Alle jagen LandshutDie Oberliga Süd vor dem Start

Patrick Jarrett (EV Landshut) ist einer der Top-Spieler in der Oberliga Süd. (Foto: Imago)Patrick Jarrett (EV Landshut) ist einer der Top-Spieler in der Oberliga Süd. (Foto: Imago)
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Sportlich meldet Zweitliga-Zwangsabsteiger EV Landshut die Ambitionen auf den Wiederaufstieg an. Tatsächlich bringen die Niederbayern 13 Spieler des für die DEL2 vorgesehenen Kaders mit in die Oberliga Süd – darunter die Kanadier Patrick Jarrett und Cody Thornton. Dass gerade Jarrett bleibt, der in der DEL2 32 Tore und 42 Vorlagen verbuchte, verblüfft. So ganz günstig scheint der EVL-Kader für Oberliga-Verhältnisse also nicht zu sein. Das Problem: Erst vor wenigen Tagen wurden die „Ergänzungen“ zu dem (wie gesagt starken) Zweiliga-Restkader bekanntgegeben; zuvor musste der EVL noch die Testspiele gegen Nord-Favorit EV Duisburg (sehr zum Ärger der Füchse) absagen – aus Personalmangel. Wichtig für den Erfolg wird also sein, dass Landshut von Verletzungen verschont bleibt. Wichtig für den Verein allerdings wäre, dass der EVL erst einmal zur Ruhe kommt, ehe Dinge über das Knie gebrochen werden. Alles Gute gilt es weiterhin Trainer Toni Krinner zu wünschen, der an Krebs erkrankt ist und von Co-Trainer Ewald Steiger vertreten wird. Daher auch von Hockeyweb: Gute Besserung, Toni Krinner!

Es bleibt aber festzuhalten, dass es sportlich kein Selbstläufer für den EVL wird. Der EV Regensburg hat eine bärenstarke Saison hinter sich, scheiterte erst im Halbfinale in vier Spielen an Duisburg und wusste seine Fans zu begeistern. Einige schwerwiegende Abgänge gilt es zu verkraften. So hat Goalie Martin Cinibulk aufgehört – Thomas Ower kam dafür aus Iserlohn. Louke Oakley (Riessersee) und David Stieler (Bremerhaven) fanden ihren Weg in die DEL2 und wurden durch den Tschechen Nikola Gajovsky und den Amerikaner Jeff Smith ersetzt. Auch Billy Trew (Landshut) und Peter Flache (Kassel) sollen für offensive Durchschlagskraft sorgen.

An Aufsteiger Freiburg und Halbfinalist Regensburg scheiterten im Vorjahr der EHC Bayreuth und die Selber Wölfe. Beide Teams dürften auch in diesem Jahr wieder zur Spitze des Südens gehören. Die Tigers aus Bayreuth haben einen eingespielten Kader, bekamen mit Bruce Becker (Dresden) und dem jungen Stefan Reiter (Weißwasser, zuletzt bereits Förderlizenzspieler) zwei Spieler aus der DEL2 hinzu. Spannend dürfte die Entwicklung von Jan Pavlu sein, der mit Red Bull Salzburg in der russischen Juniorenliga MHL spielte. Die zweite Ausländerselle neben Ivan Kolozvary nimmt der erste 19-jährige Russe Fyodor Kolupaylo ein. Die Selber Wölfe sind ebenfalls eingespielt. Der auffälligste Neuzugang ist Lanny Gare, der in Deutschland schon für Weißwasser, Crimmitschau, Bad Nauheim und Frankfurt gespielt hat, aber auch schon 37 Lenze zählt. Das Durchschnittsalter des VER liegt bei 28 Jahren.

Die Tölzer Löwen, mit Trainer Axel Kammerer, waren 2012 noch Deutscher Oberliga-Meister und sollten 2015/16 nicht aus den Augen gelassen werden. Im Tor steht nun Markus Janka, der aus Schwenningen kam. Auch die Rückkehr von Stürmer Johannes Sedlymayr freute den Traditionsverein. Kanadier Jereme Tendler kam aus Coventry, der Slowake Lubos Velebny ist geblieben – und weil der Tscheche Marek Curilla ebenfalls zum Team ist, wird immer ein Ausländer sitzen müssen. Tendler könnte derjenige sein, den es trifft.

Dass die Saison spannend wird, zeigt der Umstand, dass der EC Peiting mit Heimrecht ins Achtelfinale gehen will. Dass der ECP die Pre-Play-offs vermeiden kann, erscheint auf jeden Fall realistisch, denn auch hier wurde Wert auf gezielte Verstärkungen gelegt. Neu sind unter anderem der amerikanische Verteidiger Brad Miller (Sonthofen) und der kanadische Stürmer Justin Taylor (Mörrum, Schweden). Zudem kam der Deutsch-Kanadier Ty Morris, der für München auch schon in der DEL gespielt hat.

Der Deggendorfer SC konnte sich die Dienste von Verteidiger Andreas Gawlik (Landshut) sichern. Ein echtes Pfund. Neu besetzt wurden auch die Kontingentstellen: mit dem Slowaken Jaroslav Koma (Chomutov) und dem Tschechen Radek Hubacek (Bracknell). Auch der DSC will mit Trainer Jiri Otoupalik weit nach vorne.

Beim EHC Klostersee würde sich keiner Beschweren, wenn der Amerikaner Cole Gunner seinem Namen gemäß durchladen würde. Passenderweise hat er auch noch für die Air Force Academy in der NCAA gespielt. Feuer frei für Namens- und Wortspiele aller Art. Mit Anthony Ast kam zudem ein Deutsch-Kanadier von den Medicine Hat Tigers aus der Western Hockey League.

Der 1. EV Weiden will sich ebenfalls steigern. Neu sind die Slowaken Roman Jurak und Lubomir Vaskovic – weiter Verstärkungen im Team heben das Niveau der Blue Devils ebenso an, die nicht wieder so weit unten reinrutschen wollen, zum Liga-Auftakt aber auf Jabub Wiecki (neu aus Freiburg) verzichten müssen.

Für die zweite Oberliga-Saison nach dem Aufstieg hat der ERC Sonthofen seinen Kader stark umgebaut. Im Tor macht erneut Nationaltorhüterin Jennifer Harß die Schotten dicht; zudem kam Korbinian Sertl aus Riessersee. Gleich fünf Neue kamen vom starken Bayernligisten ECDC Memmingen, darunter der Kanadier Jordan Baker. Sein Landsmann Craig Voakes kommt aus Weiden.

Und wie gut hält der bisherige Ost-Oberligist EHV Schönheide im Süden mit? Gute Frage! Klar, dass mindestens Platz zehn das Ziel ist. Die Wölfe kooperieren mit den Eispiraten Crimmitschau, tauschen also Förderlizenzspieler aus. Die Ausländerpositionen nehmen die Tschechen Miroslav Henka und Petr Kukla ein – wie bisher. Der Südtiroler Martin Wenter (zuletzt Nordhorn) hofft auf einen deutschen Pass.

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