Sieg im vorentscheidenden Spiel

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Hut ab vor der Moral der Roten Teufel: Mit 4:3 (1:2, 1:0, 2:1) gewann der EC Bad Nauheim das möglicherweise vorentscheidende Spiel um das Play-off-Heimrecht bei den Starbulls Rosenheim. Den Siegtreffer markierte 85 Sekunden vor dem Schlusspfiff Jan Barta, der ganz Eishockey-Nauheim nach der Niederlage vom Freitag über den vierten Platz bei zwei Punkten Vorsprung jubeln lässt.

Nach der Suspendierung von Kevin Richardson rückte Jan Barta neben Lanny Gare und Tobias Schwab, während Manuel Weibler mit Kyle Piwowarczyk und Matthias Baldys stürmte. In der Defensive ersetzte Marc Kohl den gesperrten Kapitän Alexander Baum, so dass trotz der Ausfälle von Dennis Cardona und Mario Willkom (beruflich verhindert) drei komplette Blöcke an den Start gingen. Nach einem kurzen Abtasten kassierte Kohl in der 3.Minute eine Strafzeit wegen Beinstellens, Rosenheims Stanley nutzte dies mit einem Solo aus der neutralen Zone heraus zum 1:0 für die Bayern, als der Kanadier fast ohne Gegenwehr einschießen konnte. Rosenheim blieb am Drücker, auch wenn Barta in der 4.Minute über die Scheibe schlagend den Ausgleich vor dem leeren Tor auf der Kelle hatte. Besser machten es da die Hausherren, die durch Ackermann in der 7.Minute auf 2:0 in Front gingen. Es war sogar das 3:0 in der 11.Minute möglich, doch Paderhuber traf nur den Pfosten. Mit zunehmender Spieldauer fingen sich die Hessen, die in der Folgezeit immer stärker wurden. Zunächst zielte Glusanok nur Zentimeter am Tor vorbei (16.), dann musste Dalpiaz einen Gare-Schuss in der 17.Minute in Überzahl von der Linie kratzen. Piwowarczyk traf in der 18.Minute nur die Latte, Sekunden später war dann aber endlich das Hartgummi durch Weibler zum völlig verdienten 2:1-Anschlusstreffer im Netz.

Im Mittelabschnitt suchten beide Parteien in diesem womöglich vorentscheidenden Spiel um das Playoff-Heimrecht den Torerfolg. Die Hessen hatten dabei durch Eade in der 27.Minute die Riesenchance im Powerplay, doch sein Schuss ging knapp am Gehäuse vorbei. Das Spielgeschehen war nun wesentlich ausgeglichener als noch in der Anfangsphase der Partie. Ein weiteres Powerplay für die Gäste, als Marsall wegen Stockschlags draußen saß, nutzte Tobias Schwab nach einem feinen Pass von Chris Eade zum - von den 50 mitgereisten EC-Fans viel umjubelten - 2:2-Ausgleich in der 30.Minute. Nun waren beide Teams hellwach und wollten unbedingt den nächsten Treffer markieren. Angesichts der Bedeutung dieser Partie überraschten beide Seiten mit bedingungslos offensivem Spiel, das sowohl den Gästen durch Gare (32.) wie auch den Starbulls durch Newhook (35.) einen weiteren Pfostentreffer brachte. Dramatik pur war also angesagt in diesem spannenden Match, in dem jeder zeigte, dass man den vierten Platz erreichen will. Beide Goalies bekamen einiges zu tun, doch Claus Dalpiaz wie auch Markus Keller im Tor der Hessen zeigten Top-Leistungen und fischten alles weg, was auf ihr Gehäuse kam.

Somit ging es vor exakt 1.557 Zuschauern also mit einem Unentschieden in den letzten Abschnitt, der es ob der spannenden Ausgangssituation noch einmal so richtig in sich haben sollte. In der 44.Minute zog Tobias Schwab nach einem Scheibenverlust der Starbulls ab, doch Dalpiaz war mit der Fanghand zur Stelle und entschäfte somit die bis dato größte Chance des Schlussdrittels. Das Spielgeschehen wog hin und her, so dass sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr der Eindruck erweckte, dass der nächste Treffer möglicherweise die Entscheidung bringen würde. Die Kurstädter hatten nun sogar leichte Vorteile, es fehlte allerdings das Tor, was absolut im Bereich des Möglichen war. In der 52.Minute wurden die Bemühungen endlich belohnt, wenn auch das 3:2 für die Hessen durch Matthias Baldys etwas glücklich fiel, als der EC-Stürmer den Schlittschuh des Rosenheimers Bergmann traf, von wo aus das Hartgummi über die Linie rutschte. Dies sollte den Hessen aber egal sein, ging es in diesem Match nur um den Sieg und somit um den vierten Platz. Rosenheim antwortete aber und gab sich noch lange nicht auf: als Christian Franz für zwei Minuten wegen Behinderung auf der Strafbank saß, nutzte Paderhuber in der 56.Minute das Powerplay zum 3:3-Ausgleich. Doch die Gäste konterten ihrerseits und zeigten somit enormen Siegeswillen und mentale Stärke: 85 Sekunden vor dem Ende verwertete Jan Barta eine Vorlage von Lanny Gare nach einem Konter zum 4:3 für die Gäste, die in den Schlusssekunden noch einmal eine Strafzeit gegen Christian Franz hinnehmen mussten. Doch die Kurstädter brachten das Ergebnis über die Zeit und fahren somit drei wichtige Punkte ein, die den Hessen somit zunächst einmal den vierten Platz einbringen. Nun heißt es im Heimspiel gegen Passau am kommenden Freitag nachzulegen, um somit im Auswärtsspiel am Sonntag in Herne möglicherweise nur noch einen Zähler benötigen zu müssen, um das Heimrecht endgültig klar zu machen. „Wir haben nach dem Spiel gegen Füssen zusammen gesessen und das Match besprochen. Wir wollten heute unbedingt gewinnen und haben auch nach dem 0:2 nicht den Faden verloren. Jan Barta hat seine Chance nach der Suspendierung von Kevin Richardson genutzt, und es freut mich, dass er das Siegtor geschossen hat“, sagte EC-Coach Fred Carroll nach der Partie. „Wir haben bis zum 2:0 gut gespielt, das Eigentor im letzten Drittel hat uns aber das Genick gebrochen. Es war ein ausgeglichenes Spiel, Bad Nauheim hat den Vorteil durch das Eigentor letztendlich genutzt“, urteilte SBR-Coach Franz Steer über dieses spannungsgeladene Match.

Tore: 1:0 (2:42) Stanley (5-4), 2:0 (6:49) Ackermann (Stephens), 2:1 (17:28) Weibler (Baldys/5-4), 2:2 (29:30) Schwab (Eade, Piwowarczyk/5-4), 2:3 (51:23) Baldys, 3:3 (55:38) Paderhuber (Stephens, Newhook/5-4), 3:4 (58:35) Barta (Eade, Gare). Strafen: Rosenheim 8 + 10 (Stanley), Bad Nauheim 10. Zuschauer: 1557.


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