EVL-Duell geht an LandshutLindau Islanders im Pech

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Wenn der gegnerische Trainer bei der Pressekonferenz den eigenen Torhüter besonders heraushebt, dann sagt das vieles über die Leistung des Gegners. Gerade im zweiten Drittel nach der Lindauer Führung und in der Schlussphase, als die Islanders auf den Ausgleich drängten, verhinderte der erst 19jährige DNL- Keeper Patrick Berger Tore weitere Lindauer Treffer. „Kompliment für seine starke Leistung“, lobte Landshuts Coach Bernie Englbrecht seinen Torhüter.

„Wenn wir nur eine dieser Chancen nutzen, nehmen wir hier etwas Zählbares mit“, sagte EVL- Präsident Marc Hindelang, der kämpferisch einen leidenschaftlichen Einsatz der Islanders sah, „aber halt auch ein paar Defizite wie mangelnde Chancenverwertung und einen individuellen Fehler, die uns das Spiel gegen einen nie aufgebenden Gegner gekostet haben.“ Ähnlich sah es auch Trainer Dustin Whitecotton. „Wir haben zweieinhalb Drittel gut gespielt, am Ende wollte Landshut den Sieg vielleicht etwas mehr als wir.“

Denn der Druck unter dem der Traditionsverein nach dem verpatzen Saisonstart stand, war groß. Das merkte man in der Anfangsphase, als die Nervosität vor 1572 Zuschauern spürbar war. Zwar fanden die ersten zehn Minuten mehr oder weniger im Lindauer Drittel statt, aber bis auf eine Möglichkeit von Sean McGovern, die Sertl gekonnt vereitelte, kamen die Gastgeber kaum zum Abschluss. In einer auf beiden Seiten von Vorsicht und Fehlervermeidung geprägten Partie befreiten sich die Islanders anschließend und kamen ihrerseits zu offensiven Akzenten. So hätten Marco Miller nach einem zwei gegen eins- Konter nach 12 Minuten die Führung erzielen können und Michal Mlynek dies zwei Minuten später nach Superpass von Lubos Sekula eigentlich müssen, als er die Scheibe am leeren Tor vorbeischob. Auf der anderen Seite ließen die Lindauer noch einen gefährlichen Konter zu, bei dem aber McGovern erneut an Sertl scheiterte.

Nachdem die Islanders im zweiten Drittel zwei Unterzahlsituationen nahezu problemlos meisterten, kamen sie immer besser ins Spiel und aus einer starken Defensive mit schnellem und klarem Passspiel häufig vor das Tor der Gastgeber. Aus einer solchen Situation resultierte auch der Führungstreffer. Martin Sekera schickte mit einem schönen Vertikalpass Michal Mlynek auf die Reise, der sich anschließend hinter dem Landshuter Tor durch setzte und mit seinem Rückpass wieder Sekera fand, der zum 0:1 einschoss (30.).

Dieses Tor schockte die Gastgeber sichtlich, die zwar Druck auf das EVL- Tor ausübten, aber Raum für schnelle Lindauer Gegenangriffe ließen. In dieser oben angesprochenen Phase versäumten es die Islanders, den zweiten Treffer zu erzielen. Zunächst scheiterten Mlynek und Adrian Kirsch nach tollen Kombinationen in kurzer Zeit zweimal an Berger (32.), dann traf Marco Miller in der 35. Minute mit einem zu präzisen Schuss nur die Latte. Landshut hatte nur noch eine Chance, als Marco Sedlar den sicheren Sertl nicht bezwingen konnte.

Danach war es, wie so oft im Sport der Klassiker: Die eine Mannschaft nutzt ihre Chancen nicht, die andere macht die Tore. Nachdem es die Islanders in der 42. Minute fertigbrachten, einen Konter mit drei gegen einen nicht zu verwerten, fiel auf der Gegenseite der Ausgleich. Unglücklich aus EVL- Sicht, denn Korbinian Sertl hatte die Scheibe zwischen den Schonern, als er von einem Angreifer im Torraum weggedrückt wurde. Schiedsrichter Razvan Gavrilas ließ aber weiterlaufen, so dass Kyle Doyle zum 1:1 einschießen konnte (43.) Die Lindauer Proteste halfen nichts, der aus EVL- Sicht irreguläre Treffer wurde gegeben.

Davon ließen sich die Islanders aber nicht beirren und boten den Niederbayern, die nun mehr Spielanteile hatten, weiter einen großen Fight. Was fehlte, war die Durchschlagskraft im Abschluss. Sei es in Überzahl, wo die Lindauer insgesamt zu wenig Torabschlüsse produzierten oder bei einer Chance von Jeff Smith, der nach 45 Minuten an der langen Ecke vorbei zielte. Mehr Glück hatte da der EV Landshut, der nun häufiger zum Abschluss kam. Bitter, dass der Schuss von Max Forster in der 54. Minute aus spitzem Winkel den Weg zum 2:1 ins Lindauer Tor fand.  Die Antwort der Gäste folgte zwar prompt. Sie machten ihrerseits viel Druck in der Schlussphase, brachten aber die Scheibe nicht mehr im Tor unter. Zdenek Cech und Michal Mlynek verpassten zunächst nach 56 Minuten. Smith und Anderas Farny in Überzahl eine Minute später. Nachdem Berger zwei Minuten vor dem Ende auch die letzte Chance des freistehenden Andreas Farny pariert hatte, war klar: Es würde nichts mehr werden für die Islanders. Der Treffer von Christoph Fischhaber 57 Sekunden vor Ende ins leere Tor sorgte für den 3:1-Endstand in einem Spiel, in dem die Lindauer einen möglichen Punktgewinn selbst aus der Hand gaben.