Starbulls stoppen Berliner Serie

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Mit 4:1 gewannen die Starbulls Rosenheim am Freitagabend vor 2562 Zuschauern gegen den Berliner SC Preussen.

Obwohl es sportlich nur einen klaren Sieger gab, feierten die etwa 250 mitgereisten Preussen-Fans mit den Rosenheimer Anhängern ein Eishockeyfest. Eine Freundschaft zwischen den beiden Fangruppen besteht bekanntlich seit vielen Jahren und diese Verbindung wurde nach langer Zeit endlich wieder aufgefrischt. Schade nur, dass kurz vor Spielende ein paar Unverbesserliche im Berliner Block den Frieden störten und durch Rauchbomben auf sich aufmerksam machen mussten.

Auf dem Eis sah es zu Beginn nicht unbedingt nach einer großen Überraschung aus. Denn in der dritten Minute nutzten die seit 30 Partien ungeschlagenen Berliner die erste Powerplaygelegenheit, als Scott Matzka die Vorlage von Yvon Corriveau verwertete. Die aggressiv, aber keinesfalls unfair agierenden Gäste brachten sich kurz darauf durch dumme Strafzeiten selbst aus dem Konzept und so marschierten innerhalb von 140 Sekunden Matzka, Dennis Meyer, Corriveau und Joel Irwin für jeweils zwei Minuten auf die Strafbank. Kapitän Marco Rentzsch kassierte in der sechsten Minute eine zehnminütige Disziplinarstrafe, attackierte daraufhin einen Linienrichter und wurde mit einer zweiten Disziplinarstrafe vorzeitig zum Duschen geschickt. Der gute und konsequente Schiedsrichter Deibler hätte hier auch auf Matchstrafe entscheiden können. Die Starbulls erspielten sich während dieser langen numerischen Überlegenheit einige Chancen und schafften in der achten Minute schließlich den Ausgleich. Über Andi Schneider und Jeremy Stasiuk kam der Puck zu Dave Struch, der nur noch ins verlassene BSC-Gehäuse einschieben musste, da der im ersten Drittel vorzüglich haltende Keeper Marko Suvelo bereits geschlagen war.

Die erste Hälfte des Mittelabschnitts verlief ziemlich zerfahren, wobei sich die Berliner ein kleines Übergewicht erkämpften und durch Kai Ahlroth (27.), Meyer (29.) und Torsten Kunz (31.) gute Einschusschancen hatten. Doch danach drehte sich das Blatt und in Minute 34 bestraften die Hausherren den ersten kleine "Wackler" von Suvelo. Michael Rohner zog aus vollem Lauf ab, Christoph Koziol und Hilger hatten daraufhin ihre Schläger im Spiel und Patrick Senger knallte die Scheibe aus dem Slot in die Maschen. Kurz darauf wanderten Andreas Felsch, Martin Lapointe, Matzka für zehn Minuten und Markus Witting in die Kühlbox. Die Grün-Weißen ließen sich - wie schon im ersten Drittel - nicht lange bitten und erhöhten in der 37. Minute in Überzahl auf 3:1: Nachdem kurz zuvor beim Versuch von Schneider der Puck der Torlinie entlang trudelte, klappte es wenige Sekunden später besser. Hier fälschte Struch einen "Hammer" von Andi Paderhuber ab. In der 39. Minute sorgte dann Paderhuber selbst für die Vorentscheidung, als sein Schlagschuss den Weg ins Ziel fand.

Berlins Torhüter war wohl nach dem zweiten Drittel so entnervt, dass er lieber in der Kabine blieb und seinem Vertreter Tobias John Platz machte. Aber sowohl John als auch Starbulls-Goalie Olli Häusler bekamen in den letzten 20 Minuten nicht mehr viel Arbeit. Die Rosenheimer verwalteten ihren Vorsprung souverän und brachten den Preussen nach 30 Matches wieder einmal eine Niederlage bei. Doch nicht jeder Berliner konnte damit umgehen, denn ein Mannschaftsmitglied ging nach Spielende über das Eis, machte den "Blindenstock" und hielt sich dabei die Augen zu. Anschließend warf er dem Hauptschiedsrichter einen Geldschein vor die Füße.

Trainerstimmen:

Andreas Brockmann (Berliner SC): Ich habe meiner Mannschaft in der ersten Pause gesagt, dass wir das Drittel vergessen. Wir haben dann die ersten zehn Minuten stark angefangen, doch Rosenheims Torhüter hat stark gehalten, wobei er auch viel Glück hatte. Durch ein billiges Gegentor kamen wir dann auf die Verliererstrasse. Ich bin nach acht Jahren zum ersten Mal wieder in Rosenheim. Ich war immer gerne hier, am liebsten hätte ich selbst mitgespielt. Die Schiedsrichterleistung war eine Lachnummer. Im ersten Drittel pfiff er alles, die ersten zehn Minuten im zweiten Drittel nichts, dann wieder alles.

Ron Chyzowski (SBR): Es war sicherlich der beste Gegner in dieser Liga, der nicht umsonst 30 Spiele hintereinander gewonnen hatte. Es hat selbst mir im letzten Drittel Spaß gemacht zuzuschauen und ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die heute auch sehr viel Spaß hatte zu spielen. Zu Yvon Corriveau möchte ich sagen, dass er hart, aber keinesfalls schmutziges Eishockey spielt.

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