Riessersee zwischen Hoffen und Bangen

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Wohl selten ist eine 1:7-Schlappe so gelassen aufgenommen worden wie die Heimniederlage des SC Riessersee gegen den Mitfavoriten der Oberliga Süd aus Ravensburg am vergangenen Sonntagabend. Sowohl die 1400 Fans als auch Trainer und Geschäftsführer waren realistisch genug, die Überlegenheit der Gäste anzuerkennen. SCR-Boss Ralph Bader meinte dann auch, dass es besser sei, „einmal richtig zu verlieren, als nur 1:2. Schließlich haben wir aus sieben Spielen fünf Siege geholt.“ Dies bedeutet, dass die Garmischer mit fünf Punkten Rückstand auf den Topfavoriten aus München immer noch Platz zwei in der Tabelle belegen. Allerdings wird es dahinter sehr eng. Wie ausgeglichen die Liga ist, zeigt die Tatsache, dass der SCR nur sechs Punkte Vorsprung vor dem Tabellenletzten (Klostersee) hat.



Angesichts des sehr dünnen Kaders macht sich bei Riessersee jede Verletzung sofort negativ bemerkbar. So hat es diesmal gleich zwei Verteidiger erwischt: Neil McCann, der beste Defensivmann, fällt mit einer Schleimbeutelentzündung für unbestimmte Zeit aus. Und auch der 17-jährige Nachwuchsverteidiger Benedikt Kastner hat sich gegen Ravensburg verletzt: Nach einem Bandencheck musste er ins Krankenhaus gebracht werden. Diagnose: Gehirnerschütterung.



Zum Glück hat in den Spielen vom Wochenende wenigstens Nachwuchsgoalie Damian Herdzig gute Nerven bewiesen. Nach dem überraschenden Rauswurf von Stammtorwart Baader wurde er in Grafing gegen Klostersee quasi ins kalte Wasser geworfen. Trotz mehrerer Gegentore zeigte er eine gute Leistung und war maßgeblich daran beteiligt, dass der SCR beim 7:6 nach Penaltyschießen zwei Punkte entführte. „Jetzt wissen wir, dass wir einen guten zweiten Torwart haben,“ meinte Geschäftsführer Bader. Und der neue erste Torwart ist auch schon da: Am Montagnachmittag traf der Amerikaner Chris King in Garmisch ein. Bader: „Wir sind alle gespannt auf ihn. Er trägt unsere Hoffnungen.“ Gerade in Anbetracht der nicht gerade sattelfesten Abwehr in Verbindung mit den verletzten Verteidigern wäre derzeit ein sicherer Torwart natürlich Gold wert. Und bei einem Goalie dauert die Umstellung auf das deutsche Eishockey wohl auch nicht so lange wie bei einem Feldspieler.



So hofft man beim SC Riessersee auf ein erfolgreiches Wochenende. In Füssen und zu Hause gegen Miesbach sollte in Normalform eigentlich gepunktet werden können. Schließlich sind diese beiden Mannschaften wohl auch direkte Konkurrenten im Kampf um den begehrten sechsten Tabellenplatz, der zum Erreichen der Playoff-Runde angestrebt wird. (an)