Ein Weltenbummler kommt nach SelbSelber Wölfe

Ein Weltenbummler kommt nach SelbEin Weltenbummler kommt nach Selb
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Noch ist es erst eine kleine Serie, die der Eishockey-Oberligist VER Selb am vergangenen Wochenende mit den Siegen gegen Klostersee (3:0) und in Schweinfurt (4:0) gestartet hat. Sie soll an diesem Wochenende wachsen. Und die Aussichten sind gar nicht so schlecht. Am Freitag (20 Uhr) erwarten die vor heimischer Kulisse noch verlustpunktfreien Wölfe den Tabellenletzten Deggendorf Fire. Am Sonntag (18 Uhr) folgt das Gastspiel beim stark verjüngten EV Regensburg.

Die Heimbilanz der Holden-Schützlinge kann sich mit vier Siegen in vier Spielen und 21:4 Toren wahrlich sehen lassen. Dass die Netzsch-Arena auch am Freitag eine uneinnehmbare Festung bleibt, daran haben nur wenige ihren Zweifel. Schließlich kommt mit Deggendorf Fire ein Team nach Selb, das auf fremden Eis eine Bilanz von 5:26-Tore und null Punkte vorzuweisen hat. Auch wenn die Favoritenrolle bei den Wölfen liegt, hebt Trainer Cory Holden warnend den Zeigefinger. „Das ist ein ganz gefährliches Spiel für uns. Wir dürfen nicht arrogant auftreten, sondern müssen unser Tempospiel durchziehen.“

Mit hohem Tempo könnte vermutlich der ein oder andere Deggendorfer Spieler so seine Probleme bekommen. Der Star im Team der Niederbayern ist schließlich bereits stolze 41 Jahre – und heißt Jan Benda. Der Weltenbummler und ehemalige deutsche Nationalspieler, der auch in der NHL für die Washington Capitals neun Einsätze hatte, folgte seinem Vater und Trainer Jan Benda senior nach Deggendorf und soll dort die ansonsten sehr junge Fire-Abwehr festigen. Was bei 51 Gegentoren in neun Spielen aber noch nicht so recht gelungen scheint.

Im Angriff ruhen die Hoffnungen des Tabellenletzten vor allem auf Stefan Ortolf, der nach einem DEL-Jahr in Straubing die Zelte wieder in Deggendorf aufgeschlagen hat und nach neun Spielen bereits zwölf Scorerpunkte auf seinem Konto hat. Dazu haben die Fire-Verantwortlichen mit den Verpflichtungen des Ex-Regensburgers Philipp Michl und dem 28-jährigen Tschechen Kamil Vavra vor zwei Wochen noch einmal auf die sportliche Misere reagiert.

Im Sommer war lange unklar, ob Deggendorf Fire wegen des schlechten Zustands der Holzkonstruktion des Stadiondaches in dieser Saison überhaupt den Spielbetrieb in der Eishockey-Oberliga aufnehmen kann. Erst Ende Juli konnte der Verein aufatmen. Ein Bauunternehmer hat das Eisstadion auf Erbpacht erworben und bereits die Sanierung eingeleitet. Vor zwei Wochen, nach dem Heimspiel gegen Klostersee (7:6), wurde das Dach komplett entfernt – und soll bis 24. November neu aufgebaut sein. Derzeit müssen sämtliche Fire-Mannschaft in den umliegenden Stadien in Regen, Passau oder Vilshofen trainieren.

Auch beim EV Regensburg, der am Sonntag der Gastgeber für die Wölfe ist, hat es im Sommer große Unruhen gegeben. Die Oberpfälzer waren einmal mehr am Rande des finanziellen Abgrunds gestanden. Erst ein neues Vorstandsteam hat den Patienten aus dem Koma zurück ins Leben geführt. Die Verantwortlichen um Ex-Kapitän Martin Ancicka, der die sportliche Leitung übernommen hat, mussten einen Neuaufbau einleiten und setzen auf eine gesunde Mischung aus jugendlichem Elan und großer Erfahrung. „Regensburg ist nur schwer einzuschätzen“, weiß der Selber Trainer und rechnet mit einem unangenehmen Gegner. „Diese junge Mannschaft wird viel laufen und hart arbeiten.“

Dennoch wollen die „Wölfe“ natürlich ihren Lauf vom vergangenen Wochenende fort- und sich in der Oberliga-Spitzengruppe festsetzen. „Meine Spieler haben keine Lust, im Mittelfeld rumzutümpeln. Gegen Deggendorf und in Regensburg können wir einen wichtigen Schritt machen“, hofft Holden auf weitere sechs Punkte. Und auch gegen den ein oder anderen weiteren Kasten Bier, den Torwart Marko Suvelo für seine Shut-outs ausgeben muss, hätte das VER-Team nichts einzuwenden. Bis auf Söllner, Verhoeven und Hechtfischer steht der gesamte Kader zur Verfügung.


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