Rote Teufel gewinnen Krimi

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Anders als noch am Freitag bestimmten die Gäste die ersten Minuten der Partie. Nach nur 18 Sekunden prüfte Eichberger zum ersten Mal Markus Keller, der einige Szenen im ersten Abschnitt entschärfen musste. Bei den Hausherren sah man ungewöhnlich viele technische Fehler, nachdem die Scheibe bei Pässen einige Male versprang, so dass ein schnelles Aufbauspiel kaum einmal möglich war. Peiting agierte mit Forechecking, was zwar keine allzu großen Torchancen ermöglichte, die Hausherren aber im Spiel nach vorne maßgeblich hinderte. Ausgerechnet eine eigene Strafzeit in der zehnten Minute gegen Alexander Althenn war aber so eine Art Weckruf, als Matthias Baldys und Lanny Gare zwei Möglichkeiten hatten. Fortan war es ein ausgeglichenes Spiel mit einigen wenigen Chancen auf beiden Seiten, doch die Goalies waren stets zur Stelle. Es war halt ein typisches Play-off-Spiel, in dem der Unparteiische einiges laufen ließ trotz Körperspiels beider Mannschaften, was das Tempo hoch hielt. Dennoch spürte man förmlich, dass ein Treffer beiden Teams gut tun würde, zunächst ging es aber torlos in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt erarbeiteten sich die Roten Teufel nach und nach ein Übergewicht. Dies zahlte sich auch in Chancen aus, wie in der 22. Minute, als Manuel Weibler Hechenrieder mit einem Drehschuss prüfte. Peiting kam fast gar nicht mehr vor den Kasten von Markus Keller, doch die Hessen konnten aus den Spielanteilen zunächst nichts Zählbares machen. Peiting hatte immer mehr Fehler im Spielaufbau, so dass die Hausherren gegen Ende des Drittels vollends die Oberhand über die Partie bekamen. In der 38. Minute wurde dies dann auch endlich in einen Treffer umgemünzt: bei Peiting war gerade eine Strafzeit abgelaufen, da arbeitete Matthias Baldys vorbildlich hinter dem Tor und bediente Alexander Althenn, der freie Schussbahn hatte und zum vielumjubelten 1:0 traf. Dieses Tor schien die Bayern ins Mark zu treffen, denn Bad Nauheim drängte auf den zweiten Treffer, Peiting rettete sich aber in die zweite Pause.

Im letzten Drittel dominierten die Hausherren die Partie. Cardona, Baldys (43.) und Pöpel (46.) prüften Hechenrieder, der jedoch zur Stelle war. Das einzige Versäumnis, das man den Roten Teufeln vorwerfen konnte, war die Verwertung der Spielanteile in Tore. Auch in gleich fünf Minuten Überzahl, als Peitings Thomas nach einem Check von hinten gegen Schwab mit einer Spieldauer zum Duschen musste, konnte nicht verwertet werden. Allerdings hielt Hechenrieder seinem Team mit tollen Paraden gegen Gare und Schwab den knappen Rückstand. Peiting musste alles nach vorne werfen, da ihnen die Zeit davon lief. Und dann der Nackenschlag für die Kurstädter: einen abgefälschten Schuss von Vavrusa konnte Markus Keller in der vorletzten Minute nicht festhalten, da das Hartgummi unglücklich vor ihm aufsprang, so dass es wie aus dem Nichts 1:1 stand, mit dem es also in die Verlängerung ging.

In dieser wurden ganze 20 Minuten mit 4 gegen 4 Spielern gespielt, und beide Teams hatten gute Chancen auf den vorzeitigen Sieg. In der 65. Minute traf Tobias Schwab nur den Pfosten, Eichberger prüfte Keller in der 70. Minute. Kreitl scheiterte am EC-Goalie in der 72. Minute, Weibler hatte die letzte große Möglichkeit in der 77. Minute, doch er verfehlte die Scheibe. Somit ging es ins Penaltyschießen. Und dies war mehr als dramatisch: zunächst traf Eichberger zum 1:0, Schwab scheiterte an Hechenrieder. Kyle Piwowarczyk vollstreckte zum Ausgleich. Aber auch der nächste Schuss durch Simon saß, so dass Lanny Gare treffen musste. Und der Kanadier zeigte seine ganze Stärke. Obwohl ihm das Hartgummi versprang, versenkte er den Puck zum 2:2. Es ging also in den nächsten Durchgang und in diesem scheiterte Eichberger an Keller. Lanny Gare trat erneut an und düpierte Hechenrieder, der zu Boden ging, während der EC-Stürmer über ihn hinweg den verzögerten Schuss zum Jubel der Fans ins Netz setzte. Somit geht ein absoluter Eishockeykrimi nach 3:20 Stunden zu Ende, so dass die Hessen mit 2:1 in der Serie in Front gehen. Am Freitag kommt es in Peiting zu Spiel vier, sollten die Kurstädter gewinnen, sind sie im Halbfinale. Wenn nicht, kommt es am Sonntag ab 19.00 Uhr zum alles entscheidenden fünften Match im Colonel-Knight-Stadion.

Tore: 1:0 (37:30) Althenn (Baldys, Barta), 1:1 (58:50) Vavrusa (Borberg), 2:1 (80:00) Gare (entscheidender Penalty). Strafen: Bad Nauheim 14, Peiting 10 + 5 + Spieldauer (Thomas). Zuschauer: 1821.