Probleme auf fremdem Eis - EHC München unterliegt auch in Rosenheim

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Auswärtsspiele scheinen derzeit nicht gerade nicht gerade die Domäne des EHC München zu sein. Nach den Niederlagen in Garmisch (2:6) und Peiting (2:3 n.V.) ging auch die dritte Partie in Folge zugunsten des Gegners aus. Im immerjungen Derby bei den Starbulls Rosenheim zog der Aufstiegsmitfavorit im Penalty-Schießen mit 5:6 den Kürzeren. Damit sind die Mannen von Trainer Kink sogar noch gut bedient gewesen, weil die Hausherren sich nach 40 Minuten bei einem drei Tore Vorsprung schon wie der sichere Sieger wähnten. Nur ein Kraftakt in der Schlussphase sicherte den zuvor über weite Strecken enttäuschenden Gästen einen Zähler und die Overtime. 
 

Bundesliga, DEL, Bayernliga oder Oberliga. Der Vergleich zwischen Rosenheim und München trägt Lokalkolorit in sich und zieht die Zuschauer in die Stadien. 3600 waren es an diesem Abend, davon ca 700 mit weiß-blauen Fanartikeln. Auch in diesem Derby wurde offenkundig, dass die extreme Rivalität der beiden Anhängerschaften im Vergleich zu früheren Jahren kaum nachgelassen hat. Die Voraussetzungen für dieses Spiel waren eindeutig. Hier der Aufsteiger, nach den bisherigen Ergebnissen krasser Außenseiter. Dort der personell schier übermächtigt besetzte, ambitionierte Tabellenführer. Doch Derbys verlaufen bekanntermaßen ja oftmals nach etwas anderen Gesetzen. So sollte das auch heute sein. Die Münchner waren vom ersten Bully weg bemüht, das Geschehen zu kontrollieren. Auch eine sehr frühe Strafzeit von Mike Burman änderte daran nichts. Nach sechs Minuten folgerichtig die Führung. Ron Newhook, von Beppi Eckmair bedient, ließ die Münchner Fanschar das erste mal jubeln. Allerdings war es danach schnell vorbei mit der Herrlichkeit und die Starbulls fanden immer besser zu ihrem Spiel. Ein Doppelschlag von Andi Schneider und Michael Pohl (17.) brachte Stimmung in die Kathrein-Arena. Fabian von Schilcher konnte kurz vor der Pause aber wieder egalisieren.  
 
Normalerweise hätte die bislang gezeigte Leistung der Hausherren den EHC-Spielern klar machen müssen, dass diese Begegnung nicht mit angezogener Handbremse nach Hause gefahren werden kann. Trotzdem nahmen sich die Mannen in Blau unverständlicherweise mehr und mehr zurück. Geradezu pomadig wirkten die Aktionen des Klassenprimus. Daneben stand in Oliver Häusler noch ein vorzüglicher Scheibenfänger im SBR-Gehäuse. Andreas Paderhuber noch in der Minute nach Wiederbeginn sowie Kevin Kraxner nur wenig später schossen einen passablen Vorsprung heraus, den Andi Schneider zum Drittelende sogar noch ausbauen konnte. Kevin Kühnhackl im Münchner Tor wirkte bei der Vielzahl der Rosenheimer Angriffe nicht immer sicher, ihm eine Schuld am klaren Rückstand zu geben wäre aber ungerecht. Seine Vorderleute ließen den Sohn der deutschen Eishockeylegende ein ums andere Mal im Stich. Vielleicht erwartete der ein oder andere den jüngst verpflichteten Dennis Hipke als Stellvertreter des verletzten Jochen Vollmer. Schorsch Kink gab jedoch Kühnhackl das Vertrauen.  
 
Was Schorsch Kink seiner Eleven in der zweiten Pause mit auf den Weg gab, ist nicht überliefert. Eine gewisse Deutlichkeit schien seine Ansprache indes gehabt zu haben. Vor allem für die erste Sturmformation des EHC. Diese musste ihre Einsatzzeiten an Reihe vier (Attenberger, Schury,Schwele) abgeben, die bislang nur Zuschauer waren. Diese Maßnahme schien zu fruchten, denn plötzlich wurde auf Münchner Seite wieder so etwas wie Eishockey gespielt. Begünstigt wurde die nun eingeläutete Aufholjagd auch durch den Kräfteverschleiß der Chyzowski-Truppe, die dem Tempo der ersten beiden Spieldrittel merklich Tribut zollen musste. Bezeichnend für die Leistung des EHC, dass zwei Defender ihr Team zurück ins Spiel holten. Thomas Vogl und Mike Burman sorgten für Spannung in den Schlussminuten. Zum tragischen Held auf Seiten des Aufsteigers wurde ausgerechnet Raimond Hilger. Jahrelang auf beiden Seiten aktiv, eröffnete der Routinier den Münchnern durch seine dumme Strafzeit ein finales Powerplay, was diese in Persona von Pete Brearley auch zu nutzen wussten.  
 
Dass sich die Gastgeber trotzdem noch den Zusatzpunkt sichern konnten, war mehr als verdient. Sie waren zwei Drittel lang die aktivere und agilere Mannschaft. Jeremy Stasiuk sorgte im fünften Durchgang für die Entscheidung, nachdem George Kink zuvor an Häusler scheiterte. Ein Trost für den EHC ist die weiterhin souveräne Tabellenführung, nachdem der hartnäckigste Verfolger, der SC Riessersee, in Füssen - EHC Gegner am Sonntag - unterlag. (orab) 
 
 Tore: 
0:1 (06:05) Newhook (Eckmair), 1:1 (16:08) Schneider (K.Kraxner, Stasiuk), 2:1 (16:46) Pohl (Koziol), 2:2 (19:15) v. Schilcher (Leahy, Jann), 3:2 (20:39) Paderhuber (Schiffl, Hilger), 4:2 (24:19) K.Kraxner, 5:2 (36:21) Schneider (Stasiuk, Brandstädter), 5:3 (45:48) Vogl (Eckmair, Burman), 5:4 (55:14) Burman (Brearley), 5:5 (58:35) Brearley (Leinsle, Burman) 
 
 Strafen: Rosenheim 10 - München 12 
Schiedsrichter: Deibler (Haas, Pichlmair) 

 Zuschauer: 3621

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