Bullen kommen mit neuem Coach in den TigerkäfigSpiele gegen Sonthofen und Klostersee

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Paukenschlag bei Sonntagsheimgegner ERC Sonthofen, denn trotz einem bisher achtbaren achten Tabellenplatz mit zwölf Zählern trennte man sich unter der Woche von Trainer Dave Rich. Der EHC Bayreuth trifft um 18 Uhr auf die Bulls.

Das Team um den aktuell unangefochtenen Ligentopscorer Jordan Baker blieb lange Zeit nicht frei von Kritik aus dem Umfeld. In der südlichsten Stadt Deutschlands stört man sich an der schwachen Heimbilanz (nur 1 Sieg) und den sehr inkonstanten Leistungen des Teams. Auch die Tigers feierten ihren ersten Auswärtssieg dieser Spielzeit beim 5:3 in Sonthofen und insgesamt kassiert man viel zu viele Gegentore (53), schlechtester Wert der Liga. Ähnlich desaströs ist die Quote im Penaltykilling, was in der Summe dem Deutsch-Kanadier den Job kostete, der jetzt im Nachwuchs weiter arbeitet und interimsmäßig bei der Ersten vom bisherigen sportlichen Leiter „Jogi“ Koch ersetzt wird. Offensiv war man dagegen mit Craig Voakes, Marc Sill, George Kink und dem Ex-Bayreuther Anton Pertl gut aufgestellt, doch das konnte die Probleme in der Defensive um das Torwartduo Korbinian Sertl und Frauen-Nationalspielerin Jennifer Harß sowie Abwehrchef Daniel Rau nach Auffassung der Verantwortlichen nicht kompensieren. Nun soll Koch, dessen gute Beziehungen nach Kaufbeuren auch zahlreiche Förderlizenzspieler an die Iller brachten, die Balance besser hinbekommen und die Mannschaft stabilisieren. Auch von seiner bisherigen Station Memmingen hat er im Sommer schon einige Spieler zum ERC 99 gelotst.

Dieser Wechsel auf dem Trainerstuhl hat auf die Ausrichtung der Wagnerstädter aber keinen Einfluss, denn der Fokus liegt da immer auf dem eigenen Team, wo man zwei größere Baustellen zu optimieren hat. Nur 27 eigene Treffer (nur Schlusslicht Schönheide hat weniger) und eine mit grade einmal elf Prozent weit unterdurchschnittlichen Powerplayquote sind keine Werte für eine Spitzenmannschaft und zeigt noch viel Luft nach oben. In der Länderspielpause im Training war das jedenfalls ein wichtiger Teil, der nochmals intensiv bearbeitet wurde. Allerdings fällt Torjäger Geigenmüller noch weiter aus, doch zumindest Potac kann wieder auflaufen und wird den Spielaufbau und das Powerplay sicher wieder mit seinem Spielverständnis beleben. Tigers-Coach Sergej Waßmiller will die Angriffsformationen in den Einheiten bis zum Wochenende noch weiter testen und beobachten, bevor er sich entscheidet wie er die Reihen auch ohne Geigenmüller zusammen stellt, um wieder mehr Durchschlagskraft zu generieren.

Da gibt es aber auch noch die Freitagspartie (20 Uhr) bei den sehr unangenehm zu spielenden Klosterseern. Man erinnere sich nur an das schwer erkämpfte 3:2 vor Wochen in Bayreuth. Die Oberbayern liegen mit nur neun Zählern aktuell auf Platz elf und haben sicher auch einiges gut zu machen. Entsprechend motiviert wird das Team um Trainer Mitkevics das Spiel vor eigenem Anhang angehen. Kapitän Gert Acker geht als Topsorer weiter voran, doch fehlt ihm auch wegen oft vielen Verletzten zu häufig die Unterstützung. Außer dem Toptalent Raphael Kaefer und Philipp Quinlan haben weder die ausländischen Stürmer Cole Gunner und Miikka Tuomainen noch die anderen deutschen Stürmer alle Partien bestreiten können. Kurzfristig wird dafür nun mit Charlie Taft (Colorado, NCAA) ein junger amerikanischer Collegestürmer zum Try-out die größten Personalsorgen entschärfen und für einen Vertrag vorspielen sollen. Dazu ist auch Rückkehrer Anthony Ast (spielte bisher nur drei Partien und war wegen familiärer Probleme in die USA zurück geflogen) wieder dabei und dürfte das Team nicht nur quantitativ wieder verstärken. In der Abwehr hatte man auch schon im Sommer einige schmerzliche Abgänge hinnehmen müssen und die nun mehr geforderten Akteure um Dominik Unverzagt, Nikolaus Senger oder Nicolai Quinlan tun sich noch schwer die Lücken zu füllen. So sieht sich Torwart Martin Morcinietz oft wenig unterstützt den gegnerischen Angriffen ausgesetzt und musste mit seinem Stellvertreter Dominik Gräubig auch schon 50 Tore hinnehmen. Die von den Experten prognostizierte schwere Saison hat sich bei den Grafingern jedenfalls bisher vollauf bestätigt.

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