Revier Löwen: Jaschin sieht das Eishockey als Gewinner bei neuer Regelausle

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Wohl selten wird nach einem Eishockeyspiel von den Trainern

weniger über das sehr ansehnliche 4:5 ausgesagt als nach der Partie zwischen

den Revier Löwen und dem ETC Crimmitschau am gestrigen Abend.

Dabei hätte man sicher großes Lob für den Underdog

ausschütten können, der das Spitzenteam ordentlich geärgert und beinahe für

eine Überraschung gesorgt hätte.

Gunnar Leidborg, bei den Löwen als Erfolgstrainer aus

DEL-Zeiten immer noch hoch im Kurs, sah dann auch die Probleme seines ETC:

„Obwohl wir mehr Spieler als die Revier Löwen haben und in der Tabelle weit

davor stehen sah man heute deutlich, dass die vielen Spiele in der

Weihnachtszeit nicht zu verkraften sind. Da braucht man mindestens 26 Spieler,

wie sie z.B. Hannover hat. Außerdem war wohl nicht aus den Köpfen zu kriegen,

dass meine Jungs das Spiel schon vor dem Anpfiff als Sieg abgehakt hatten.“

Sergiej Jaschin konnte zwar mit dem Spiel seiner Truppe,

nicht jedoch mit dem Ergebnis zufrieden sein. „Wir haben leider trotz einer

guten Leistung wieder keine Punkte gegen eine Spitzenmannschaft geholt. Wir

haben wiederholt für unsere Fans ein starkes Spiel abgeliefert.“

Danach äußerten sich die Eishockeylehrer noch zur

Entscheidung des Hauptschiedsrichters Heino Kathmann, der sich zur sofortigen

Anwendung der neuen Regelauslegung (Stichwort "Null-Toleranz")

entschieden hatte. Gunnar Leidborg: „Das ist mal wieder typisch für den

Verband. Heute geht das Informationsmaterial zu der ab dem 12.01. anzuwendenden

Regelauslegung bei uns ein - und schon am selben Abend wird man vom

Schiedsrichter in der Kabine unterrichtet, dass er diese sofort anwenden wird.

Was ich dann davon im Spiel gesehen habe lässt mich fragen, ob demnächst auch

das Eislaufen während des Spiels ganz verboten wird. Ich sehe meine Spieler

schon bei jedem Checkversuch zur Anzeigetafel sehen und mitzählen, ob der

innerhalb einer Sekunde abgeschlossen wurde. Die neuen Regeln gibt es in

Schweden und Nordamerika ja schon und da wird trotzdem weiter physisches Spiel

nicht bestraft.“

Sergej Jaschin sieht grundsätzlich positive Signale bei

einer einheitlichen Regelauslegung: „Dabei kann das Eishockey nur gewinnen,

denn gutes Eishockey zeichnet sich durch gutes Schlittschuhlaufen und gute

Stocktechnik aus. Das kann dem gesamten Sport meiner Ansicht nach nur gut tun.“

Einig waren sich beide Trainer, dass sich nach einer

Eingewöhnungsphase - sowohl bei Spielern als auch bei den Referees-  wohl ein Mittelweg hinsichtlich fairen Spiels

und der zum Eishockey gehörenden physischen Komponente herauskristallisieren

wird.

Nach zwei starken Heimauftritten gegen Nauheim und

Crimmitschau freuen sich die Löwenfans schon auf das nächste Heimspiel am

kommenden Sonntag (19 Uhr) gegen den EV Füssen. Zuvor wird es am Freitag in

Rosenheim für den kleinen Kader (Wohl weiter ohne Patrick Strauch, siehe

eigener Bericht!) schwer, den zweiten Auswärtssieg einzufahren.

Rolf Reisinger

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