SBR triumphiert gegen München

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Mit 6:5 nach Penaltyschießen bezwangen die Starbulls Rosenheim am Freitagabend den EHC München.

3621 Zuschauer waren Zeugen eines denkwürdigen Spiels. Nach 40 Minuten führten die Gastgeber mit 5:2, die Münchner waren schwer angeschlagen und hatten nichts mehr entgegenzusetzen. Die Starbulls versäumten es in dieser Situation den sechsten Treffer zu erzielen und "verschenkten" dadurch einen Punkt.

Die Rosenheimer begannen von der ersten Minute an mit Power-Eishockey und setzten den EHC gehörig unter Druck. Nach 20 Sekunden folgte der erste Warnschuss durch Christoph Koziol, wenige Sekunden später die erste Strafzeit gegen München. Die besten Chancen hatten in diesen zwei Minuten Heini Schiffl und Matthias Bergmann. In der vierten Minute leistete sich Andi Schneider einen Stock-Check, der mit zwei Strafminuten belegt wurde. 46 Sekunden später musste auch noch Schiffl nach einem Revanchefoul an Thomas Vogl raus. Der Stockschlag des Münchners wurde jedoch nicht geahndet. So kamen die Landeshauptstädter in der siebten Minute zu einem Powerplaytreffer. Ron Newhook hieß der Torschütze. Die Grün-Weißen steckten diesen Rückstand hervorragend weg und wollten unbedingt den Ausgleich, zumal Kevin Kühnhackl im EHC-Kasten nicht den sichersten Eindruck machte. Die dicksten Ausgleichsmöglichkeiten hatten die starken Kevin Kraxner und Maximilian Huff in der neunten Minute. Mit einem Überzahl konnten die Starbulls Mitte des ersten Drittels nichts anfangen. Zu stark war das Penalty-Killing der "Blauen" an diesem Abend. In der 17. Minute war es dann aber endlich so weit - und das gleich mit einem Doppelschlag innerhalb von 38 Sekunden. Der Ausgleich wurde von Kraxners Sololauf über die halbe Eisfläche eingeleitet. Seinen Schuss konnte Kühnhackl noch parieren, gegen den Nachschuss von Schneider war er machtlos. Beim Führungstreffer konnten sich die Rosenheimer bei Kühnhackl bedanken, der den Puck nach Mitch Pohls Schuss erst über der Linie wieder fand. Das 2:2 durch Fabian von Schilcher 45 Sekunden vor der Pause muss unter die Rubrik "Unachtsamkeiten" aufgenommen werden.

So wie das erste Drittel endete, begann der Mittelabschnitt - nämlich mit einem Treffer, nur diesmal für die Hausherren. Mondi Hilger tankte sich ins Angriffsdrittel und Andreas Paderhuber netzte zum 3:2 ein. 39 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt im zweiten Drittel gespielt. Und es kam noch besser: Kevin Kraxner ließ nach einer sehenswerten Einzelaktion die komplette Münchner Mannschaft wie Statisten aussehen und knallte die Scheibe zu guter Letzt am EHC-Kevin vorbei ins Tor. Danach war vom Tabellenführer nicht mehr viel zu sehen, Rosenheim kontrollierte die Partie und erhöhte in der 37. Minute sogar auf 5:2. Eine Traumkombination über Brandstädter und dem aufopferungsvoll kämpfenden Jeremy Stasiuk beendete Schneider, der aus dem Slot abzog. Wer weiß, ob München im letzten Drittel noch einmal zurückgekommen wäre, wenn ihnen in der 39. Minute nach einem Schuss von Brandstädter nicht der Pfosten geholfen hätte.

In der 45. Minute musste Stefan Ripp für zwei Minuten in die "Kühlbox" und 61 Sekunden folgte die Strafe in Form vom Anschlusstreffer durch Vogl. Plötzlich war das Team von Trainer Georg Kink wieder voll da, schnürten die Starbulls in deren Verteidigungsdrittel ein. Oft hatte man das Gefühl, dass Rosenheim mit einem Mann weniger spielt und so war das 5:4 durch Mike Burman in der 56. Minute keine große Überraschung. Und es kam noch bitterer für die Schützlinge von Ron Chyzowski: Hilger musste in der 59. Minute auf die Strafbank, München brachte zusätzlich einen sechsten Feldspieler und erzielte nur wenige Sekunden später den Ausgleich. Das dritte Powerplaytor für den EHC an diesem Abend ging auf das Konto von Peter Brearley.

Nachdem die Verlängerung torlos blieb, ging es im fünften Heimspiel der Grün-Weißen zum dritten Mal ins Penaltyschießen. Die jeweils ersten drei Schützen - bei München Andreas Attenberger, Daniel Schury und Alexander Leinsle, bei Rosenheim Schneider, Koziol und Hilger - scheiterten. Anschließend verwandelte Burman für die Gäste, Pohl glich sofort wieder aus. Als Georg Kink jun. vergab, lag es an Stasiuk, der die Nerven behielt und damit für einen Triumph der besonderen Art unter den etwa 3000 SBR-Fans sorgte. Für die Anhänger des EHC bleibt die Erkenntnis, dass im "Muh-Dorf" gutes Eishockey gespielt und gekämpft wird und das vor der Saison in einem Eishockey-Sonderheft ausgegebene Ziel - Aufstieg ist nicht wichtig, Hauptsache gegen Rosenheim gibt man keine Punkte ab - schon in einem frühen Stadium der Saison nicht mehr erreicht werden kann.

Trainerstimmen:

Kink (EHC München): Die Superstimmung und die volle Halle waren schon beeindruckend. Rosenheim war die ersten zwei Drittel sehr gut, im letzten Drittel haben wir mehr Gas gegeben und mehr Willen gezeigt.

Chyzowski (SBR): Wir haben 60 Minuten an und über der Grenze gespielt. Am Schluss war der Tank leer. Ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden. Schließlich lautet die Realität, dass wir als Aufsteiger aus der Bayernliga gegen einen Aufstiegskandidaten zur 2. Liga gekämpft haben.

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