REV: Letztes Spiel der Vorrunde

Höchstadt  "Alligators" ohne Chance in BremerhavenHöchstadt "Alligators" ohne Chance in Bremerhaven
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Neue Seite 1

Völlig verdient verloren die „Fischtown Pinguins“ das letzte Aufeinandertreffen gegen die „Sharks“ aus

Haßfurt mit 3:4 (0:1/0:1/3:2) auf heimischen Eis. Mit der bis dahin wohl schlechtesten Leistung dieser Saison vermiesten die „Pinguine“ ihren damals 1550 Fans das bevorstehende Weihnachtsfest und in der anschließenden Pressekonferenz sprach ein sichtlich angesäuerter Trainer Peter Draisaitl von einem kollektiven Versagen, dessen Auswirkungen die Mannschaft in den nächsten Trainingseinheiten mit Sicherheit noch deutlich zu spüren bekommen sollte. Bei weitem besser gelaunt war damals Stefan Kagerer, Trainer der

Haßfurter, der sich natürlich über den hoch verdienten Sieg seiner Truppe gefreut hatte. Freuen wollen sich die Franken auch am nächsten Sonntag, wenn die „Fischtown Pinguins“ aus Bremerhaven zum letzten Spiel dieser Vorrunde nach Hassfurt reisen. Obwohl es für beide Mannschaften in dieser Partie um nichts mehr geht, die

Haßfurter wollen gerade auf heimischen Eis mit einem Sieg Motivation für die am kommenden Wochenende beginnende Abstiegsrunde tanken. Gleiches, nur im umgekehrten Sinne gilt natürlich auch für die Seestädter, die unbedingt als Tabellenführer in die Meisterrunde starten wollen. So ist also trotz der unterschiedlichen Ausgangssituationen für genügend Spannung

gesorgt.

Klassenerhalt das Ziel dieser Saison

Der letztjährige Meister der Oberliga Südost hatte für dieses Spielzeit bescheidene Ziele ausgegeben. Nachdem der Etat erneut um 70.000Euro zurückgefahren wurde, waren für Trainer und Manager Stefan Kagerer die ersten vier Tabellenplätze bereits vergeben. Das ausgegebene Saisonziel des ERC Haßfurt heißt “Klassenerhalt”. Ein Ziel, das, darf man die bisherigen Leistungen zu Grunde legen, auch mit Sicherheit geschafft werden sollte. 

Zauberer „Bibi“ Appel

Im Tor ist man mit Routinier Joachim “Bibi” Appel und Back-up Willi Dexheimer bestens besetzt. Appel, der mit seinen 36 Jahren über ein Karrierenende nachdenkt möchte sich natürlich mit hervorragenden Leistung einen guten Abgang verschaffen. Das Dexheimer ein adäquater Ersatzmann ist hat er in der Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt. Durch den Ausfall Dexheimers, er erlitt einen Nasenbeinbruch, musste Vorstand Werner Fuchs zur Mitte der Vorrunde noch einmal schnell handeln und konnte mit dem Selber Nachtmann einen weiteren Torhüter unter Vertrag nehmen. 

In der Defensive Klasse statt Masse

Mit 21 Spielern ist der Kader unserer Gäste eigentlich gut besetzt, wäre da nicht eine ziemlich dünne Personaldecke in der Abwehr. Zur Zeit stehen lediglich sieben Verteidiger zur Verfügung. Da ist zum einen der Tscheche Jakub Körner, dessen Qualitäten man in Hassfurt sehr schätzt. Stark auch Neuzugang Josef Staltmayr, der aus Wolfsburg Bundesliga-Erfahrung mit an den „Großen Anger“ gebracht hat und hier in Bremerhaven bestens bekannt ist. Mit dem Kanadier Kevin Haupt hat man einen in Deutschland noch unbekannten Verteidiger verpflichtet, der sich bei den „Sharks“ aber für höhere Aufgaben empfehlen will. Vom Ligakonkurrenten Schweinfurt besetzt jetzt der Deutsch-Kanadier John Noob den letzten Verteidigerposten. Die drei Nachwuchsverteidiger Erdle, Ploss und Stolikowski haben in der bisherigen Saison einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht und sollen, nein müssen, angesichts mangelnder Alternativen konstant gut Arbeit

erbringen.

Taras Foremsky und Jay McGee ersetzen Garrison und Holmes

In der Offensivabteilung mussten die Sharks zu Beginn der Saison den schmerzlichen Abgang von fünf Topscorern verschmerzen. U.a. den von Dennis Meyer, der nach seiner Verletzungspause nun in altbekannter Manier auf Seiten unserer Pinguine nun wieder Tore schießt. Bei den kanadischen Verpflichtungen hatte man Anfangs ein wenig glückliches Händchen. Embley und Willet mussten Hassfurt schnell wieder verlassen. Ersatz hatte man kurzfristig mit Jeremy Garrison und Matt Holmes verpflichtet. Als weiterer Abgang wurde auch John McNabb verzeichnet, der aber durch die Verpflichtung des 26jährigen Josef Eckmair von den Starbulls Rosenheim kompensiert werden konnte. Überraschend dann die zusätzliche getätigte Verstärkung aus dem Süden Amerikas. Von den Pensacola Ice Pilots, einer liebenswerten Stadt am Golf von Mexiko, hat sich Peter Bournazakis kurz vor Weihnachten zu den „Sharks“ gesellt und in der Offensive bisher gute Arbeit geleistet. Somit stehen Trainer Kagerer nunmehr auch nominell wieder vier Sturmreihen zur Verfügung Hinzu kam Routinier Holger Mix aus Crimmitschau, der die neue Leitfigur im Sturm geworden ist. Ebenfalls aus der Bundesliga kam Sebastian Buchwieser aus Regensburg. 

Dennoch scheinen die „Sharks in dieser Saison aber mit den Kontingentspielern mächtig Pech zu haben. So wurden zu Beginn dieser Woche Garrison und Holmes (waren als Ersatz für Emley und Willet gekommen) wieder entlassen und durch die beiden Kanadier Taras Foremsky sowie Jay McGee ersetzt, die nun für mächtig Wind in der Offensive sorgen sollen. 

REV darf „Sharks“ nicht unterschätzen

Die bisherigen Partien der beiden Kontrahenten könnten bei einem Hassfurter Erfolg am Sonntag als ausgeglichen bezeichnet werden, doch dagegen werden die „Pinguine“ ihre Einwände haben.. Das erste Spiel in Haßfurt endete mit 2:6 aus Sicht der „Sharks“ und auch die nächste Begegnung hier auf Seestadt Eis konnte klar durch den REV gewonnen werden. Unvergessen aber, der bereits Anfangs erwähnte Ausrutscher, der den Seestädtern eine mehr als unliebsame Überraschung vor heimischen Publikum bescherte. Somit wäre man mit Sicherheit auf der falschen Fährte, würde man annehmen, die Rollen für diese Partie seien klar verteilt. Wer Stefan Kagerer kennt der weiß, auch am Sonntag wird er eine Mannschaft aufs Eis schicken, die bis unter die Haarspitzen motiviert sein wird und die Bremerhavener liebend gerne mit einer Niederlage in die Meisterrunde schicken würde.