Piwowarczyk stark beim Sieg in Bad Tölz

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Mit 4:1 (0:0, 2:0, 2:1) siegten die Roten Teufel Bad Nauheim beim Altmeister EC Bad Tölz. Spieler des Abends war der Kanadier Kyle Piwowarczyk, der zwei Treffer zu diesem wichtigen Auswärtserfolg beisteuerte. EC-Coach Fred Carroll konnte wider Erwarten doch noch nicht auf Neuzugang Semen Glusanok in der Verteidigung zurückgreifen. Das Original der Freigabe seines bisherigen Clubs Blue Lions Leipzig war noch nicht in der Passstelle angekommen, so dass der Verband keine Spielberechtigung erteilte. Somit mussten die Hessen kurzfristig umdisponieren und den glücklicherweise mitgefahrenen Dennis Cardona in die Defensive beordern, so dass trotz des weiteren Ausfalls von Christian Franz (Bandscheibenvorfall) sechs Verteidiger zur Verfügung standen. Der Rückkehrer nach zweimonatiger Verletzungspause, Mathias Baldys, gesellte sich zu Eric Haiduk und Alexander Althenn (Mario Willkom war aus beruflichen Gründen nicht mitgereist), während die anderen beiden Sturmformationen (Breiter, Gare, Richardson und Piwowarczyk, Barta, Schwab) unverändert gegenüber den letzten Spielen blieben. Die Partie begann mit leichten Vorteilen für die Gastgeber, die zuletzt sechs Mal in Folge unterlagen und denen langsam der Verlust des Anschlusses an die Playoff-Ränge droht. Große Torchancen erspielten sie sich allerdings nicht, Boris Ackers im Tor hatte keine Mühe mit Schüssen von Kottmair (3.) und Eastman (4.). Die Hessen kamen ab der 7.Minute besser ins Geschehen und zu zwei aussichtsreichen Situationen durch Althenn und Haiduk, doch beide Male war ECT-Goalie Jenike zur Stelle. Das Spielgeschehen war zerfahren, es gab kaum einmal sehenswerte Spielzüge auf beiden Seiten. Das Sichern des eigenen Gehäuses war oberste Priorität in einem für beide Teams wichtigen Spiel. Dies zeigte sich auch in der einzigen Überzahlsituation gegen Ende des fair geführten ersten Abschnitts, als die Gäste trotz eines Mannes mehr nur einen Torschuss auf Jenike zuwege brachten, so dass es mit einem gerechten 0:0 in die erste Pause ging.

Lebhafter wurde es im Mitteldrittel: nur Sekunden nach Wiederbeginn wurde Kevin Richardson im Alleingang gerade noch rechtzeitig von einem Bad Tölzer am Torschuss gehindert, anschließend mussten die Gäste eine Strafe gegen Lanny Gare überstehen. Die Hessen waren gerade wieder komplett, da eröffnete sich eine Zwei-gegen-Eins-Kontersituation mit Gare und Richardson. Letzterer täuschte einen Pass auf Gare an, schoss anschließend aber selber und traf somit zur 1:0-Führung für die Roten Teufel. Oft sagt man ja, dass ein Tor dem Spiel gut tun würde, und so war es auch in diesem Fall. Bad Tölz musste nun nämlich mehr nach vorne machen, während die Hessen dadurch ihre gefährlichen Konter vortragen konnten. Das Geschehen wog hin und her, lebte aber letztendlich von der Spannung und dem Einsatz der Akteure. Hochklassiges Eishockey war aber ohnehin nicht zu erwarten, in dieser Phase zählen für beide Vereine nur die Punkte. In der 31. Minute zog Jan Barta einfach mal in Richtung des Bad Tölzer Tores ab, sein Schuss wurde von Kyle Piwowarczyk abgefälscht und landete unhaltbar für Jenike zum 2:0 aus Sicht der Hessen im Netz. Bad Tölz versuchte, sofort zu antworten und wurde zudem begünstigt durch zwei Strafen gegen die Gäste. In dieser Phase erwies sich aber die Abwehr inklusive Torhüter Boris Ackers als sicher und souverän und überstand beide Unterzahlszenen schadlos, so dass es mit einer vermeintlich komfortablen, im Grunde genommen aber trügerisch sicher wirkenden 2:0-Führung für die Roten Teufel in die zweite Pause ging.

Dass zwei Tore im Eishockey einen nicht allzu großen Rückstand bedeuten, zeigte sich in der 43.Minute, als Engel einen Fehler von Dennis Cardona eiskalt mit dem 1:2-Anschlusstreffer bestrafte. Dies war natürlich nochmal Motivation für die Bayern, denen nun mehr als 17 Minuten blieben, um das Geschehen zu drehen. Die Gastgeber drängten, während sich die Hessen vornehmlich in der Defensive auch aufgrund einer weiteren Strafzeit wiederfanden. Die Hessen überstanden aber auch diese Situationen schadlos. Als die Hausherren anschließend durch Eastman wegen Beinstellens zwei Strafminuten hinnehmen mussten, war es Kyle Piwowarczyk, der wie beim 0:2 einen Schuss abfälschen und ins Tor zum wichtigen 1:3 befördern konnte. Da war Chris Eade schon nicht mehr mit dabei, der Bad Nauheimer Verteidiger bekam einen unabsichtlichen hohen Stock ins Gesicht und musste sich in der Kabine behandeln lassen. Somit mussten die verbliebenen fünf Verteidiger die restlichen neun Spielminuten rotieren, was sie mit Bravour erledigten. Bad Tölz bemühte sich, den erneuten Anschluss zu erzielen, letztendlich sprang aber nicht viel dabei heraus. Stattdessen machte Jan Barta in der 56.Minute den Sack mit dem 4:1 zu, das bis zum Ende Bestand hatte.

Tore: 0:1 (23:10) Richardson (Piwowarczyk, Gare), 0:2 (30:36) Piwowarczyk (Barta, Vogler), 1:2 (42:37) Engel (Sternkopf, Sedlmayr), 1:3 (47:45) Piwowarczyk (Richardson, Gare/5-4), 1:4 (55:51) Barta (Schwab, Piwowarczyk). Strafen: Bad Tölz 6, Bad Nauheim 8. Zuschauer: 1201.

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