Rote Teufel wollen nachlegen

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Nach dem 5:2-Heimsieg gegen Weiden vom vergangenen Sonntag wollen die Roten Teufel Bad Nauheim am kommenden Wochenende nachlegen: am Freitag gastiert Schlusslicht Stuttgart Wizards im Colonel-Knight-Stadion (Spielbeginn 19:30 Uhr), zwei Tage später geht es für die Kurstädter nach Grafing zum Auswärtsspiel beim EHC Klostersee.

Die Frage, die die Fans derzeit am meisten beschäftigt, ist natürlich die Trainerfrage. Nach seinem perfekten Heimdebüt wünschen sich nicht nur die Fans, sondern auch die Spieler Interimscoach Bill Lochead als Langzeitlösung. "Die Arbeit mit der Mannschaft macht mir viel Spaß, ich muss aber auch an meinen eigentlichen Beruf des Börsenmaklers denken. Es ist nicht so leicht, heute das eine und morgen das andere zu machen", sucht der Kanadier nach einer für ihn akzeptablen Lösung. "Auch wir würden Bill natürlich gerne bis Saisonende verpflichten. Wir arbeiten daran", sagt Geschäftsführerin Simone Grünewald, die den erhofften Ruck innerhalb des Teams nach dem Trainerwechsel verspüren konnte.

Gegen die Stuttgart Wizards erhofft man sich natürlich ein Nachlegen der Roten Teufel gegen eine Mannschaft, die letzte Saison noch Teilnehmer an der Meisterrunde war. Nur eine Saison später stehen die Stuttgarter mit nur drei Haben-Zählern am Tabellenende und müssen um den Klassenerhalt bangen. Dies hatte sich aber bereits im Sommer abgezeichnet, als es aufgrund von finanziellen Problemen zu einer Gefährdung der Lizenz kam, die erst im zweiten Anlauf erteilt wurde. Der Etat musste drastisch reduziert werden, womit Stars wie John Sicinski (jetzt München), Tyrone Garner (Oslo), Jay Woodcroft (London) oder Jeff White (Fort Wayne) natürlich nicht gehalten werden konnten. Stattdessen setzte man auf in Deutschland noch unbekannte Ausländer sowie Akteure der 1b-Mannschaft. Dementsprechend waren dann auch die Ergebnisse, denn in dieser Saison ist die Oberliga noch einmal eine Spur stärker geworden, da viele Teams qualitativ zugelegt haben, um der knallharten Abstiegsrunde zu entgehen. Hinzu kamen Gerüchte über erneute finanzielle Sorgen und Abgängen von Spielern. Prominentester Name war hierbei Verteidiger Chris Schlenker, der die Wizards am Mittwoch in Richtung seiner kanadischen Heimat verließ, womit eine der Stützen des Teams weggebrochen ist.

Dennoch taten die Baden-Württemberger in den letzten Spielen das, was sie am besten können: kämpfen. Dies bekam am vergangenen Dienstag auch der Tabellenzweite aus Heilbronn zu spüren, der nach einem zwischenzeitlichen 2:2 das Match erst zwei Minuten vor Ende zu seinen Gunsten drehen konnte. Nicht zu vergessen auch der 6:3-Auswärtssieg der Stuttgarter am Mittwoch letzter Woche in Bayreuth, was den ersten Saisonsieg der Süddeutschen bedeutete. Auch in Neuwied hielt man lange Zeit mit und unterlag letztendlich nur knapp mit 3:1, allerdings hat das Team auch schon empfindliche Niederlagen wie das 2:8 gegen Landsberg oder das 7:0 in Garmisch hinnehmen müssen. So läppern sich bereits 98 Gegentore in 16 Partien zusammen, was einen Schnitt von mehr als sechs Treffern des Gegners pro Spiel bedeutet. Trotzdem müssen die Roten Teufel ob der zuletzt gezeigten Leistungen der Wizards, die nichts mehr zu verlieren haben, gewarnt sein, so dass dieses Match mehr als undankbar ist. "Man darf das Spiel auf keinen Fall schon vorher abhaken. Das wäre das absolut Verkehrteste", sagt Simone Grünewald zum anstehenden Heimspiel, für das mehr als 1.000 Freikarten an Firmen und Institutionen in der Region verteilt wurden. "Wir möchten eine ansprechende Kulisse, die für zusätzliche Motivation bei Fans und Spielern sorgen soll, bereiten. Vielleicht kommt ja der ein oder andere Besucher im Laufe der Saison wieder, und möglicherweise können wir dadurch auch neue Kontakte zu potenziellen Sponsoren knüpfen", so Grünewald weiter. Zur weiteren Stimmung dürften auch die 2.000 Wunderkerzen beitragen, die eigens für dieses Spiel organisiert wurden. Wenn die Mannschaft, die aller Voraussicht nach in Bestbesetzung antreten kann, zur Einzelvorstellung der Spieler einläuft, dürfte dies für ein zusätzliches Gäsenhaut-Feeling sorgen.

Am kommenden Sonntag geht es dann schon früh in Richtung München, wenn ab 17.30 Uhr bereits das Auswärtsspiel beim EHC Klostersee ansteht. Die Bayern belegen derzeit mit neun Punkten Vorsprung auf die Kurstädter den 13.Tabellenplatz. Zuhause haben die Grafinger in sieben Partien bereits 13 ihrer 17 Zähler eingefahren, was die Heimstärke der Mannschaft von Trainer Ludvik Kopecky unterstreicht. Hervorstechend bei den Süddeutschen aus einem insgesamt sehr homogenen Team sind vor allem Stürmer Florian Saller (7 Tore, 9 Assists) sowie Verteidiger Vaclav Ruprecht (7 Tore, 2 Assists). Auch im Powerplay ist der EHC stets gefährlich (Ausbeute 22 Prozent aus 109 Situationen bedeutet Platz acht in dieser Wertung), dem gegenüber steht aber ein unterdurchschnittliches Unterzahlspiel (77,2 Prozent), so dass sich das intensive Powerplay- und Shorthander-Training der Roten Teufel in dieser Woche auszahlen könnte. Allerdings liegen die Grafinger in der Fairplay-Tabelle auf Platz vier dicht hinter den Kurstädtern, so dass nicht allzu viele solcher Situationen zu erwarten sind. Einige Tipps über die Spielweise des EHC Klostersee wird sicherlich auch Bad Nauheims Verteidiger Johannes Saßmannshausen geben können, der vorletzte Saison bei den Bayern unter Vertrag stand.

Wie sich die Hessen beim Gastspiel in Grafing schlagen werden, können die daheimgebliebenen Fans erneut per Webradio am heimischen PC verfolgen, wenn die Homepage der Roten Teufel (www.rt-badnauheim.de) die Partie wieder live überträgt.

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