Erster Matchball für den VER SelbSelber Wölfe

Erster Matchball für den VER SelbErster Matchball für den VER Selb
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„Das bekommen wir schon hin.“ Nikolaus Meier, Verteidiger des VER Selb, war schon am Sonntag unmittelbar nach dem 2:1-Sieg in Bayreuth überzeugt davon, dass das Play-off-Halbfinale der beiden oberfränkischen Erzrivalen am Dienstag im dritten Spiel der Serie beendet wird. Einen Sieg benötigen die Wölfe jetzt noch gegen die Tigers. Die waren zwar am vergangenen Freitag beim Selber 4:3-Erfolg lange ebenbürtig und am Sonntag die bessere Mannschaft. Feiern durften am Ende aber bislang stets die Wölfe. Was auch am stark ausgeprägten Selbstvertrauen liegt, meint Meier. „Wir glauben immer bis zuletzt an uns. Das ist eine unserer ganz großen Stärken.“ Und solche Spiele wie in Bayreuth machen Meier „richtig Spaß“. „Das war richtig hart umkämpft. Wir haben es ganz schön spannend gemacht, aber am Ende noch ganz gut hingekriegt.“

Im Inneren sicher tief enttäuscht, nach außen aber relativ gefasst wirkte der Bayreuther Stürmer Dennis Thielsch. „Wir können uns eigentlich nichts vorwerfen – bis auf die Chancenverwertung. „Nach dem frühen Rückstand haben wir, auch dank vieler Strafen für Selb, das Spiel kontrolliert und dominiert. Es wollte halt kein Tor fallen.“ Was zum großen Teil an Wölfe-Torwart Marko Suvelo gelegen habe.

VER-Trainer Cory Holden bezog in das Lob auch Suvelos Vorderleute mit ein. „Wir haben über 30 Schüsse geblockt. Jeder Spieler hat sich geopfert für die Mannschaft. Es war ein Arbeitssieg.“ Dass derzeit spielerisch viel Luft nach oben ist, verhehlt der Trainer nicht. „Aber das Tiki-Taka-Spiel funktioniert in den Play-offs eben nicht mehr.“ Sehr schwer habe es seine Mannschaft auch durch die vielen Strafzeiten gehabt. „Wenn man 20 Minuten in Unterzahl spielt, kostet das viel Kraft.“ Holden konnte sich einen Seitenhieb in Richtung Bayreuth nicht verkneifen. „Es waren drei, vier schöne Schwalben dabei. Ich dachte, die müssen ins Krankenhaus. 30 Sekunden später standen diese Spieler wieder auf dem Eis. So etwas macht die Arbeit für den Schiedsrichter sehr schwierig.“

Am Dienstagabend hofft Holden, den Sack zumachen zu können. Personell sind keine Änderungen geplant. Für Roos, Nägele oder Neumann bleibt also wohl weiter nur die Bank. „Die jungen Spieler müssen geduldig sein. Ihre Chancen wird noch kommen, aber im Moment setze ich auf die erfahrenen Spieler“, sagt der Trainer. Zumindest die Siege geben Holden bislang recht.

Einlass in die Netzsch-Arena ist am Dienstag um 18 Uhr, Spielbeginn um 19.30 Uhr. Eintrittskarten sind an der Abendkasse noch in ausreichender Zahl erhältlich. Schiedsrichter der Partie ist Cori Müns vom EHC Klostersee. Gewinnt der VER Selb, steht er in der Aufstiegsrunde zur DEL 2 (Start am 28. März). Gewinnt der EHC Bayreuth, findet am kommenden Freitag, 20 Uhr, ein weiteres Spiel statt – dann wieder in Bayreuth. Fällt auch dort noch keine Entscheidung in der Best-of-Five-Serie, kommt es zur finalen Partie am Sonntag um 18 Uhr in Selb.

3500 Zuschauer beim ersten Halbfinalspiel in Selb, 3200 bei Spiel zwei in Bayreuth: Zahlen, von denen andere Oberligisten nur träumen können, sorgen bei den Verantwortlichen der Wölfe und der Tigers für eher lange Gesichter. Thomas Manzei, zweiter Vorsitzender des VER Selb, findet keine rechte Erklärung dafür, dass die ersten beiden Play-off-Derbys nicht ausverkauft waren und wohl auch am Dienstag wieder einige Plätze frei bleiben in der Netzsch-Arena. „Das überrascht mich sehr, weil richtig attraktives Eishockey geboten wird. Ich bin etwas ratlos.“

Unter Umständen, meint Manzei, hänge es noch mit den Ausschreitungen im ersten Hauptrundenspiel zusammen. Und vielleicht seien viele Zuschauer auch davon ausgegangen, dass die Spiele ohnehin ausverkauft sein würden. „Auf jeden Fall haben die, die nicht dabei waren, einiges verpasst“, sagt Manzei. Er appelliert an die Anhänger, am Dienstag ins Stadion zu kommen. „Das ist doch einzigartig, dass es in diesem Halbfinale und auf dem Weg in die Aufstiegsrunde zur zweiten Liga zu diesem Derby kommt.“ Mit Sicherheit wieder proppenvoll sein wird der Selber Fanblock. Dort stehen die stimmgewaltigsten VER-Anhänger. „Sie sollen noch einmal Vollgas geben und unser Team nach vorne und in die Aufstiegsrunde peitschen“, wünscht sich Manzei.