Schwach in Überzahl, stark in der Tabelle - Knappes 3:1 gegen Klostersee

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Was erwartet sich der geneigte Zuschauer vom Spiel eines Spitzenreiters gegen einen im Tableau hinterherhinkenden Gegner? Natürlich, einen klaren Sieg. So auch beim Aufeinandertreffen der beiden Oberligisten aus München und Grafing. Aber weit gefehlt. Die Mannschaft aus dem Ebersberger Umland machte es dem Klassenprimus bis zum Ende sehr schwer, wollte die Punkte nicht ohne die nötige Gegenwehr in der Landeshauptstadt lassen. Erst der empty-net Treffer von Mario Jann, der als zweifacher Torschütze zum Mann des Abends avancierte, fixierte 17 Sekunden vor dem Ende den Erfolg.



Der Bezeichnung Lokalderby, welches diese Paarung nunmal ist, waren weder Spiel noch Rahmen angepasst. Spärlich besucht war das Eisstadion am Oberwiesenfeld. Die offizielle Zuschauerzahl wirkte fernab jeglicher Realität. Auch auf dem Eis griffen die Mechanismen nur zaghaft. Zwar waren die Hausherren das optisch überlegene Team, dennoch reichte es nicht zum Führungstreffer. In letzter Instanz dominierte fehlendes Glück ebenso wie die Überhast. Auch technische Unzulänglichkeiten prägten das Münchner Aufbauspiel. Zudem haben sich die Mannen von Ludwig Kopecky eine äuerst defensive Taktik auferlegt und waren nur bei Kontern bereit, sich EHC-Goalie Vollmer anzunähern.



In Abschnitt zwei verstärkte der Tabellenführer seine Bemühungen und damit auch den Druck. Klostersee wurde teilweise richtig eingeschnürt in deren eigenem Drittel. Die Entlastung erreichte sporadische Züge. Die Konsequenz daraus schlug sich in zwei blitzsauberen Treffern für die Gastgeber nieder. Mario Jann schloss zur Mitte der Spielzeit eine gelungene Kombination über Thomas Vogl und Tim Leahy gekonnt ab. Kurz vor der Pause legte Ron Newhook nach. Eine an Überheblichkeit grenzende Fahrigkeit im Abschluss verhinderte eine frühzeitige Entscheidung. Ebenso war das Überzahlspiel nicht gerade aus dem Lehrbuch.



Die Strafe für diese aufreizende Lässigkeit im Umgang mit der Scheibe folgte zehn Minuten vor dem Ende. Robert Steinmann saß in der Kühlbox, was sich Peter Zajonc zu Nutze machte und für seine Farben verkürzte. Weitere Unterstützung bekamen die Grafinger völlig unerwartet von Hauptschiedsrichter Huber, der plötzlich seiner bis dato ausgezeichneten Regelauslegung eine sehr konsequente, wenn nicht kleinliche Komponente hinzufügte. Allerdings vermochten die Gäste die zugesprochenen Powerplay-Situationen nicht im Ansatz zu nutzen. Der EHC spielte im Penaltykilling sehr konsequent und hatte auch noch Jochen Vollmer im Gehäuse, der sich der kümmerlichen Restes an Chancen in gewohnt souveräner Manier annahm. Der Versuch, mit einem sechsten Feldspieler noch wenigstens einen Punkt zu retten, endete im Anfangs erwähnten Treffer von Mario Jann, seinem dritten im bisherigen Saisonverlauf. An der Richtigkeit des Sieges bestand letztendlich kein Zweifel, aber bis dahin war es doch ein erhebliches Stück Arbeit. Um beim Spitzenspiel am Sonntag in Garmisch ebenfalls schadlos zu bleiben, wird es einer merklich gesteigerten Nachhaltigkeit bedürfen. (orab)

Tore:

1:0 (28:17) Jann (Leahy,Vogl), 2:0 (38:09) Newhook (Wedl), 2:1 (51:08) Zajonc (Sauter), 3:1 (59:43) Jann (J.Vollmer - ENG)

Strafen: München 22 - Klostersee 10

Schiedsrichter: M.Huber (Memmingen) - Erbard,Schreiber

Zuschauer: 1378

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