Schwacher Vollmer, starker Zajonc - München erleidet Schiffbruch

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Wenn der EHC München in fremde Stadien kommt, sind die gegnerischen Spieler meist bis in die Haarspitzen motiviert. Allein der Gedanke, dem Tabellenführer und selbsternannten Aufstiegsaspiranten ein Bein zu stellen, treibt die Underdogs zu sportlichen Höchstleistungen. Diese leidvolle Erfahrung mussten die Cracks aus der Landeshauptstadt bislang schon einige Male machen, seit gestern einmal mehr. Beim EHC Klostersee unterlag die Truppe von Schorsch Kink in einem äußerst unterhaltsamen Spiel mit 5:7. Herausragend auf Grafinger Seite war einmal mehr der tschechische Ausnahmestürmer Peter Zajonc mit drei Treffern und einem Assist sowie sein Landsmann Vaclav Rupprecht mit einem Torerfolg und vier Beihilfen. Unterstützung bekamen die Gastgeber zudem von Münchens Keeper Jochen Vollmer, der bei vier Gegentreffern eine äußerst unglückliche Figur abgab. 
 

Die Hausherren zeigten sich vom ersten Bully an als die aggressivere, spritzigere Mannschaft. Der EHC Müncher harrte erst einmal der Dinge und ließ das Geschehen auf sich zukommen. Dabei war sicher nicht eingeplant, dass Jochen Vollmer einen Distanzschuss, den Vaclav Rupprecht in der neutralen Zone abfeuerte, passieren lässt. Dieser Treffer gab den Schützlingen von Ludwig Kopecky die nötige Sicherheit. Fortan dominierten die Rot-Weißen das Geschehen und kamen nach zehn Minuten zum 2:0. Martin Sauter schloss eine sehenswerte Staffette über Rupprecht und Nickel aus kurzer Distanz ab. Kurz zuvor hatte Mario Jann auf der anderen Seite Pech, als er die Scheibe im Nachstochern Richtung Torlinie brachte, ein Grafinger Verteidiger aber in höchster Not klären konnte. Erst in der Endphase des ersten Abschnitts agierten die Gäste mutiger, erspielten sich Möglichkeiten. Beppi Eckmair scheiterte aus zwei Metern an EHCK-Goalie Florian Hochhäuser, Mario Jann besorgte in der Schlussminute den Anschlusstreffer. Mit der Rückhand verwertete er einen Abpraller Hochhäusers.  
 
"Kuriose Tore waren das heute", urteilte Schorsch Kink nach der Partie. Damit meinte der Coach sicher auch den dritten Treffer der Hausherren früh nach Wiederbeginn. Jochen Vollmer wähnte die neben ihm liegende Scheibe unter seinen Schonern und ermöglichte Peter Zajonc so seinen zweiten Torerfolg. Ein Geniestreich von Tim Leahy, der Mario Jann hinter dem Tor stehend mustergültig bediente, brachte die Münchner Mitte der Partie wieder heran, ehe abermals der pfeilschnelle Zajonc den alten Abstand wieder herstellen konnte. Auch der EHC hätte zu diesem Zeitpunkt bei vier Einschüssen halten können. Aber sowohl Beppi Eckmair, als auch Thomas Vogl setzten ihre Versuche, den bereits in der Horizontalen befindlichen Hochhäuser zu überwinden etwas zu hoch an.  
 
Viele der gut Tausend Besucher hatten noch gar nicht wieder ihren Platz für die letzten zwanzig Minuten eingenommen, da lag die Scheibe erneut im Münchner Gehäuse. Gerade einmal 22 Sekunden benötigte Peter Zajonc für deinen dritten Treffer. Stefan Rohm´s Powerplaytor wenig später war faktisch die Entscheidung für den EHC Klostersee. Doch so schmählich wollte sich der Klassenprimus auch nicht aus diesem Spiel verabschieden und legte plötzlich zwei Gänge zu. Schließlich verblieben noch fünfzehn Minuten und der Gegner hatte ob seines dauerhaften Wirkens mit drei Reihen einen spürbaren Kräfteverschleiß zu verzeichnen. Richtiggehend eingeschnürt wurden die Grafinger nunmehr in ihrem Drittel. Anschlusstreffer Nummer eins von Trainerfilius George King, vier Minuten später Anschlusstreffer Nummer zwei durch Alex Leinsle im Powerplay, waren der Ausdruck haushoher Überlegenheit. Chance um Chance bot sich den Blauen jetzt und die Frage kam auf, warum lässt sich eine derartige Leistung nicht über eine gesamte Spielzeit abrufen. Nach Andi Attenbergers Pfostenschuss, fiel auch tatsächlich noch das 6:5. Pete Brearley, dessen Mitwirken bis dato eigentlich nur auf dem Spielbericht zu belegen gewesen wäre, sorgte noch einmal für Spannung in der kleinen Eishalle. War es die Angst vor der eigenen Courage oder stand der Energieanzeiger des Grafinger Teams wirklich schon auf Reserve ? Kraft für einen letzten Konter war indes noch vorhanden. Martin Sauter, dem Kapitän des EHCK, war es vorbehalten für die endgültige Entscheidung und den letztlich auch verdienten Sieg zu sorgen.  
 
EHCK-Übungsleiter Kopecky war verständlicherweise sehr erleichtert nach der Schlusssirene, nachdem seine Mannschaft zuletzt oft Lob zugesprochen bekam, jedoch meist ohne Punkte blieb. Attraktives Eishockey würde man den eigenen Zuschauern bieten, nun wäre es auch an der Zeit auswärts zu Zählern zu kommen, so der 41 jährige Tscheche.Schorsch Kink sah ein Spiel mit hohem Tempo. Zu seinem Leidwesen gelang es durch den frühen Rückstand nicht, aus einer gesicherten Abwehr zu versuchen, in günstige Situationen zu kommen. "Wir mussten offener Spielen und waren der Gefahr von schnellen Kontern stets ausgesetzt". Die Serie von Anschlusstreffern in der Endphase hätte eher beginnen müssen, resümierte Kink. (orab) 
 
 Tore: 
1:0 (03:24) Rupprecht (Zajonc), 2:0 (10:15) Sauter (Rupprecht, Nickel), 2:1 (19:13) Jann (Leahy, v.Schilcher), 3:1 (20:52) Zajonc (Porak, Rupprecht), 3:2 (33:58) Jann (Leahx, Steinmann), 4:2 (36:50) Zajonc (Rupprecht, Saller), 5:2 (40:22) Zajonc (Beranke, Porak 5-4), 6:2 (44:37) Rohm (Wieser, Sicorschi 5-4), 6:3 (46:52) Kink (Steinmann, Leahy), 6:4 (50:34) Leinsle (Leahy, Vogl 5-4), 6:5 (57:22) Brearley (Eckmair, Newhook), 7:5 (58:49) Sauter (Rupprecht, Beauregard) 
 

Strafen: Klostersee 20 - München 20 
Schiedsrichter: Deubert (Fischer, Kees) 

Zuschauer: 1086

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