Fire besiegt an Halloween die Selber WölfeDeggendorfer SC

Fire besiegt an Halloween die Selber WölfeFire besiegt an Halloween die Selber Wölfe
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Mit unbändigem Willen und Einsatz boten sie dem Gegner aus Selb Paroli und drehten letztlich ein schon verloren geglaubtes Spiel zu ihren Gunsten. Am Ende stand ein 5:4 (0:1, 3:3, 2:0) auf der Anzeigetafel. Somit machte Deggendorf Fire das halbe Dutzend an Siegen voll und rückte damit auf Platz fünf vor, punktgleich mit Bad Tölz.

Zu Beginn überraschte Wölfe-Coach Holden mit einem Torwart-Wechsel, so stand Backup Kümpel anstatt des etatmäßigen Goalies Suvelo im Tor. Auf Selber Seite fehlt Dan Heilman wohl länger, Deggendorf musste kurzfristig auf Ruderer verzichten, dafür rückte Christian Retzer in den Sturm. In den ersten Minuten kannte das Spiel nur eine Richtung, nämlich die auf das Selber Tor zu. Bereits nach 45 Sekunden hatte Fire die erste Großchance. Goalie Kümpel war die fehlende Spielpraxis anzumerken, so griff er bei einem Geiger-Lattenschuss daneben und kurze Zeit später rutschte ihm ein Schuss von Schweiger über die Fanghand, den Puck konnte er gerade noch vor der Torlinie erwischen. Angriff auf Angriff wogte auf das Tor der Selber, eine „Wahnsinnskombination“ zwischen Schembri und McLaughlin hätte ein Tor verdient gehabt. Sandro Agricola musste erst nach etwa 9 Minuten sein Können zeigen. Dann schlug Selb aber gnadenlos zu. Mit der ersten richtigen Chance machte Kyle Piwowarczyk das 0:1, der Spielverlauf war bis dato auf den Kopf gestellt. Auch weil Fire an diesem Tag mit mehreren Überzahlsituationen nichts anfangen konnte.

Im zweiten Drittel tat sich Deggendorf gegen den gut verteidigenden Gegner schwer, ins Spiel zu kommen, man neutralisierte sich gegenseitig. In der 27. Minute konnte Selb allerdings nach feinem Rückhandpass auf 2:0 erhöhen, wieder war es Piwowarczyk. Der laute Selber Anhang feierte noch, da kam schon die kalte Dusche. Eine halbe Minute dauerte es nur, bis Patrick Geiger mit aller Vehemenz den Puck auf Zuspiel von Christian Retzer in die Maschen jagte. Sebastian Lehmann musste anschließend in die Kühlbox und Deggendorf machte einen Fehler im Spielaufbau, den Selb sofort bestrafte. Peter Hendrikson stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Aber Deggendorf Fire lässt sich heuer von Gegentoren nicht aus dem Konzept bringen. So war es Nic Sochatsky, der in der 34. Minute mangels Unterstützung einfach mal von der blauen Linie abzog und Goalie Kümpel kalt erwischte. Durch die Schoner hindurch fand der Puck den Weg ins Tor. Es ging hin und her. In der 36. Minute war der Puck vom Bully weg auf einmal im Tor, als Torschütze wurde Christopher Schadewaldt angegeben. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und diese gab Christian Neuert mit einer Energieleistung. Aus der Ecke kommend, zog er an der blauen Linie Richtung Mitte, schüttelte seinen Gegenspieler ab und schoss zum neuerlichen 3:4 – Anschlusstreffer ein. Die Halle stand Kopf.

Das Schlussdrittel begann mit einer Schrecksekunde. Nach einem normalen Zweikampf mit Andrew Schembri prallte Sebastian Lehmann so unglücklich in die Bande, dass er mehrere Minuten auf dem Eis behandelt werden musste. Unter dem wohlwollenden Beifall aller Fans konnte er schließlich ins Krankenhaus transportiert werden. Sportlich ging es mit dem Ausgleich von Fire weiter. Einen Rückpass verpasste Martin Schweiger noch vor dem Tor, aber aus dem Rückraum kam Patrick Geiger angestürmt, der den Puck zum umjubelten Ausgleich ins Tor nagelte. Kurz darauf musste Christian Neuert ebenfalls mittels Trage vom Eis befördert werden. Vorausgegangen war ein Foul des Selber Spielers Schadewaldt hinter dem Rücken des Schiedsrichters, der sich fortan bei jeder Puckberührung einem gellenden Pfeifkonzert ausgesetzt sah. Deggendorf Fire gab die Antwort mit einem Tor. Christopher Schadewaldt – wohl beeindruckt – spielte einen Fehlpass, Fire schaltete blitzschnell um und auf Zuspiel von Schembri netzte Dominik Retzer zum 5:4 ein. Das Stadion glich nun einem Tollhaus und die 1017 Zuschauer – sofern sie Deggendorf die Daumen drückten – waren aus dem Häuschen. Bei Selb saß der Frust tief, dies machte sich auch in vier Disziplinarstrafen (10 min) deutlich. Vor allem Mudryks Check gegen Kopf und Nacken gegen Schembri war unschön.

Auf der anschließenden Pressekonferenz sah sich Wölfe-Coach Holden nicht nur von Schiedsrichter Maier benachteiligt, er unterstellte Fire-Angreifer Andrew Schembri sogar Schauspielerei. Eduard Uvira betonte, dass Selb sehr gut Unterzahl gespielt habe, aber ein Spiel dauere 60 Minuten und sein Team habe immer an sich geglaubt. Corey Holden verteidigte sein Wechselspiel auf der Torhüterposition, denn „im Laufe der Saison brauche man den ganzen Kader.“

Der Selber Sebastian Lehmann soll laut ersten Angaben eine schwere Gehirnerschütterung erlitten haben, auf Deggendorfer Seite hat es Christian Neuert am Knie erwischt. Stephan Stiebinger wird mit einer Schleimbeutelverletzung am Freitag wohl ausfallen und Christian Retzer trug einen Cut unter dem Auge davon. Lange Zeit zum Wundenlecken gibt es für beide Teams nicht, denn am Freitag kommt es bereits zum erneuten Aufeinandertreffen. Danach steht für Deggendorf die Deutschland-Cup-Pause an. Coach Uvira wird seinem Team drei freie Tage gönnen, ehe es wieder an die Trainingsarbeit geht um fit zu bleiben und den Rhythmus nicht zu verlieren. Schließlich steht mit dem Heimspiel gegen Bad Tölz am 16. November der nächste Kracher ins Haus.


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