Erst kommt die Pflicht, dann die KürSelber Wölfe

Erst kommt die Pflicht, dann die KürErst kommt die Pflicht, dann die Kür
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Vor zwei Wochen hat der VER Selb gegen den EHC Bayreuth mit einem knappen 2:1-Sieg seine oberfränkische Eishockey-Vormachtstellung behauptet. An diesem Wochenende stehen nun zwei brisante Vergleiche mit Vereinen aus der benachbarten Oberpfalz auf dem Programm. Am Freitag (20 Uhr) gibt der EV Weiden seine Visitenkarte in der Netzsch-Arena ab. Am Sonntag (18 Uhr) kommt es dann zum Oberliga-Gipfeltreffen zwischen Überraschungs-Spitzenreiter EV Regensburg und dem Tabellenzweiten aus Selb.

Auch wenn das Schlagerspiel in Regensburg vielleicht schon in dem ein oder anderen Wölfe-Kopf herumspukt, so gilt es doch zunächst die Aufgabe gegen Weiden konzentriert anzugehen. Und das können die Selber wieder mit ihrem Kapitän. Christopher Schadewaldt kehrt nach seiner Verletzung etwas früher als erwartet zurück. Noch bis Sonntag muss sich Tim Schneider gedulden. Er muss nach seiner Matchstrafe vor zwei Wochen in Freiburg noch ein Spiel Sperre absitzen. Auf der Liste der Langzeitverletzten stehen Patrick Schmid und Simon Schwarzmeier. Festgelegt hat sich Trainer Cory Holden in der Torwartfrage: In beiden Spielen am Wochenende wird – sollte nichts dazwischenkommen – Marko Suvelo zwischen den Pfosten stehen.

Die Blue Devils Weiden, die als sportlicher Absteiger der Vorsaison nur dank dem freiwilligen Rückzug des ERV Schweinfurt noch Oberliga spielen dürfen, scheinen im Sommer ihre Hausaufgaben besser als vor einem Jahr erfüllt zu haben. Das gilt für die Verantwortlichen, aber auch für die, die es auf dem Eis richten müssen. Und diese Mannschaft hat ein völlig neues Gesicht. Elf Spieler gingen oder mussten den Verein nach der letztjährigen „Horrorsaison“ verlassen. Zwölf neue Spieler kamen während der Sommerpause nach Weiden. Mit dem Kanadier Craig Voakes (bereits 13 Saisontore), dem US-Boy Vladimir Nikiforov, dem aus Erding bestens bekannten Ales Jirik oder dem DEL 2-erfahrenen Konstantin Firsanov aus Kaufbeuren ist auch richtig Qualität dazugekommen. Und in den vergangenen Tagen schlug Weiden zwei weitere Male auf dem Transfermarkt zu. Vor einer Woche kam Verteidiger Marius Pöpel aus Duisburg in die Oberpfalz, am Dienstag gab der Verein die Verpflichtung von Stürmer Oleg Seibel bekannt. Der 22-jährige Ex-Bayreuther stand zuletzt in Halle (Oberliga Ost) unter Vertrag.

„Unser Kader ist jetzt deutlich stärker und breiter besetzt“, freut sich EV-Vorsitzender Thomas Siller, der mit dem früheren Wölfe-Coach Fred Carroll auch einen neuen Trainer an Land gezogen hat. Für den 51-jährigen Coach hat trotz des gelungenen Starts mit vier Siegen aus acht Spielen weiter der Klassenerhalt oberste Priorität. „Aber wenn wir als Team kompakt spielen und von Langzeitverletzten verschont bleiben, können wir auch für eine Überraschung sorgen und haben eine Chance auf die Play-offs.“

Der VER Selb ist also trotz acht Derbysiegen in Folge gegen die Blue Devils gewarnt. „Wir werden gegen Weiden härtere und engere Spiele als im Vorjahr erleben“, glaubt Trainer Cory Holden. Für ihn ist die Liga heuer ohnehin viel ausgeglichener. „Da kann jeder jeden schlagen.“ Nur in der Netzsch-Arena soll das nicht sooft vorkommen, dass gegnerische Mannschaften die Punkte entführen. „Wir wollen unsere Heimstärke beweisen und vor dem Auftritt in Regensburg erst einmal die eigenen Hausaufgaben machen.“ Und wer weiß: Vielleicht können die Wölfe mit Unterstützung des EHC Bayreuth, der heute den EV Regensburg empfängt, am Sonntag ja auch als neuer Spitzenreiter in die Oberpfalz reisen.

Dort erwartet die Holden-Schützlinge ein heißer Tanz. Nach der Auftaktniederlage in Erding feierte der EV Regensburg unter seinem neuen Trainer Doug Irwin sieben Siege und stürmte an die Tabellenspitze. Die Hauptverantwortlichen für den Aufschwung beim letztjährigen Teilnehmer an der Abstiegsrunde heißen David Stieler, Louke Oakley und Vitali Stähle. Das tschechisch-kanadisch-russische Trio bildet die erste Angriffsreihe und hat bereits 77 Scorerpunkte auf dem Konto. Zum Vergleich: Die Selber Paradereihe mit Kyle Piwowarczyk, Jared Mudryk und Herbert Geisberger brachte es auf bislang 51 Punkte. Ebenfalls eine stolze Zahl. „Wir verstehen uns immer noch ganz gut“, sagt Geisberger, der mit den beiden Kanadiern bereits das vierte Jahr in einer Reihe stürmt – und sich schon wie in einer Ehe fühlt. „Mal schau'n, wie es nach dem siebten Jahr ausschaut.“

Von so vielen Scorerpunkten kann Martin Lamich derzeit nur träumen. Der 35-Jährige, der einige Jahre auch für den VER Selb im Einsatz war und im Sommer in Regensburg angeheuert hat, hat nach acht Spieltagen erst einen Assist auf seinem Konto. Doch gerade gegen die Wölfe wird der Deutsch-Tscheche beweisen wollen, dass auch er das Toreschießen noch nicht verlernt hat. Das Hauptaugenmerk der Selber wird aber natürlich dennoch der ersten Regensburger Reihe gelten. „Ganz klar, die müssen wir irgendwie ausschalten. Auch wenn das wohl nicht komplett möglich sein wird “, sagt Cory Holden. Einen Plan dafür hat der Selber Coach bereits im Hinterkopf. Ob er aufgeht, wird man Sonntagabend sehen. . .


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