Riessersee: Holzmann wird neuer Trainer

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Nachdem am letzten Montag der zweite Insolvenzplan der SCR-GmbH genehmigt worden ist und somit die Teilnahme der Werdenfelser an der Oberligarunde feststeht, begann der Stress für Geschäftsführer Bader erst richtig: Er hatte keine Mannschaft, keine Organisation und auch keinen Trainer, nachdem Peter Gailer völlig überraschend erklärt hatte, dass er nicht zur Verfügung stehe.



Doch wenigstens dieses Problem ist seit heute gelöst: Georg Holzmann wurde als Coach des SC Riessersee verpflichtet. Ralph Bader hatte erst vor zwei Tagen mit dem Füssener telefonisch Kontakt aufgenommen und sehr schnell Einigung erzielt. „Ich habe mich sehr über den Anruf Baders gefreut,“ meinte Holzmann auf einer Pressekonferenz in Garmisch. „Es lagen mir mehrere Angebote vor, die allerdings für mich wegen der großen Entfernung zu Füssen nicht akzeptabel waren. Riessersee gehört neben Füssen und Tölz zu den bayerischen Traditionsvereinen, bei denen es für jeden Trainer eine Ehre ist zu arbeiten.“



Georg Holzmann, der zuletzt in Tölz, Heilbronn und Kempten tätig gewesen war, ist sich der Schwere seiner Aufgabe bewusst: „Wir müssen nun schnellstens einen Spielerkader zusammenstellen, der in der Oberliga mithalten kann. Allerdings werden sich die Fans im Vergleich zur letzten Saison auf ein anderes Eishockeyniveau einstellen müssen .“



In die gleiche Kerbe schlug auch Ralph Bader, der auf das Verständnis der Fans vertraut: „Wir werden ein Team aus jungen, vornehmlich einheimischen Spielern haben, das sicher nicht an der Oberligaspitze zu finden sein wird. Dazu brauchen wir das Verständnis und die Unterstützung der Fans.“ Zu den Favoriten zählt Bader eher die Mannschaften aus Ravensburg und München.



Die ersten Mitglieder des SCR-Teams 2004 brachte der Geschäftsführer dann gleich mit: Es sind dies die in Garmisch wohlbekannten Christian Mayr, Hubert Buchwieser und Michael Raubal, die in der Vergangenheit alle bereits das Trikot der Werdenfelser getragen haben. Sie sollen nach dem Willen von Bader, dem so etwas wie das Landshuter Modell auch in Garmisch vorschwebt, Leitfiguren für die Jungen werden. Um die drei Cracks herum wird eine Mannschaft aus eigenen Junioren, Spielern der 1B, ein bis zwei weiteren Deutschen sowie fünf Überseecracks gebildet. Dabei hofft man wieder auf die Hilfe von Murray Heatley, der dem SCR bereits in der Vergangenheit Talente aus den USA und Kanada vermittelt hat. Eines dieser ehemaligen Talente, das in der 2. Bundesliga für Furore gesorgt hat, wurde dem SCR übrigens wieder angeboten: T.J. Guidarelli, ehemaliger Publikumsliebling, könnte jederzeit im neuen Team spielen. Allerdings müsste er hierzu seine finanziellen Forderungen auf Oberliganiveau herunter schrauben.

Die Fans dürfen also gespannt sein, wer sich am 16. August zum ersten Eistraining in der Olympiahalle einfinden wird.



Fast noch wichtiger als die sportliche, ist für die immer noch in Insolvenz befindliche SCR-GmbH die wirtschaftliche Seite, die laut Bader zu Optimismus Anlass gibt. Die von der ESBG geforderte Bürgschaft von 25000 Euro wurde am Freitag hinterlegt, sodass die Lizenzerteilung nur noch Formsache scheint. Als Hauptsponsor konnte wiederum die Brauerei Kaltenberg gewonnen werden, während einige andere Firmen ebenfalls ihre Unterstützung bekundet haben. Die Geschäftsstelle wird in den nächsten Tagen eingerichtet und funktionsfähig sein. Der VIP-Bereich, Überbleibsel aus der unseligen Kress´schen Vergangenheit, soll ebenfalls wiederbelebt werden. Bader hofft auf den Verkauf einiger VIP-Karten, die den Etat, der mit 1100 zahlenden Zuschauern pro Spiel kalkuliert ist, merklich entlasten würden. (an)


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