Schwächephase hält an - München unterliegt Klostersee

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Es mutet wie eine Art Wetteifern an. Wie oft kann man in der Oberliga Süd als Tabellenführer verlieren, ohne dass dies die Spitzenposition kosten würde. Scheinbar ist in dieser Hinsicht Einiges möglich. Der EHC München ergatterte aus den letzten drei Punktspielen gerade mal einen Zähler, steht aber nach wie vor mehr oder weniger souverän auf Platz eins. Allerdings liegen die Mannschaften in der Spitzengruppe inzwischen sehr dicht beieinander. Gerade fünf Punkte trennen den EHC vom Tabellensechsten aus Peiting. Ungeachtet dessen war die 1:2 (0:1,1:1,0:0) Heimpleite freilich keineswegs eingeplant. Eine vorwiegend desolate Vorstellung sorgte für einen unstimmigen Nachhauseweg der Mehrzahl der 1379 Zuschauer. Die gut 200 Schlachtenbummler aus dem Ebersberger Umland konnten sich indes an einem überraschenden, nichtsdestotrotz verdienten Dreier erfreuen.

Beide Trainer waren gezwungen, das Fehlen mehrerer Stammkräfte zu kompensieren. Beim EHC waren es die verletzten Attenberger, Kink, Wedl und Torhüter Vollmer, sowie der aufgrund dreier zehnminütiger Verbannungen gesperrte Mike Burman, die nicht mitwirken konnten. Ludwig Kopecky musste hingegen auf Eric Ortlip, Faradi, Köll, Jaax und Bastian Kammerloher verzichten. Der aus Dresden heimgekehrte Thomas Mittermeier war noch nicht spielberechtigt. Auf Münchner Seite stand in dieser Spielzeit der fünfte Torhüter auf dem Spielberichtsbogen. Vollmer und Kühnhackl verletzt, Karg unabkömmlich. Die Folge: Dennis Hipke erneut die Nummer eins, aber mit prominentem Back-Up. Im Falle eines Ausfalls von Hipke hätte Manager Christian Winkler seine alternden Knochen hinhalten müssen. Vorbildlich freilich, dass Winkler - selbst jahrelang in Garmisch und Peiting zuverlässiger Scheibenfänger - sich zu dieser Maßnahme bereit erklärte.

Die Partie selbst war indes kaum dazu angetan, aus dem Trott der besinnlichen Zeit zu finden. Einen Sahnetag erwischten die Hausherren weiß Gott nicht. In der Defensive merkte man das Fehlen der erfahrenen Kräfte Burman und Wedl, dem Angriff fehlte an diesem Abend die Durchschlagskraft. Dazu fiel es dem aufmüpfigen Gegner gar nicht ein, sich im eigenen Drittel zu verbarrikadieren. Der EHCK spielte forsch mit und unterstrich sein momentanes Formhoch. Beim Führungstreffer durch Torjäger Zajonc ließ Manuel Hiemer sich schülerhaft vernaschen, Hipke war ohne Chance. Allerdings zeigte der zuletzt oftmals kritisierte Dennis Hipke heute eine ansprechende Leistung, verbuchte so manchen Save. Bei den Münchnern hatte einzig Neuzugang Chris Gustafson gute Szenen. Er fackelt nicht lange, wenn sich die Möglichkeit zum Abschluss bietet, hatte zudem Pech mit einem Pfostentreffer. Die Roten ihrerseits hätten bereits durch Danny Beauregard - der knapp vorbeizielte - höher führen können.

Ein spielerisches Highlight war sicherlich der zweite Gästetreffer. Peter Zajonc nutze den Freiraum, dem Hiemer ihm gewährte, spielte die Scheibe per Rückhand durch die eigenen Beine und fand den lauernden Jiri Beranek, welcher umgehend vollstreckte. Nun ist es ja keineswegs einfach gegen eine mit schnellen Konterstürmern ausgestattete Mannschaft, wie es der EHC Klostersee nunmal ist, einem zwei Tore Rückstand nachzulaufen. Da war es schon von Vorteil, dass alsbald der Anschlusstreffer fiel. Beppi Eckmair legte sich ein hohes Zuspiel von Newhook mit der Hand vor und überwand Florian Hochhäuser durch dessen Schoner. Robin Riemel hätte wenig später in einer Kontersituation den Ausgleich herstellen können. Diesmal war Hochhäuser glänzend postiert. In den letzten zwanzig Minuten versuchten die Münchner zwar noch einmal alles, behinderten sich jedoch mit unnötigen Strafen immer wieder selbst. Vor allem Beppi Eckmair dürfte sich mit drei Hinausstellungen den Zorn seines Trainers zugezogen haben. Kurioserweise tat sich gerade bei doppelter Unterzahl die beste Möglichkeit zum Ausgleich auf. Schneider sowie der leistungsmäßig verbesserte Brearley saßen draußen und sahen mit an, wie sich Tim Leahy eine große Breakchance auftat. Der Gleichstand war nur noch mit einem Foul in letzter Instanz zu verhindern, worauf der Unparteiische mit den klangvollen Namen Levente Györgycze richtigerweise auf Penalty entschied. Tim Leahy selbst wollte es richten, aber leider auch zu schön machen. Die Scheibe rutschte dem US-Boy vom Schläger, Chance vertan ! In der Schlussphase zeigte Florian Hochhäuser noch einige Male sein zweifellos vorhandenes Können, doch letztendlich war es zu wenig, was die Truppe von Schorsch Kink ablieferte. Selbiger meinte, es wäre für keine Mannschaft einfach, fünf Stammkräfte zu ersetzen. Dem Gast aus Grafing gelang es ganz offensichtlich.

Am Rande: Gerüchte besagen, dass sich Daniel Schury zum Jahreswechsel dem aufstiegsambitionierten Bayernligisten EV Landsberg anschließen werde. Kennt man das gespannte Verhältnis des Stürmers zu seinem Trainer, erscheint der Wechsel nicht abwegig. Vollzug kann hier allerdings noch nicht gemeldet werden. (orab)

Tore:
0:1 (03:46) Zajonc (Beauregard, Ruprecht), 0:2 (26:20) Beranek (Beauregard, Zajonc), 1:2 (29:33) Eckmair (Newhook, Brearley)

Strafen: München 20 - Klostersee 12
Schiedsrichter: Györgycze (Troisdorf) - Kurz, Walter
Zuschauer: 1379

Spieler des Spiels: Danny Beauregard

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