Starke Leistung der Wizards wird nicht belohnt

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Am Ende gab's jede Menge Komplimente vom Gegner, aber keine Punkte: auch nach dem dritten Spieltag der Oberliga Südwest wartet der Aufsteiger Stuttgart Wizards weiter auf seinen ersten Dreier. Am Freitag Abend im Derby beim EV Ravensburg über 50 Minuten ein ebenbürtiger Gegner, lagen die Wizards sogar 3:2 in Front. Dennoch zogen sie den Kürzeren und mussten sich den Oberschwaben 3:5 (1:0, 0:2, 2:3) geschlagen geben. Nicht seinen besten Tag hatte Hauptschiedsrichter Friesenegger aus Kempten, der kurz vor Schluss einem regulären Treffer der Stuttgarter die Anerkennung versagte und so dem Spiel eine unglückliche Wende gab. Dabei lief für die Stuttgarter im Freiluftstadion am Ravensburger St.-Christina-Hang zunächst alles nach Plan. Engagiert im Zweikampf und stark in der Defensive ließen sie den haushohen Favoriten EV Ravensburg nicht ins Spiel kommen. Nach gut zehn Minuten hatten die "Zauberer" ihr Visier richtig eingestellt und erspielten sich - vor allem dank der ersten Angriffsreihe mit Mike Hofstrand, John Sicinski und Georg Hessel - etliche gute Torchancen. In der 15. Minute erzielte Mike Hofstrand die verdiente Führung für Stuttgart. Auch im zweiten Drittel sahen die 1400 Zuschauer ein unterhaltsames, rasantes Derby. Die Wizards spielten weiter munter mit und hätten die Führung noch höher schrauben können, trafen aber selbst das leere Tor nicht. Nach einer halben Stunde kam Ravensburg besser ins Spiel und durch einen Doppelschlag zurück ins Match: Christof Hehle und Peter Kraus machten in der 32. Minute innerhalb von 15 Sekunden aus dem Rückstand eine Führung für die Gastgeber. Die Wizards ließen sich davon aber nicht beeindrucken, standen weiter gut in der Abwehr und antworteten im Schlussabschnitt auf ihre Art. Nach 42:20 Minuten besorgte John Sicinski den Stuttgarter Ausgleich. Die Gäste aus der Landeshauptstadt waren nun am Drücker und hatten gleich reihenweise gute Möglichkeiten, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Diese wurden jedoch nicht genutzt, und erst in der 50. Minute gelang Georg Hessel mit einem sehenswerten Lupfer über den sichtlich verwunderten Ravensburger Goalie Waldemar Quapp die erneute Wizards-Führung. Die letzten zehn Minuten entwickelten sich zu einem dramatischen Schlussakt. Nur 84 Sekunden nach Hessels Führungstreffer nutzten die Ravensburger eine Unachtsamkeit in der Stuttgarter Hintermannschaft geschickt aus und erzielten durch Martin Valenti den neuerlichen Ausgleich. Der schien die Gastgeber offensichtlich zu beflügeln, die nun einen Gang hochschalteten. Die Wizards hielten jedoch weiter konsequent dagegen. Dennoch mussten sie noch ein Tor hinnehmen: Dominic Fafard erzielte im Powerplay das 4:3 für Ravensburg. Jetzt wurde es turbulent: Die Wizards wollten sich mit der drohenden Niederlage nicht abfinden, kämpften um jeden Zentimeter Eis und drängten auf den Ausgleich. Der gelang ihnen in der 57. Minute auch, doch zum Entsetzen der rund 100 mitgereisten Stuttgarter Fans versagte Hauptschiedsrichter Friesenegger dem Treffer die Anerkennung. Der Unparteiische hatte entschieden, dass John Sicinski die Scheibe erst ins Tor beförderte, nachdem sie Ravensburg Schlussmann Waldemar Quapp sicher gehabt hatte. Von diesem Schock erholten sich die Wizards nicht mehr. Zwar setzte Trainer Wilbert Duszenko in der Schlussphase alles auf eine Karte und beorderte Goalie Tyrone Garner zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch der nochmalige Ausgleich gelang nicht mehr. Statt dessen besiegelte Ravensburgs Todd Wetzel mit einem Empty-Net-Goal die unglückliche Niederlage der Wizards. Tore: 0:1 (14:50) Mike Hofstrand (John Sicinski, Georg Hessel), 1:1 (31:05) Christof Hehle (Tobias Zappe), 2:1 (31:20) Peter Kraus (Todd Wetzel, Dominic Fafard), 2:2 (42:20) John Sicinski (Mike Hofstrand, Jeff White), 2:3 (49:49) Georg Hessel (John Sicinski, Christian Seeberger), 4:3 (53:47) Dominic Fafard (Todd Wetzel) 5-4, 5:3 (59:41) Todd Wetzel (ENG) Strafminuten: Ravensburg 16, Stuttgart 20 Zuschauer: 1400.