Black Hawks siegen nach 0:4-Rückstand

Passaus Martin Piecha jubelt nach dem entscheidenden Treffer im Penaltyschießen. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Passaus Martin Piecha jubelt nach dem entscheidenden Treffer im Penaltyschießen. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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Der Start in das Oberligaduell gegen Deggendorf Fire verlief vielversprechend. Nach nur 24 Sekunden prüfte Jakub Wiecki erstmals Sandro Agricola im Fire-Tor, der den Puck aber zur Seite abwehren konnte. Doch obwohl Passau in den ersten fünf Minuten die spielbestimmende Mannschaft war, sprang nichts Zählbares heraus. Anders dann die Gäste, die ab der fünften Minute mehr und mehr das Kommando übernahmen. Erst scheiterten noch Christian Retzer und Brett Wilson an Martin Cinibulk, doch in der siebten Minute überraschte Retzer diesen mit einem Bauerntrick zum 1:0 für Deggendorf. Als dann Ibrahim Weissleder gleich nach dem Bully eine Strafe bekam, erhöhte Simon Maier in Überzahl auf 2:0. Strafenbedingt kamen dann wieder die Hausherren auf. Martin Piecha hatte im ersten Powerplay Sandro Agricola bereits bezwungen, konnte dem Puck aber nicht mehr die entscheidende Richtungsänderung mitgeben. Auch in zwei weiteren Überzahlsituationen spielten die Black Hawks zwar verhältnismäßig gut, aber Deggendorfs Unterzahl stand besser und so blieb es bei der Deggendorfer Führung. Kurz vor Ende des ersten Drittels sorgten zwei katastrophale Abwehrfehler bei den Black Hawks erneut für einen Deggendorfer Doppelschlag. Ein Fehlpass in der Vorwärtsbewegung führte zum 0:3 durch Daniel Möhle und nur 19 Sekunden später schloss eine fast identische Situation Sochatsky zum umjubelten 0:4 ab.

Trainer Jukka Ollila stapfte richtig sauer in Richtung Kabine. Dort muss er die richtigen Worte gefunden haben, denn im zweiten Drittel wirkten die Black Hawks wesentlich konzentrierter. Kurz nach Wiederbeginn bescherten Strafen gegen Deggendorfs Retzer und Hackl den Black Hawks über eineinhalb Minuten doppelte Überzahl. Ein Schlagschuss von Kapitän Thomas Vogl sorgte für das 1:4 und auch gegen vier waren die Habichte erfolgreich. Diesmal war es Stürmer Jakub Wiecki der den Puck ins Tor hämmerte. Wiecki hatte im Verlauf des Drittels noch zweimal die große Möglichkeit den Rückstand weiter zu verkürzen, doch das erste Mal scheiterte er an Agricola, das zweite Mal am Pfosten. Auch gegen Stephan Stiebinger blieb der ehemalige Passauer Torhüter Sieger und so stand es nach 40 Minuten 2:4.

Doch gleich nach Beginn des Schlussdrittels sorgte Stiebinger im Nachsetzen für den überfälligen Anschlusstreffer. Passau drängte nun auf den Ausgleich aber Deggendorf verteidigte geschickt. Als Stefan Ortolf in der 51. Minute den Schläger in einen Schuss von Maier hielt und den Puck zum 5:3 aus Deggendorfer Sicht abfälschte schien die Aufholjagd der Habichte endgültig vergebens. Ein Torwartfehler von Sandro Agricola nutzte wenig später Petr Gulda und stocherte den Puck über die Linie. Rund fünf Minuten vor der Schlusssirene dann doch noch der vielumjubelte Ausgleich für Passau. Martin Piecha hatte schön auf den freigelaufenen Daniel Bucheli abgelegt, der den Puck unter die Latte hob. Der überragende Martin Piecha hatte sogar noch zweimal die Möglichkeit den Sieg in regulärer Spielzeit perfekt zu machen, doch wieder waren es Agricola und die Latte die dies zu verhindern wussten.

Die fünfminütige Overtime brachte den Black Hawks dann nochmal zwei Überzahlmöglichkeiten ein, die aber noch nicht zum Siegtreffer genutzt werden konnten. Damit musste das Penaltyschießen über den Zusatzpunkt entscheiden. In der ersten Runde hielt Cinibulk den Schuss von Maier und Piecha konnte den Puck nicht über den bereits liegenden Agricola heben. Besser machten es Brett Wilson und Igor Bacek, die ihre Strafschüsse jeweils verwandelten. Christian Retzer setzte seinen Schuss über das Tor, aber auch Waldemar Detterer konnte nicht verwandeln. Dann trat für Passau erneut Martin Piecha an und machte es diesmal besser. Erstmals die Führung für die Black Hawks. Daniel Möhle auf Fire-Seite zitterten die Nerven und Martin Cinibulk blieb Sieger in diesem Duell und sicherte den Sieg für Passau.

Gästetrainer Norbert Weber war nach dem Spiel sehr unzufrieden mit seiner Mannschaft: „Wenn du 4:0 beziehungsweise 5:3 führst und bringst das nicht nach Hause, dann ist das dumm. Es war für die Zuschauer sicher unterhaltsam, aber wenn man durch individuelle Fehler den Gegner wieder ins Spiel kommen lässt, dann ist das eigentlich nicht zu entschuldigen.“ Jukka Ollila hingegen war mit dem Ergebnis letztlich zufrieden wenngleich er die Leistung im ersten Drittel kritisierte: „Ich weiß nicht. Ein 0:2 im ersten Drittel kann passieren, aber was dann in der letzten Minute los war kann ich nicht erklären. Ab dem zweiten Drittel haben wir dann ganz ordentlich gespielt. Die Moral allein hätte aber nicht gereicht. Wir mussten auch die spielerische Antwort parat haben.“

Tore: 0:1 (6:16) Christian Retzer (Daniel Möhle), 0:2 (7:36) Simon Maier (Brett Wilson, Sandro Agricola/5-4), 0:3 (19:28) Daniel Möhle (Stefan Ortolf, Nils Hanfstingl), 0:4 (19:47) Nicolas Sochatsky (Brett Wilson), 1:4 (23:29) Thomas Vogl (Jakub Wiecki, Martin Rehthaler/5-3), 2:4 (24:02) Jakub Wiecki (Igor Bacek, Stephan Stiebinger/5-4), 3:4 (40:51) Stephan Stiebinger (Igor Bacek, Daniel Bucheli), 3:5 (50:05) Stefan Ortolf (Andreas Maier, Christian Retzer), 4:5 (51:46) Petr Gulda (Waldemar Detterer, Thomas Vogl), 5:5 (54:56) Daniel Bucheli (Martin Piecha, Jakub Wiecki), 6:5 (65:00) Martin Piecha (entscheidender Penalty).  Strafen:  Passau: 4, Deggendorf 18 +10 (Ortolf). Zuschauer: 1.486.


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