Rabenschwarzer Auftakt des ERC Selb in die neue Oberliga-Spielzeit

Erster Heimerfolg: "Wölfe" gewinnen 3:0 gegen Berlin CapitalsErster Heimerfolg: "Wölfe" gewinnen 3:0 gegen Berlin Capitals
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Nach der 1:3 Niederlage am Freitag zuhause gegen die Hannover Indians verloren die "Wölfe" auch gestern bei den Berlin Capitals mit 5:3 und rangieren in der Tabelle nach zwei Spieltagen und Null Punkten auf Platz 10.


Prächtige Eishockey Stimmung unter den gut 2.000 Zuschauern in der Deutschlandhalle zu Berlin, gut 500 Selber machten sich auf den Weg in die Haupstadt, um ihren "Wölfen" lautstark den Rücken zu stärken. An der Unterstützung von den Rängen lag es jedoch nicht, dass die „Wölfe“ am Ende mit 3:5 den Kürzeren zogen. Die Berlin Capitals zeigten sofort nach Anpfiff deutlich, die Auftaktniederlage in Bayreuth vergessen zu lassen. Die „Wölfe“ wurden kräftig in die Defensive gedrängt und sahen sich stürmischen Angriffen der Caps, welche auf Pavel Gross verzichten mussten, ausgesetzt. Czaijka kurz nach Beginn mit der ersten sehenswerten Situation, freistehend konnte er vor Kai Fischer aufkreuzen. Als Elko Porzig nach 50 Sekunden die erste Strafzeit im Spiel aufgebrummt bekam, lag das 1:0 förmlich in der Luft...und es fiel auch.Die Hausherren, wie das ganze Spiel über mit einem gelungenen und effektiven Powerplay, Hoffmann der Torschütze zur Führung. Die Berlin Capitals zogen die größeren Spielanteile an sich, während die „Wölfe“ pomadig im Spielaufbau nach vorne wirkten, klappte das Umschalten von Abwehr auf Angriff bei den Caps bestens, mit oftmals nur einen Pass wurde die leicht anfällige „Wölfe-Abwehr" und die nicht richtig nach hinten arbeitenden Wölfe-Stürmer „ausgehebelt, so auch in der 7. Minute als Hurbanek freistehend vor Kai Fischer aufkreuzte, doch der Selber Goalie Kopf und Kragen riskierte. Nennenswerte Torchancen der „Wölfe“ an diesem Abend an einer Hand abzuzählen, die erste hatte Marc Garthe mit einem erfolglosen Bauerntrickversuch gegen Goalie Martin (8.Min.). Derartige Aktionen aber auf Selber Seite viel zu selten, schnelles Kombinieren nur von den Capitals zu sehen, die auch 65 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels auf 2:0 erhöhten. Der an diesen Abend auffällig spielende Eichelkraut war es, der Fischer zum zweitenmale überwand. Gefährlich wurde es abermals, als Berlin in Überzahl agierte, die Scheibe lief, Jan Schertz aus kurzer Distanz und Fadeev, ehe Kulonen mit einen Angriffslauf für etwas Entlastung sorgte. In der 27. Minute roch es nach dem dritten Berliner Treffer, doch Eichelkraut schaffte das Kunststück und schob die Scheibe am verwaisten Selber Tor vorbei. Der Anschlusstreffer durch Stephan Trolda zum 1:2 fiel wie es der Spielverlauf erahnen ließ unerwartet, wer aber dachte, die „Wölfe“ würden durch den Treffer endlich stärker aufkommen und den Berlinern Paroli bieten, sah sich getäuscht. Die Capitals hatten die richtige Antwort auf das 1:2 parat, Rentzsch nutzte eine Unaufmerksamtkeit von Drobny/Ahmaoja zum 3:1 aus, ehe Forslund mit einem abgefälschten Schlagschuss 37 Sekunden nach dem 3:1 das 4:1 nachlegte. Ein Doppelschlag, wie ein Genickbruch für das ohnehin nicht zum laufen gekommene Selber Angriffsspiel. Die „Wölfe“ nur noch wenig zum Spiel betragend, bezeichnend ein zugesprochenes Überzahlspiel in der 33. Minute, als die „Akteure“ aus Oberfranken über eine Minute benötigten, um überhaupt in eine Art Aufstellung zu kommen. Keine Besserung, auch wenn das Drittel ergebnnissmäßig mit 2:1 an die Gäste aus Oberfranken ging, trat in den letzten zwanzig Minuten auf. Die Berliner hatten ohne große Mühe das Geschehen weiter im Griff, die „Wölfe“ gaben sich frühzeitig auf. Czaijka mit einem Sololauf an Freund und Feind vorbei, Eden konnte sich nur mit einem Foul gegen den durchgebrochenen Berliner helfen. Eine dicke Chance - eine Seltenheit an diesem Abend - hatte Holger König in der 46. Minute auf der Kelle, als er alleine auf Goalie Martin zufuhr, doch der Schwede zeigte seine Klasse. Ohne etwas unter den Tisch kehren zu wollen. Möglichkeiten zur Ergebniskosmetik besaßen die „Wölfe“ noch. Als für 69 Sekunden ein 5/3 Überzahl vorlag, sorgten Abspielfehler dafür, dass bei 5/4 wenig später die Hausherren für einen Konter sorgten, Timo Ahmaoja als letzter Mann kann sich nur mit einem Foul helfen. Die Quittung: verwandelter Penalty durch Rentzsch zum 5:1. Zum Glück ließen es die Berliner in der Schlussphase etwas ruhiger angehen und dies eröffnete den „Wölfen" noch zwei Treffer. Mandous „verkürzte“ auf 2:5, ehe es Jouni Kulonen vorbehalten war, 122 Sekunden vor Ende in Überzahl per Direktabnahme das 5:3 markieren zu dürfen. Eine Niederlage in Berlin ist mit Sicherheit keine Schande, aber die Art und Weise wie sich die „Wölfe“ präsentierten, wie sie sich ohne großen Widerstand den Caps ergaben, gab sehr viele Fragen auf. Im Sturm krankt es an allen Ecken und Enden, die erste Reihe, trotz der Umbesetzung, Marc Garthe für den gesperrten Spring zu bringen, brachte keinen Erfolg, gefährliche Sturmspitzen scheinen im „Wolfsbau“ nicht vorhanden zu sein, das Kombinationsspiel im gesamten Team ist stark verbesserungswürdig, Harmonie in den Blöcken nicht vorhanden. Die zahlreich mitgereisten Fans zeigten sich nach dem Spiel verständlicherweise über den Auftritt ihres „Woflsrudels“ sehr enttäuscht.


Möglichkeiten zur Widergutmachung haben die "Wölfe" am Wochenende. Am Freitag steht die lange Reise zum Topfavoriten REV Bremerhaven an, am Sonntag gastieren die Dresdner Eislöwen im Wolfsbau.

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