SC Mittelrhein-Berliner SC 5:7 - "Bitte nicht die Spieler anspucken"

Bären basteln am personellen FeinschliffBären basteln am personellen Feinschliff
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Es war bitter kalt im Neuwieder Ice House, doch die Kälte schien eher die Gastgeber zu lähmen, obwohl die Berliner den Komfort der Deutschlandhalle gewohnt sind und mit Ersatztorhüter Tobias John antreten mussten, da Marko Suvelo mit Fieber in der Kabine bleiben musste. Beide Teams hatten in den vergangenen Wochen einen Lauf, man konnte folglich auf eine attraktive Partie hoffen und die frierenden Zuschauer wurden tatsächlich von Anfang an gut unterhalten. Bereits nach 91 Sekunden gingen die Gäste in Führung, Neuwieds Torhüter Marc Gronau war aus seinem Kasten geeilt um den Puck wegzuschlagen, brachte die Scheibe aber nur ein paar Meter weit. Berlins Markus Draxler setzte nach und schlenzte den Puck ins leere Tor. Nach 5 Minuten stand es bereits 0:2, Dennis Meyer setzte die Scheibe halbhoch ins Netz und Neuwieds Trainer Fred Carroll nahm erst einmal eine Auszeit, um sein Team zu wecken. Ohne Erfolg im ersten Drittel, denn selbst in Überzahl gelang den Rheinländern nichts. Man schob sich gegenseitig den Puck zu, lief schonmal ins Abseits oder an der Scheibe vorbei. Auf der anderen Seite konnten die Preussen nach Belieben schalten und walten, die logische Folge war das 0:3 durch Lars Hoffmann, der mutterseelenallein vor Marc Gronau stehen, auf den Pass warten und einlochen durfte. "Wir hatten in der Defensive keine Substanz und haben deswegen verdient verloren", resümierte Fred Carroll nach der Partie.
Dass es noch einmal spannend wurde, lag vor allem an den Berlinern, die ihren Vorsprung nicht souverän über die Spielzeit brachten, sondern dem Gegner wieder in die Partie halfen. So stand es nach Toren von Tyson Mulock (24.) und Ralf Stärk (28.) plötzlich nur noch 2:3 und die Berliner mussten wieder einen Gang höher schalten. Scott Matzka gelang dies eindrucksvoll mit dem Tor des Tages, er stand mit der Scheibe vor Marc Gronau, tanzte den Goalie aus und hob den Puck zum 2:4 in die Maschen. Als Doug Murray 69 Sekunden vor Ablauf des zweiten Drittels auf 2:5 erhöhte, war das Spiel eigentlich gelaufen. Aber zum Glück für Neuwied war ja Weihnachtszeit. "Beide Teams haben reichlich Geschenke verteilt", ärgerte sich Berlins Coach Andreas Brockmann. Die Bescherung fand noch im zweiten Abschnitt statt, als die Gastgeber binnen 35 Sekunden durch Majer und Mulock zwei Treffer erzielten und auf 4:5 heran kamen. Die klammgefrorenen Finger hatten die Geschehnisse kaum notiert, da begann auch schon der Schlussabschnitt und Janne Kujala fälschte einen Schuss zum Ausgleich ins Berliner Tor ab.
"Jetzt dachte ich, das Spiel würde noch kippen", befürchtete Andreas Brockmann, doch sein Team legte wieder einen Zahn zu. Doug Murray hielt nur zwei Minuten später den Schläger in einen Schuss und erzielte den erneuten Führungstreffer für die Preussen. Ein kurioses Spiel mit kuriosen Szenen am Rande. So musste Schiedsrichter Krüger einige Zuschauer über den Hallensprecher auffordern, die gegnerischen Spieler doch bitte nicht anzuspucken. Im Neuwieder Ice House befinden sich über den Banden hintern den Toren nämlich nicht die üblichen Plexiglasscheiben, sondern lediglich Netze. Bei Zweikämpfen der Spieler in den Ecken haben die Zuschauer somit direkten Zugriff auf die Akteure, wovon einige leider auch Gebrauch machten.
Fred Carroll machte in der Schlussminute noch von der Option Gebrauch, seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen, doch anstelle des erhofften Ausgleichs machte Yvon Corriveau eine Sekunde vor Schluss mit einem Empty Net Goal das Dutzend voll und erzielte den 5:7 Endstand.
Alexander Brandt

Tore: 0:1 (01:31) Draxler (Alroth), 0:2 (05:07) Meyer (Matzka/Lapointe), 0:3 (10:30) Hoffmann (Czajka/Alroth), 1:3 (23:46) Mulock (Kujala/Strompf), 2:3 (27:17) Stärk (Mulock/Kulczynski), 2:4 (34:38) Matzka (Murray), 2:5 (38:51) Murray (Meyer/Corriveau), 3:5 (39:19) Majer (Kujala/Gomov), 4:5 (39:54) Mulock), 5:5 (42:15) Kujala (Leinonen/Gomov), 5:6 (44:36) Murray (Lapointe/Matzka), 5:7 (59:59) Corriveau (Meyer/Rentzsch)
Strafminuten: Neuwied 8, Berlin 20+10 Matzka
Zuschauer: 858, Schiedsrichter: Krüger

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