Die Wölfe müssen Biss zeigenSelber Wölfe

Die Wölfe müssen Biss zeigenDie Wölfe müssen Biss zeigen
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Peiting vor der Brust und Bayreuth im Hinterkopf: Dieses Wochenende hat es in sich für den Eishockey-Oberligisten VER Selb. Natürlich muss der Fokus der Holden-Schützlinge zunächst auf dem Auftritt am Freitag (20 Uhr) in der Netzsch-Arena gegen den amtierenden Meister der Oberliga Süd liegen, doch viele Fans sind in Gedanken schon zwei Tage weiter. Das Duell Tigers gegen Wölfe – auch gerne von den Beteiligten als „Mutter aller Derbys“ tituliert – mobilisiert einmal mehr die Massen. Über 4000 Besucher dürften am Sonntag (18 Uhr) das städtische Kunsteisstadion in Bayreuth füllen. Allein aus Selb werden rund 1000 Anhänger erwartet.

Für eine tolle Atmosphäre wird also gesorgt sein, allerdings auch für rauchende Köpfe bei Sicherheitsbehörden und Vereinsverantwortlichen. „Die Partie läuft unter der Kategorie Risikospiel“, sagt der Bayreuther Polizei-Einsatzleiter Werner Schnödt gegenüber dem Nordbayerischen Kurier und kündigt ein „erhöhtes Aufgebot, auch mit Kollegen aus Nürnberg“ an. „Es soll Stimmung sein auf den Rängen, aber es soll auch alles friedlich bleiben“, appellieren deshalb schon im Vorfeld der Partie VER-Fanbeauftragter Fabian Melzner und Stefan Müller, Vorsitzender des Bayreuther Fanclubs Ostkurve, in einem Beitrag des Lokalsenders TVO an die Vernunft der Fans. Auch sportlich sind sich Melzner und Müller einig. Beide sehen die Wölfe als leicht favorisiert. „Wir wollen die Nummer eins in der Region bleiben“, sagt Melzner, der auf bissige Wölfe und einen 5:3-Sieg der Selber hofft. Müller glaubt an eine Überraschung und setzt einen 5:3-Tipp für die Bayreuther dagegen. „In so einem Derby kann schließlich alles passieren.“

Ähnlich sieht es Marc Thumm. Der gebürtige Bayreuther, der einst unter den Trainern Hans Zach und Lorenz Funk für den damaligen ESV in der 2. Bundesliga und der Oberliga verteidigt hat, zählt als Co-Trainer mittlerweile fest zum Inventar des VER Selb. Der 39-Jährige weiß aus seiner aktiven Zeit um die Brisanz, die in diesem Derby steckt. Mittlerweile sieht Thumm die Rivalität auf dem Eis zwar nicht mehr so groß, weil in beiden Mannschaften viele Auswärtige auf dem Eis stehen, die Spieler wüssten dennoch, dass es eine ganz wichtige Begegnung ist. „Mit einem Sieg kann man viel gutmachen, mit einer Niederlage einiges kaputtmachen.“

Dass „sein“ VER als letztjähriger Play-off-Halbfinalist gegen den Oberliga-Aufsteiger die Favoritenrolle einnimmt, mag Thumm gar nicht abstreiten. „Aber wir haben uns gegen Bayreuth zuletzt immer hart getan. Auch in der Bayernliga, obwohl wir immer den besseren Kader hatten. Aber Derbys haben halt immer eigene Gesetze.“ Der Selber Co-Trainer sieht die Tigers ohnehin gut verstärkt und spricht mit Respekt über die Schützlinge von Sergej Waßmiller. „Das ist eine junge, schnelle und dynamische Mannschaft, die uns in Bayreuth keinen Zentimeter Eis schenken wird. Wir müssen bereit sein, diesen Kampf anzunehmen.“

Gar von einer „Schlacht“, die den VER in der Wagnerstadt erwartet, spricht Chefcoach Cory Holden. „Ein ausverkauftes Haus und zwei hoch motivierte Mannschaften: Das wird bestimmt ein super Eishockeyabend.“ Den erhofft sich Holden freilich bereits am Freitag (20 Uhr), wenn der amtierende Süd-Meister EC Peiting seine Visitenkarte in der Selber Netzsch-Arena abgibt. Für den Selber Trainer sind die Oberbayern der Topfavorit schlechthin auf den Hauptrundentitel. „Diese Mannschaft besitzt von hinten bis vorne gute Qualität. Aber wenn wir ebenso konzentriert und taktisch diszipliniert wie beim 3:0 gegen Weiden spielen, dann geht auch gegen Peiting was.“ Und Revanchegelüste dürften sowieso noch vorhanden sein, zog der VER doch erst vor zwei Wochen zum Saisonauftakt in Peiting mit 5:6 den Kürzeren - und das nach zwischenzeitlicher 5:2-Führung.

Personell können die Wölfe fast aus dem Vollen schöpfen. Verteidiger Nikolaus Meier ist nur noch für das Spiel am Freitag gesperrt und steht somit am Sonntag in Bayreuth wieder zur Verfügung. Auch Timo Roos kehrt nach seiner Verletzungspause in den Kader zurück. Eric Neumann ist dagegen wegen seiner Lendenwirbelverletzung mindestens bis Jahresende außer Gefecht.


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