Ein Oberligist muss auf jeden Fall runterEV Lindau Islanders oder EHV Schönheide

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Die Play-offs haben es also so schon im Viertelfinale so richtig in sich. Hier werden die Teilnehmer an der kommenden Oberliga-Saison ermittelt, ehe es dann weiter um die bayrische Meisterschaft geht. Dabei haben die Islanders das sportlich schwierigste Los erwischt. Zwar hat der EHV Schönheide eine mehr als wechselhafte Saison hinter sich und stand mehrfach auf der Kippe und vor dem Ausstieg aus der Liga. Mit vereinten Kräften schafften es aber die Verantwortlichen um Sportdirektor Michael Rumrich, den Spielbetrieb am Laufen zu halten. Gleichzeitig präsentierte sich die an einigen Stellen veränderte Mannschaft zuletzt nervenstark und gewann in der Verzahnungsrunde mit dem Rücken zur Wand wichtige Spiele, so dass man Dorfen und Peißenberg im Endspurt noch hinter sich lassen konnte.

„Schönheide hat die Spiele gegen uns zum Existenzkampf erklärt und sagt, bei Abstieg gehen die Lichter aus. Das hat die Mannschaft verinnerlicht. Wir treffen auf einen zu allem entschlossenen Gegner, der kaum noch etwas mit dem Team aus der Oberliga-Vorrunde zu tun hat. Wenn wir wieder den Verwaltungsmodus aus einigen Spielen der Verzahnungsrunde an den Tag legen, werden wir eine böse Überraschung erleben“, sagt EVL-Präsident Marc Hindelang.

Schon in der Oberliga-Hauptrunde waren die Ergebnisse zwischen beiden Teams knapp. 3:2 und 2:1 gewannen die Islanders zwei enge Partien. Seither wurde der Gegner aber auf Schlüsselpositionen verändert. Die Kontingentspieler Thomas Vrba (Waldkraiburg) und Milan Kostourek (Peiting) sowie Stammkeeper Patrick Glatzel (Sonthofen) verließen den Verein, der aber gleichwertigen Ersatz aus dem Hut zog. Das neue Ausländerduo Vitalijs Hvorostinins (24, Lette) und Petr Kukla (34, Tscheche) kam in den zehn Spielen der Verzahnungsrunde auf 16 und 13 Scorerpunkte (Platz sechs und zwölf der Wertung). Mit acht beziehungsweise neun Toren zeigen beide große Vollstreckerqualitäten, wie sie auf Lindauer Seite Jeff Smith (10 Treffer) und Andreas Farny (7) aufweisen. Die Vorlagen liefert wie schon in der Vorrunde Miroslav Jenka zuverlässig, der zwölf seiner 16 Sorerpunkte (Platz sieben der Wertung) als Assists einbrachte. Hier wird er nur von Andreas Farny (13 Vorlagen) übertroffen. Die Defensive der Sachsen ist entsprechend robust und schwer zu packen. Torhüter Florian Neumann, der zur Nummer Eins aufrückte, kassierte im Schnitt weniger Gegentreffer (2,9) als das Lindauer Duo Korbinian Sertl/ Beppi Mayer. Der gebürtige Kaufbeurer spielte sogar zweimal zu Null, zuletzt am Sonntag gegen Memmingen.

Hier schoss sich das Team aus dem Erzgebirge mit einem 5:0 gegen den Bayernliga-Meister in Play-off-Laune. Auch das zuletzt schwächelnde Powerplay des Teams von Holger Lenk, der die Mannschaft im Dezember übernahm, brachte wieder Tore. Hier müssen die Islanders besonders gewarnt sein, denn in Unterzahl zeigten sie sich in den Gruppenspielen sehr anfällig. 15 Gegentore bei einer 70 Prozent Erfolgsquote sind nicht oberligatauglich. Ganz anders das Überzahlspiel. Hier trafen die Islanders 17 Mal in der Verzahnung (33 Prozent). Ein wichtiger Wert, denn der EHV kommt mit der besten Unterzahl (89 Prozent) den weiten Weg an den Bodensee. „Diese Spielsituationen entscheiden Play-off-Spiele häufig. Wir müssen voll konzentriert zur Sache gehen“, sagt EVL-Coach Dustin Whitecotton, der zumindest auf die Rückkehr von Michal Mlynek hoffen darf, während Marco Miller weiter angeschlagen pausieren muss. 

Konzentration und Emotion sind also einmal mehr gefragt – sowohl bei den Spielern als auch bei den Lindauer Eishockey- Fans. „Wir brauchen die volle Unterstützung der Lindauer“, sagt EVL-Vorsitzender Bernd Wucher. „Der Verein bekennt sich klar zur Oberliga und hofft, dass Mannschaft und Zuschauer uns darin bestärken.“

Damit das erste von fünf möglichen Spielen (wer zuerst drei Siege erringt, kommt weiter) gleich ein richtiges Eishockeyfest wird, ist in der Eissportarena von 17.30 bis 19 Uhr Party und Happy Hour mit günstigen Getränkepreisen angesagt, die auch nach dem Spiel bis 23 Uhr wieder angeboten werden. Zwischendrin darf dann endlich wieder Play-off-Eishockey im Eichwald genossen werden.

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