Starbulls melden sich eindrucksvoll zurück

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Die Starbulls Rosenheim gewannen am Freitagabend vor 2130 Zuschauern gegen den EHC Klostersee mit 7:3.

Einen Einstand nach Maß feierte der neue Starbulls-Trainer Franz Steer im Heimspiel gegen Grafing. Dabei sah es nach dem ersten Drittel noch nicht danach aus, denn die Gastgeber lagen mit 1:2 hinten. Doch ab dem zweiten Drittel sahen die Fans im Kathrein-Stadion eine wie ausgewechselt agierende Rosenheimer Mannschaft – Zug zum Tor, starkes Powerplay und unglaublicher Teamgeist, der sich besonders nach erzielten Treffern zeigte, als die erfolgreiche Reihe auch zu Keeper Robert Haase fuhr, um sich gegenseitig abzuklopfen.

Das Match begann denkbar schlecht für die Starbulls, kassierten sie doch in der fünften Minute durch Braydon Cox das 0:1. In der zwölften Minute kamen die Gäste in Überzahl durch Darren McMillan zum 2:0 und die Fans in Grün-Weiß fürchteten schon wieder das selbe Ritual wie in den letzten Wochen. Hoffnung keimte auf, als Janne Kujala eine numerische Überlegenheit in der 18. Minute zum Anschlusstreffer nutzte.

Wie die Marschroute der Hausherren nach Wiederbeginn aussehen sollte, zeigte Kujala nach 15 Sekunden, als er mit einem Gewaltschuss EHC-Torhüter Florian Hochhäuser prüfte. In der 24. Minute vollendete Stephan Stiebinger einen Angriff über Anton Bernard und Stephan Gottwald zum 2:2, Gottwald nutzte einen schweren Patzer von Hochhäuser (bediente den Rosenheimer Stürmer weit vor dem Kasten höchstpersönlich) und musste nur noch ins leere Tor einschieben. Danach verließ Hochhäuser sein Gehäuse und machte Platz für Patrick Ashton. Obwohl Klostersee nur 24 Sekunden später durch Vaclav Ruprecht ausgleichen konnte, kamen die Grafinger nicht mehr ins Spiel. In der Folge flogen Ashton die Pucks förmlich um die Ohren, die Starbulls schossen aus allen Lagen und trafen in der 32. Minute durch Andi Schneider zum 4:3. 20 Sekunden später kassierte Oliver Wälde zwei Strafminuten und die Starbulls zogen ein Powerplay auf, das man in Rosenheim schon lange Zeit nicht mehr sah. Dabei übten sie das Überzahlspiel nur auf dem Papier, wie Franz Steer nach der Partie erklärte. „Ich habe an meine drei Reihen drei Tafeln verteilt und gesagt, sie sollen sich zusammensetzen und darüber reden, wie sie das Powerplay am besten spielen wollen.“ Dass Überzahlspiel doch so einfach sein kann, bewiesen seine Schützlinge schließlich in der 36. Minute (da saß Ruprecht in der „Kühlbox“), als Mondi Hilger einen Pass von Kujala zum 5:3 verwertete.

Wie in einem Wellenbad (der Gefühle) mussten sich die Grün-Weißen im letzten Drittel vorgekommen sein. Nach einem Foul von Johannes Wieser krachte Stiebinger in die Bande und musste mit der Trage vom Eis gebracht werden. Wieser marschierte mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine, Rosenheim spielte fünf Minuten Überzahl. Und gleich nach 35 Sekunden schlug es zum sechsten Mal im Grafinger Kasten ein: Hilger traf, die Assists steuerten Ryan Smith und Michael Rohner bei. Kurz darauf musste Kujala verletzt in die Kabine, der EHC kassierte in der 46. Minute eine weitere Strafzeit, die Starbulls spielten 5 gegen 3. Mit dabei in diesem Powerplay war Simon Wenzel, der die Position von Stiebinger einnahm und sich mit einem Treffer glänzend einführte – 7:3! In der Schlussphase setzte Steer auch die zunächst auf der Bank sitzenden Maxi Peters, Martin Brunner, Robert Schopf und Philipp Quinlan ein.

Stimmen zum Spiel:

John Samanski (EHC Klostersee): Ich bin überhaupt nicht glücklich. Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben. Im ersten Drittel begannen wir sehr gut und haben Rosenheim zwei Minuten vor der Pause aufgebaut. Im zweiten Drittel haben wir mit einem leichtsinnigen Gegentor Rosenheim weiter aufgebaut, das Geschenk von Hochhäuser war fast der Genickbrecher. Das Überzahl der Rosenheimer war sehr gut, im dritten Drittel waren wir aufgrund der undisziplinierten Spielweise selbst Schuld.

Franz Steer (SBR-Trainer): Ich habe nie geglaubt, dass ich in Rosenheim hier mal als Trainer stehen kann und ich freue mich, dass ich die Chance bekomme. Am 29.Januar habe ich in Erding nach 15 Jahren die Kündigung erhalten, weil man dort eine neue Abteilungsleitung gewählt wird. Nachdem ich schon mal mit Mondi Hilger telefoniert habe, gab es am Montag ein Telefonat mit Rosenheim und wir haben uns am Dienstag um 8 Uhr getroffen und zwei Stunden miteinander gesprochen. Ich bin hierher gekommen und habe eine perfekte Organisation vorgefunden. Ich weiß, dass Rosenheim im Umfeld ein Haifischbecken ist, also habe ich mir gesagt ‚dann geh ich eben ins Haifischbecken. Meine Tochter hat mir die Mannschaft aus dem Internet ausgedruckt und ich habe mir bei eineinhalbstündiger Zugfahrt versucht, die Spieler einzuprägen. Mit dem Spiel bin ich zufrieden, die Jungs haben das umgesetzt, was wir besprochen haben.

Richard Diebald (Vorstand der Starbulls): Die Verpflichtung von Franz Steer war eine spontane Entscheidung. Der Mondi hat mich beim Skifahren erwischt und mir gesagt, dass der Erdinger Trainer die Saison beendet hat und wir mit ihm reden müssen. Ich habe Herrn Steer am Montag angerufen. Da ich um 10 Uhr am Dienstag einen wichtigen Termin hatte, habe ich ihn gefragt, ob er um 8 Uhr in Rosenheim sein kann und er sagte zu meiner Überraschung zu, da ich dachte, dass Eishockeytrainer um diese Zeit noch nicht wach sind. Er kam dann um 8.01 Uhr und hat sich für die Minute Verspätung entschuldigt. Für mich war nach 15 Minuten klar, dass er unser Mann ist. Er lebt Eishockey, hat erzählt, was er in Erding so getrieben hat. Er trainierte dort vier Mannschaften, hat teilweise in der Kabine geschlafen, um am nächsten Morgen mit den jungen Spielern zu trainieren. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, dass er uns hilft eine neue Mannschaft zusammenzustellen. Was den sportlichen Leiter Mondi Hilger für die nächste Saison betrifft, möchte ich klar stellen, dass er nicht als Hauptamtlicher, sondern als Berater den Verein unterstützt. Hauptamtlich hat er schließlich einen Betrieb zu führen, es ist also nicht zu erwarten, dass er einen Platz in der Geschäftsstelle einnimmt und als Manager hier arbeitet.

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