Bayreuth stürmt, der VER siegtSelber Wölfe

Bayreuth stürmt, der VER siegtBayreuth stürmt, der VER siegt
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Als „Werbung für das Eishockey“ hatte EHC-Trainer Sergej Waßmiller am Freitag bei der Pressekonferenz das erste Spiel der Play-off-Halbfinalserie zwischen den beiden oberfränkischen Rivalen bezeichnet. Was zum einen an den Spielern gelegen habe, die 60 Minuten mit hohem Tempo, Laufbereitschaft und großem Kampf agiert hätten. Zum anderen aber auch an der „unglaublichen Stimmung“ in Selb. Dem Selber Trainer Cory Holden hat neben den lautstarken VER-Fans am Freitag vor allem das Ergebnis gefallen. „Den großen Druck sind wir durch diesen Heimsieg nun etwas los.“ Seine Mannschaft hatte sich freilich sehr schwer getan, ehe das 4:3 unter Dach und Fach war. „Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht und damit Bayreuth zum Tore schießen eingeladen“, sagte Holden, der sich für das zweite Spiel der Best-of-Five-Serie, etwas mehr Konzentration seiner Schützlinge gewünscht hat.

Das Chancenplus lag zwar auch gestern Abend auf Seiten der Tigers, in Führung lagen nach 20 Minuten aber die Wölfe. Nach einer ersten guten Möglichkeit für EHC-Torjäger Geigenüller war es Mudryk, der die gut 600 Selber Anhänger bereits nach 126 Sekunden jubeln ließ. Der kleine Kanadier spazierte mühelos durch die Abwehr der Hausherren und vernaschte auch Torwart Sievers, der für den verletzten Bädermann zwischen den Pfosten stand. Bayreuth wirkte aber nicht geschockt. Im Gegenteil. Geigenmüller hatte nach fünf Minuten Pech mit einem Pfostenschuss, kurz darauf scheiterte Bartosch an VER-Torwart Suvelo, der zum großen Rückhalt seiner Mannschaft avancierte. Nach sieben Minuten hatten die Wölfe zwar einen Mann mehr auf dem Eis, doch die große Gelegenheit ergab sich nach einem Patzer von Ronny Schneider erneut für die Tigers. Geigenmüller brachte bei einem Konter und einer Bayreuther 2:1-Situation die Scheibe aber nicht unter Kontrolle.

Mächtig Betrieb vor dem Selber Tor war auch zwischen der zwölften und 14. Minute, als Moosberger auf der Strafbank Platz nehmen musste. Einmal mehr war es Suvelo, der sein Team mit viel Geschick und etwas Glück vor dem Ausgleich bewahrte. Die Selber mussten ab der 16. Minute zwei weitere Unterzahlsituationen überstehen, ehe kurz vor der ersten Pause Tim Schneider nach guter Vorarbeit des fleißigen Mudryk und nach langer Zeit wieder einmal EHC-Keeper Sievers prüfte.

Das zweite Drittel spielte sich überwiegend in einer Spielhälfte ab – in der des VER Selb. Die Wölfe kamen kaum zu Entlastungsangriffen und mussten in der Defensive Schwerstarbeit verrichten. In der 25. Minute tauchte Thielsch alleine vor Suvelo auf, brachte die Scheibe aber ebenso nicht am Selber Keeper vorbei wie Sekunden später Geigenmüller. Vorteile hatten die Gäste bis zu diesem Zeitpunkt nur auf den Rängen. Was sich auf dem Eis abspielte, konnte aus Selber nicht lange gutgehen. In der 27. Minute war es schließlich auch soweit. Eine unübersichtliche Situation vor dem VER-Kasten nutzte Zeilmann zum redlich verdienten Ausgleich. Der Treffer gab den Tigers noch mehr Auftrieb. Der VER stand weiter gehörig unter Druck - und kassierte ab der 30. Minute in regelmäßigen Abständen Strafzeiten.

Helle Aufregung in der 36. Minute. Torwart Suvelo legte den Puck für Thielsch auf, doch der einstige Selber Stürmer nahm das Geschenk nicht an. Auch zwei Minuten später hatten die Wölfe noch einmal richtig Glück, dass sich die Bayreuther im Abschluss um ihren Lohn für das druckvolles und laufintensives Spiel brachten. Die einzige Möglichkeit der Gäste in diesem Mittelabschnitt hatte Sekunden vor der zweiten Pause Fiedler, der aber in Torwart Sievers seinen Meister fand.

Im Schlussabschnitt mussten die Gäste erneut zwei Unterzahlspiele überstehen. Was gelang, da Suvelo wieder mit einer Riesentat gegen Bartosch aufwartete. Die Selber Fans versuchten vorbildlich, ihr fast pausenlos dezimiertes Team lautstark zu unterstützen. Wie aus heiterem Himmel fiel nach 45 Minuten dann die erneute Selber Führung. Einen kapitalen Fehlpass des Bayreuthers Sevo nahm Mudryk auf, lief alleine auf Sievers zu und schloss eiskalt ab. Aus diesem Holz sind Sieger geschnitzt, den die Tigers rannten zwar bis zur letzten Sekunde an, schafften es aber nicht, Suvelo noch einmal zu überwinden. Selbst, als Heilman in den letzten 45 Sekunden die Strafbank drückte und Bayreuth den Torwart für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, hielten die Wölfe ihren Kasten sauber. Bedanken dafür durften sie sich vor allem bei ihrem überragenden Schlussmann.

Am Dienstag (19.30 Uhr) in Selb können die Holden-Schützlinge nun bereits den Einzug in die Aufstiegsrunde zur DEL 2 klarmachen.

Tore: 0.1 (3.) Mudryk (Geisberger, Martell), 1:1 (27.) Zeilmann (Schadt, Holzmann), 1:2 (45.) Mudryk. Strafen: Bayreuth 8, Selb 24. Zuschauer: 3167.

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