Aufopferungsvoll kämpfende Eisbären unterliegen LandshutRegensburg verliert mit 2:4

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Im immer jungen Derby zwischen den Eisbären Regensburg und dem EV Landshut waren die Rollen im Vorfeld eigentlich klar verteilt. Während die Gäste derzeit in bestechender Form sind und an der Tabellenspitze stehen, wollen sich die Regensburger Platz sechs zurückerobern und in der kommenden Meisterrunde vielleicht sogar noch Boden auf die anderen Team gut machen. Das letzte Spiel der Hauptrunde versprach also Abwechslung und entsprechend konzentriert gingen beide Teams in der Anfangsphase zu Werke. Einen großen Anteil am Landshuter Lauf hat sicherlich Stürmer Viktor Lennartsson. Der 24-jährige Schwede wurde von den Lausitzer Füchsen aus der DEL2 ausgeliehen und nimmt die Rolle des verletzten David Wrigley ein. Inzwischen wurde der Vertrag mit dem Publikumsliebling sogar bis zum Saisonende verlängert. Bereits zwölf Treffer in elf Partien konnte Lennartsson erzielen und auch am Freitag war er beim 2:1-Erfolg der Landshuter gegen Rosenheim mit seinem Tor zum 1:0 maßgeblich am Erfolg beteiligt.

Wie so oft in den letzten Wochen schlug bei den Eisbären das Verletzungspech gnadenlos zu. Gerade in der Verteidigung war die Not groß, gesellte sich zu den Dauerverletzten Kevin Schmitt, Korbinian Schütz und Alexander Eckl, am Freitag auch noch Philipp Vogel. Somit konnten die Regensburger mit Sebastian Wolsch, Tomas Gulda und Sebastian Alt nur drei etatmäßige Verteidiger aufbieten und es war klar, dass dem Favoriten aus Landshut nur mit leidenschaftlichem Kampf Paroli geboten werden konnte.

Mit lediglich 14 Spielern liefen die Regensburger auf und mussten sich gerade in der Anfangsphase auch noch über Hauptschiedsrichter Daniel Kannengießer ärgern. Dieser schien es nicht gut mit den Eisbären zu meinen, denn nachdem er ein klares Foul an EVR-Verteidiger Tomas Gulda übersah, schickte er reihenweise Regensburger Akteure auf die Strafbank. Im Powerplay gelang Stefan Reiter dann das 1:0 für die Gäste (7.) und minutenlang wurde im Anschluss zwischen den Unparteiischen diskutiert, ob dem Schlittschuhtor eine aktive Bewegung von Reiter vorausging. Kannengießer gab letztlich den Treffer und nur Sekunden später kam der große Auftritt von Toptorjäger Arnoldas Bosas. Der Stürmer verlud bei seinem unnachahmlichen Antritt die komplette Landshuter Hintermannschaft und zimmerte den Puck zum Ausgleich in die Maschen (8.). Danach stand wieder der Schiedsrichter im Fokus, als Regensburgs Sebastian Alt von einem Schläger im Gesicht getroffen wurde. Auch hier blieb der Pfiff zum Unmut der Regensburger Anhänger aus. Die Partie wurde zunehmend hektischer und in der 17. Minute war es Billy Trew, der eine Unaufmerksamkeit in der Regensburger Abwehr zur neuerlichen Gästeführung nutzte.

Es blieb abzuwarten, wie lange die Kräfte der Regensburger reichen würden, um den ambitionierten Gästen die Stirn zu bieten. Den Mittelabschnitt mussten die Oberpfälzer dann gleich in Unterzahl beginnen, weil Peter Flache auf der Strafbank saß. Diese Situation überstanden die Eisbären zwar, aber als sie selbst erstmals in dieser Partie in Überzahl agieren durften, kassierten sie doch noch den Treffer zum 3:1. Routinier Peter Abstreiter schlich sich davon und hatte bei seinem Alleingang keine Mühe, EVR-Goalie Justin Schrörs zu überwinden (25.). In der Folge bemühten sich die Regensburger nach Kräften um den Anschluss, doch ein Treffer gelang ihnen im zweiten Drittel nicht.

Wer jetzt glaubte, dass die Gäste im Schlussabschnitt leichtes Spiel mit den Regensburgern haben würden, der sah sich getäuscht. Es folgten zwanzig Minuten, die sicherlich zu den besten gehören sollten, die das Regensburger Publikum im bisherigen Saisonverlauf von ihrer Mannschaft zu sehen bekam. So war es Lukas Heger, der die Eisbären nach feiner Einzelleistung zurück ins Spiel brachte und das 3:2 erzielte (43.). Dieses Tor schien die Hausherren zu beflügeln und fortan mobilisierten die Regensburger ihre letzten Reserven. Die Donau Arena wurde zum Hexenkessel und das Spiel stand auf des Messers Schneide. Die Gäste wurden förmlich im eigenen Drittel eingeschnürt und doch wollte der Puck nicht über die Linie. Landshuts Coach Axel Kammerer nahm eine Auszeit, um seine Reihen wieder zu ordnen, aber auch in den folgenden Minuten spielten nur noch die Hausherren. Als die Regensburger in der Schlussphase noch offensiver wurden, boten sich die Landshuter dann aber wieder einige Kontermöglichkeiten und tatsächlich gelang Christoph Fischhaber die Entscheidung. So stocherte er die Scheibe aus dem Gewühl heraus ins Tor und brachte damit die zahlreich angereisten Gästefans zum Jubeln (56.). Am Ende machte die Regensburger Leistung durchaus Hoffnung auf die Meisterrunde und die bevorstehenden Playoffs. Trotz der Niederlage konnten die Regensburger Akteure nach diesem rassigen Derby erhobenen Hauptes die Eisfläche verlassen, denn diese Leistung hätten ihnen angesichts der Personalsituation wohl nur die wenigsten Zuschauer zugetraut. Am Freitag müssen die Eisbären zum Start der Meisterrunde in Peiting antreten. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr.

Michael Pohl