig ein weiterer Verteidiger an die Donau gelockt.

Zum Tabellenprimus nach Selb muss Fire am Sonntag (18 Uhr) reisen und erwartet dort einen Hexenkessel. Die Oberfranken sind zu Hause eine Macht und gingen im heimischen Stadion in 16 Heimspielen erst zweimal als Verlierer vom Eis. Gleich zu Jahresbeginn stürmte Füssen und eben Tölz die Netzsch-Arena. Dabei bekam das erfolgsverwöhnte Selber Publikum nicht einmal Tore der eigenen Mannschaft zu sehen, die mit bisher 137 Einschüssen das treffsicherste Team der Oberliga ist. Herausragend auch in dieser Saison wieder die Top-Reihe um Piwowarczyk, Mudryk und Geisberger, die es bisher zusammen auf 172 Scorerpunkte bringen. Sollten die drei Angreifer einmal in Schach gehalten werden können, ist bei Selb auch auf Tom Fiedler oder Daniel Heilman Verlass. Im Tor steht mit Marko Suvelo ein Meister seines Fachs, der in dieser Saison schon fünfmal ohne Gegentor blieb. Mit ein Verdienst der Defensivkräfte Christopher Schadewaldt und Travis Martell. Letzterer liegt mit Jan Benda auf Platz drei der Top-Verteidiger in der Oberliga Süd.

Deggendorf Fire erwartet nicht nur ein Selber Angriffswirbel, sondern auch die stimmungsgewaltigen Wölfe-Fans. Im Schnitt über 2000 Zuschauer peitschen ihre Mannschaft nach vorne und haben einen Sieg gegen Deggendorf gewiss schon eingeplant. Doch bei Fire schöpft man Mut aus der knappen 1:2-Niederlage Anfang November, als man die Wölfe am Rande einer Niederlage hatte. Auch ein Gastspiel in der letzten Saison ist in Deggendorf in bester Erinnerung. Nur mit 13 Feldspielern angereist, brachte man damals das Kunststück fertig, alle drei Punkte aus Oberfranken zu entführen. Auch diesmal weiß man um die Schwere der Aufgabe, doch kampflos will man nicht klein beigeben. Auch in Selb ist ein Punktgewinn nicht ausgeschlossen, in der Endabrechnung könnte dies den Ausschlag geben.


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