Riessersee: Die Planungen für die neue Saison laufen auf Hochtouren

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
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Für Spieler und Fans ist die Saison gerade zu Ende gegangen, da geht die Arbeit hinter den Kulissen erst richtig los. Die Lizenzunterlagen müssen fertig gestellt und eingereicht werden, Verhandlungen mit Spielern werden aufgenommen, und die finanzielle Situation darf dabei nicht aus den Augen verloren gehen. Dabei hat es SCR-Geschäftsführer Ralph Bader nicht gerade leicht. Schließlich muss er mit den Abgängen von Top-Scorer T.J. Guidarelli und Top-Verteidiger Neil McCann gleich zwei wichtige Leistungsträger ersetzen.

Zunächst wurden mit Damjan Herdzig, Maximilian Mayer, Benedikt Kastner, Simon Maier und Benedikt Schennach Spieler aus dem eigenen Nachwuchs für die kommende Saison unter Vertrag genommen. Alle fünf konnten sich in der vergangenen Spielzeit durch gute Leistungen behaupten. Eine Woche später verlängerte mit Dave Noel-Bernier der erste Leistungsträger seinen Vertrag. Der Kanadier zeichnete sich zu Beginn der abgelaufenen Saison als eiskalter Torjäger aus, ehe er in der Rückrunde wie die gesamte Mannschaft nachließ. Entscheidend für seine zukünftigen Leistungen im SCR-Trikot dürften wohl seine Nebenleute werden, nachdem er bisher sehr von der Arbeit des überragenden Guidarelli profitierte.

Anfang April gab es dann endlich die von den Fans schon lange ersehnte erste Neuverpflichtung. Von den Stuttgart Wizards wechselt Stürmer Andres Klundt, der bereits in Kempten unter SCR-Trainer Georg Holzmann tätig war, nach Garmisch-Partenkirchen. Der 24-jährige, gebürtige Usbeke durfte bei den Augsburg Panthern bereits DEL-Luft schnuppern und kam in der letzten Saison auf 34 Scorerpunkte (17Tore/17Assists) für die Wizards, wo sein Abgang bei den Fans großes Bedauern auslöste.

Nur wenige Tage später konnte Ralph Bader erneut Vollzug melden. Marco Ludwig, der erst kurz vor Transferende zum SCR gestoßen war und sich in der Schlussphase der Saison als Allrounder entpuppte, verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Angesichts seiner starken Leistungen in der Abstiegsrunde dürfte er dem SCR auch in der kommenden Spielzeit weiterhelfen. Ende April kam dann, was sich zuvor schon andeutete: Troy Stephens, gebürtiger Kanadier mit deutschem Pass, unterschrieb beim SCR. In der abgelaufenen Saison stürmte der 34-jährige Center für die Bluelions Leipzig und konnte dabei 52 Punkte in 59 Spielen erzielen. Damit wurde eine der wichtigen Center-Positionen, auf der es letzte Saison enorme Defizite gab, mit einem erfahrenen Spieler besetzt.

Nachdem es in der darauf folgenden Woche eher ruhig blieb, konnte Ralph Bader Anfang Mai zwei hochkarätige Neuzugänge präsentieren. Vom Erzrivalen aus Bad Tölz wechselten mit Derek Mayer, der nach Dave Noel-Bernier die zweite Ausländerposition einnimmt, und Florian Leitner zwei Verteidiger ins Werdenfelser Land. Mayer wurde zuvor trotz einer starken Zweitligasaison vom ehemaligen ECT-Geschäftsführer Beppo Schlickenrieder ausgemustert, da er nach Meinung des Tölzers zu alt ist. In der Tat gehört der mittlerweile 38-Jährige nicht mehr zu den Jüngsten, verfügt jedoch über jede Menge Erfahrung. Jahrelang spielte er in der DEL und kann zudem Einsätze in der NHL und der kanadischen Nationalmannschaft vorweisen. Vor einigen Jahren spielte er bereits unter Georg Holzmann in Bad Tölz und gehörte seitdem zu den Leistungsträgern in der Hintermannschaft der Löwen. Beim SCR soll er ähnlich wie Joseph Lehner vor Jahren eine Führungspersönlichkeit werden, wie sie der letztjährigen Mannschaft fehlte. Über nicht ganz so viel, für die Oberliga aber ausreichend Erfahrung verfügt Florian Leitner, der dem Nachwuchs des EC Bad Tölz entstammt. Auch er spielte bereits in Bad Tölz unter Georg Holzmann und soll der SCR-Defensive den nötigen Rückhalt geben. Damit war die Wilderei beim Erzrivalen aber noch nicht beendet. Nur kurze Zeit später setzte Josef Frank, der bereits im SCR-Nachwuchs tätig war, seine Unterschrift unter den Vertrag. Dem 20-jährigen Verteidiger lagen auch Angebote aus der zweiten Liga vor, doch er entschied sich wegen der besseren sportlichen Perspektive für den SC Riessersee, wo er wohl einen Stammplatz in der Defensive besetzen wird. Ihm folgte vor einigen Tagen Sebastian Kottmair, der mit der finanziellen Offerte in Bad Tölz nicht zufrieden war. Der 24-jährige Stürmer konnte in der abgelaufenen Saison neun Tore sowie elf Assists erzielen und wurde auf Wunsch von Trainer Holzmann verpflichtet.

Damit waren die Personalplanungen aber noch nicht beendet. Vom EC Peiting kam Manfred Eichberger, der beim SCR aufwuchs und auch in der Defensive eingesetzt werden kann. Gegen seinen neuen Arbeitgeber konnte er in der vergangenen Spielzeit sogar ein Tor beim 3:0-Heimsieg der Elche verbuchen.

Der wohl wichtigste Neuzugang folgte am 2. Juni. Nach langem Hin- und her wurde die Besetzung der Goalie-Position geklärt. Ralph Bader und Georg Holzmann waren sich zunächst einig, einen deutschen Keeper zu holen und hatten mit Jochen Reimer auch schon den passenden Kandidaten gefunden. Dieser erhielt jedoch von seinem alten Arbeitgeber, dem ESV Kaufbeuren, keine Freigabe. Nachdem sich das Thema Reimer Ende Mai endgültig erledigt hatte, begaben sich die SCR-Verantwortlichen auf die Suche nach einem ausländischen Torwart. Fündig wurden sie schließlich beim holländischen Meister aus Amsterdam. Nach kurzer Zeit war es dann perfekt. Mark McArthur heißt der neue Mann zwischen den Pfosten. Der 31-Jährige verfügt über gute Referenzen sowie genug Erfahrung und ist keineswegs ein Unbekannter. Doug Gibson, ehemaliger Spieler beim SC Riessersee, ist sein Schwiegervater und Ralph Bader konnte ihn bereits in Feldkirch begutachten, als er bei Premiere Austria tätig war.

In den kommenden Wochen wird sich die Suche nach neuen Spielern hauptsächlich auf Kontingentspieler konzentrieren. Zwei freie Plätze sind noch zu besetzen und die Wichtigkeit ausländischer Spieler haben Guidarelli und McCann letztes Jahr eindrucksvoll bewiesen. Zudem findet sich auf dem Markt vielleicht noch der eine oder andere deutsche Spieler, der dem SC Riessersee weiterhelfen kann. Eine weitere wichtige Personalie, die in den nächsten Tagen geklärt werden soll, ist die Vertragsverlängerung von Florian Storf. Der Routinier ist eine Bank in der SCR-Defensive und erwies sich in den letzten Jahren stets als sehr zuverlässig.

Das Konzept von Geschäftsführer Bader und Trainer Holzmann liest sich auf dem ersten Blick sehr gut: junge, talentierte Spieler sollen von erfahrenen Profis geführt werden. Wie sich die Zukunft entwickelt, hängt davon ab, wie der SCR dieses Konzept verwirklichen kann und wie sich die Konkurrenz anstellt.

Der Grundstein für die Saison wurde am 1.Juni gelegt, als der SC Riessersee die Lizenz ohne Auflagen erhielt. Geschäftsführer Ralph Bader war bereits bei der Abgabe davon überzeugt und seine ausgezeichnete Arbeit wurde bestätigt. Nachdem man letztes Jahr lange zittern musste, können SCR-Fans den kommenden Sommer in Ruhe genießen und sich auf die bevorstehende Saison freuen, während die SCR-Macher fleißig weiterarbeiten. (AL)

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