Revierlöwen: Stimmung auf dem Tiefpunkt

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Nach einer äußerst dürftigen Leistung verloren die Revier Löwen Oberhausen das Heimspiel gegen den ERC Haßfurt auch in dieser Höhe verdient mit 0:5 (0:3, 0:2, 0:0), was nach der ersten Heimniederlage in einem Punktspiel im Jahr 2004 die Stimmung in der Emscher-Lippe-Halle noch während und auch nach dem Spiel auf einen Tiefpunkt brachte.



Vor 572 Zuschauern in der Emscher-Lippe-Halle begannen die Löwen zwar ordentlich, doch nachdem die Gäste den ersten Konter in der vierten Spielminute durch den Ex-Neusser Troy Bigam erfolgreich abgeschlossen hatten, lief bei den Löwen nicht mehr viel zusammen. Torsten Schmitt wurde in der Folgezeit von seinen Vorderleuten fast im Minutentakt alleine gelassen, rettete aber mit seinen Paraden den noch knappen Rückstand. In der 10. Spielminute war er aber nach einer weiteren Unachtsamkeit im Deckungsverhalten machtlos, als Kraft zum 0:2 einschob. Vier Minuten später leitete der ansonsten im schwachen Löwenteam noch ziemlich abfallende Milan Vanek mit einen grausamen Fehlpass im Spielaufbau das 0:3 ein. Der wiederum chancenlose Torsten Schmitt fuhr nach dem Gegentreffer sofort aus dem Tor, um Vanek mit wohl lauten Worten und energischen Taten in Oliver-Kahn-Manier aufzuwecken, bevor Trainer Markus Scheffold eine Minute später eine Auszeit nahm.

Auch die Ansprache in der ersten Drittelpause brachte nicht viel. Die Löwen kamen zwar druckvoll aus der Kabine, scheiterte jedoch jeweils am sehr guten und wiedergenesenen Joachim Appel im Gästetor. Verletzungssorgen beklagte Hassfurt-Coach Stefan Kagerer aber nach dem Spiel, da David Cermak wegen einer Kieferverletzung und Patrick Ullmann wegen Prellungen am Rücken ausscheiden mussten. Noch im Mitteldrittel sorgten Dennis Meyer und Andreas Vogel mit ihren Toren in der 34. bzw. der 36. Spielminute für das 0:5 und somit den Endstand. Der völlig gefrustete Torsten Schmitt ging anschließend freiwillig vom Eis, um für Daniel Kramer Platz zu machen, der immerhin ohne Gegentor blieb. Die zuvor ihr Team noch groß unterstützenden Löwenfans wurden zum Spielende dann doch immer mürrischer. Sie unterstützten den Trainer mit Sprechchören, forderten aber mit „Schneider raus!“-Rufen den Kopf vom Sportobmann. Die Kritik richtet sich somit auf das Bindeglied zwischen Mannschaft und Vorstand und trifft somit nach dieser sportlichen dürftigen Vorstellungen alle Verantwortlichen im Verein. Vorstandsmitglied Annelie Proboszcz zeigte sich verwundert, angesichts der Forderungen der Fans und stellt die Frage in den Raum: „Ich würde gerne wissen, warum sich die Kritik in seiner Person bündelt?“ Die Frage nach Gerüchten, dass Spieler Geld nicht, wie abgemacht, bekommen hätten, entgegnet sie: „Jeder hat sein Geld ohne Abstriche bekommen.“

In der Pressekonferenz stellte sich Markus Scheffold demonstrativ hinter seine Mannschaft und hob neben aller vernehmlichen Kritik auch das Geleistete des Aufsteigers ohne Kontingentspieler hervor und meinte nachdem der erste Ärger nach dem Spiel verraucht war: „Es ist für alle eine schwierige und bittere Situation. Jetzt wird von Spielern, Verantwortlichen und Fans gefordert sein, zusammenzuhalten. Unser Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt und um dieses zu erreichen, denken wir natürlich auch über mögliche Verstärkungen nach, falls die Qualität unserer Mannschaft dem nicht genügen sollte.“ Neben den Trainingseinheiten soll unter der Woche auch eine Aufnahme des Spiels in Theoriestunden vorgeführt werden, um die Fehlerquote in Zukunft zu verringern. (mr)

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