Chance vergeben

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Gegen den derzeitigen Vierten wollten die Black Hawks eigentlich den Rückstand verkleinern, doch ab Beginn des Spiels wurde schon deutlich, dass die Selber Wölfe derzeit in einer anderen Liga spielen. Bereits in der ersten Spielminute musste sich Passaus Goalie Martin Cinibulk gegen Dennis Thielsch richtig lang machen, wohingegen es bei Passau fast fünf Minuten dauerte bis Igor Bacek den ersten Schuss auf Stephen Ritter abgab. In der fünften Minute dann die erste Demonstration wie man mit schnellen Kombinationen eine Hintermannschaft auseinander nimmt. Der quirlige Jared Mudryk zog ins Angriffsdrittel passte quer auf Herbert Geisberger, der gegen die Laufrichtung der Verteidiger vors Tor zog, wartete bis Cinibulk lag und dann den Puck einschob. Dem folgte in der siebten Minute eine Strafe gegen Rückkehrer Martin Rehthaler. Die Unterzahl überstanden die Black Hawks aber gut. Kaum wieder vollzählig hatte Andi Popp die Möglichkeit auf den Ausgleich, scheiterte aber an Ritter. Im direkten Gegenzug hatte Passau Glück, dass die Wölfe aus einer drei gegen eins Situation gegen Cinibulk keinen Treffer erzielten. In den nächsten Minuten hatten Ibo Weißleder und Jakub Wiecki zwar noch gute Chancen, doch Stephen Ritter blieb jeweils Sieger. In der 15. Minute machte Selb dann vor wie es besser geht. Geisberger legte zurück auf Schadewaldt, der von der Blauen voll abzog und den Puck im Eck versenkte. Kurz vor der ersten Pause dann der Anschlusstreffer für die Hausherren. Stephan Stiebinger reagierte bei einem Abpraller von Ritter am schnellsten und stocherte den Puck ins Netz. Doch damit noch nicht genug für den ersten Abschnitt. Eine Kopie des ersten Selber Treffers brachte mit der Schlusssirene die 3:1-Führung für die Wölfe.

Damit schien das Spiel schon gelaufen. Die Wölfe waren eigentlich in allen Belangen überlegen. Doch im zweiten Drittel bot sich ein anderes Bild. In der 22. Minute gab es die erste Strafe für die Gäste. Im Passauer Powerplay war es aber Jared Mudryk, der bei einem Konter noch die beste Einschussmöglichkeit gehabt hätte. Dennoch verloren die Wölfe in diesem Drittel durch insgesamt sechs Strafen den Spielfluss und die Black Hawks nutzen diese Möglichkeiten. In der 30. Minute brachte bei angezeigter Strafe eine schöne Einzelleistung von Martin Piecha den Anschlusstreffer. Jetzt wurde auch das Passauer Powerplay druckvoller und so häuften sich die Chancen. Den nächsten Treffer erzielten aber wieder die Wölfe. In einer der wenigen Situationen, in denen Selb vollzählig auf dem Eis war, erhöhten sie kurz das Tempo und Dennis Thielsch erhöhte auf 4:2. Dem folgte aber sofort wieder eine Strafe und Ibo Weißleder konnte im zweiten Nachschuss den wichtigen Anschlusstreffer noch vor der Pause erzielen.

Der erste Selber Block stellte kurz nach Wiederbeginn dann mit einer weiteren sehenswerten Kombination den alten Abstand wieder her. Eine Bankstrafe gegen Selb brachte den Habichten die nächste Powerplaymöglichkeit und auch den Torerfolg. Passaus Bester an diesem Abend, Stephan Stiebinger, überwand Ritter im zweiten Anlauf. In der Folge neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend. Selb musste nicht mehr tun und Passau schien spielerisch nicht mehr zu können. Knapp zwei Minuten vor dem Ende gelang dann Martin Piecha doch noch der glückliche aber verdiente Ausgleich. Dann machte sich für Selb die Erfahrung und Cleverness von Jared Mudryk bezahlt. Im Selber Drittel provozierte er eine Strafe gegen Stiebinger und im anschließenden Powerplay besorgte Kyle Piwowarczyk den endgültigen Siegtreffer. Damit hatte die bessere Mannschaft gewonnen, aber die Black Hawks haben letztlich einen verdienten Punktgewinn selbst vergeben. „Es ist extrem ärgerlich und bitter so zu verlieren. Selb war im ersten Drittel sehr stark. Wir haben uns aber gut ins Spiel zurückgekämpft und den Ausgleich dann auch gemacht. Selb hat das dann sehr clever gemacht und das muss man dann auch akzeptieren. Die Strafe war aber nicht allein entscheidend, wir waren defensiv heute nicht gut genug. Wir haben im Moment einen negativen Lauf und müssen uns da wieder rauskämpfen“, zeigte sich Trainer Jukka Ollila nach dem Spiel sehr enttäuscht.
     
Tore: 0:1 (5:06) Geisberger (Mudryk, Heilman), 0:2 (14:59) Geisberger (Schadewaldt), 1:2 (18:24) Stiebinger, 1:3 (20:00) Geisberger (Mudryk), 2:3 (29:12) Piecha (4-4), 2:4 (38:41) Thielsch (Hördler, Piwowarczyk), 3:4 (39:45) Stiebinger (Weißleder; 5-4), 3:5 (44:52) Geisberger (Mudryk), 4:5 (47:39) Müller (Stiebinger; 5-4), 5:5 (58:09) Piecha (Wiecki, Müller), 5:6 (58:41) Piwowarczyk (Mudryk, Geisberger; 5-4). Strafen: Passau 8 + 10 (Stiebinger), Selb 16 + 10 (Hördler). Zuschauer: 707.


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Freitag 30.09.2022
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