Auf der Suche nach dem Oberliga-MeisterTilburg und Bayreuth stehen sich gegenüber

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Und nun steigt diese Finalrunde gegen den Vizemeister der Oberliga Nord, die Tilburg Trappers aus den Niederlanden. Auftakt in die Best-of-Five-Serie ist am Freitag um 20 Uhr im IJsportcentrum Stappegoor in der gut 200.000-Einwohnerstadt in der Provinz Nordbrabant gefolgt von Spiel 2 am Sonntag um 18 Uhr im Tigerkäfig.

Die Trappers haben als niederländischer Serienmeister (letzte zehn Spielzeiten neunmal im Finale mit vier Titeln) im Sommer 2015 den Antrag beim DEB gestellt, in die neue Oberliga Nord aufgenommen zu werden. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten spielte die mit 14 Nationalspielern im Kader gespickte, ehemalige Königsresidenz auch gleich eine gute Rolle. In den Play-offs setzte man sich bisher gegen die Hannover Scorpions (3:0 Siege) und gegen den EV Landshut (3:1) durch, bevor sie im Halbfinale von Peiting bis in Spiel fünf gezwungen wurden. Dort musste man dann auch noch bis in die Verlängerung, um den knappen 2:1-Erfolg in einer ganz engen Partie sicher zu stellen.

In den Endspielen stehen sich nun zwei Teams mit sehr unterschiedlicher Spielanlage gegenüber. Tilburg baut sehr auf  stabile Defensive und kassierte erst 20 Gegentore. 65 Tore der Tigers gegen „nur“ 46 von Tilburg bei gleicher Spielanzahl (12) zeigen ebenfalls die unterschiedliche Auslegung. Vor dem erfahrenen Torwart Ian Meierdres stechen die Verteidiger Bjorn Willemse und Jordy van Oorschot noch etwas heraus. Auffällig ist auch der robuste und körperbetonte Stil den fast 23 Strafminuten pro Play-off-Spiel gegenüber gerade einmal 7,5 der Tigers belegen. Immer über 2000 Zuschauer unterstützen zu Hause das Team des jungen tschechischen Trainers Bohuslav Subr. Nachdem er als Spieler in die Niederlande kam, zwangen ihn Verletzungen ins Traineramt zu wechseln und über holländische Nachwuchsnationalmannschaften ist dies sein erstes Herrenteam. Im Angriff sticht der in der Hauptrunde noch lange verletzte Topscorer Mitch Bruijsten heraus. Zusammen mit Diederick Hagemeijer und dem erst unter der Saison verpflichteten 25-jährigen kanadischen Center und Europa-Neuling Kyle Just bildet er auch die Paradelinie. Dahinter folgen unter anderem noch Danny Stempher und der auch in Bayreuth als Try-out-Kandidat bekannte Kyle DeCoste. Nach 34 Hauptrundentreffern kommt DeCoste in den K.o.-Spielen, ähnlich wie Vorrunden-Topscorer Ivy van den Heuvel aber bisher noch nicht wieder so zur Geltung.

Fast gleichstark sind beide Finalisten in den Special Teams, mit denen die Trappers fast 25 Prozent Powerplayquote und gut 88 Prozent Erfolg in Unterzahl erspielten, gegenüber fast 33 Prozent Powerplay und 85 Prozent Unterzahl bei den Oberfranken.

Tigers-Coach Sergej Waßmiller hat mit vielen Videos alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt, um den Gegner zu studieren. „Da waren aber sehr unterschiedliche Eindrücke dabei, wo Tilburg sogar zwischen extremen Forechecking mit Powerhockey und eher abwartendem Stil wechselte“, gibt er einen kleinen Einblick in seine Erkenntnisse. „Wir werden uns aber auf alles intensiv vorbereiten und die Jungs wollen ihre phantastische Saison noch mit dem Meistertitel krönen“, schickt er noch nach. Ein paar Tage Ruhe haben dem Team nach den extremen Wochen gut getan, allerdings sind viele Spieler angeschlagen und man muss abwarten, wer dann wie weit spielfähig ist. Verteidiger Mayer ist aber zumindest wieder im Training und kann eventuell am Wochenende auch schon wieder mitwirken.

Einen Schub können da vielleicht auch wieder die eigenen Fans bringen, denn der Vorverkauf zum Bayreuther Heimspiel läuft erneut sehr gut. Stadionöffnung ist auch bereits wieder um 16.30 Uhr mit den zuletzt schon gewohnten vier Eingängen. Auch auswärts werden die Tigers einige Unterstützung haben, denn in Bayreuth grassiert gerade das Eishockeyfieber. So stimmungsvoll wie in den letzten Partien erlebte man den Tigerkäfig noch nicht oft und die Fans standen wie eine Wand hinter ihrem Team.

Welche Euphorie diese Truppe in der Wagnerstadt ausgelöst hat, beweist die Tatsache, dass man zum ersten Finale sogar erstmalig in der Bayreuther Eishockeygeschichte ein Public Viewing vom Auswärtsspiel organisiert. Auf Initiative des Fanprojekts Fans für Fans findet im Herzogkeller zu Bayreuth ab 19 Uhr diese bisher einmalige Fanfete statt, bei der man den Livestream, den die Trappers immer anbieten, auf zwei Leinwänden nutzen will. Mehr Infos dazu gibt’s unter Facebook: Fans für Fans.


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