Ohne Punkte

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Eine herbe 4:6 (1:2, 1:2, 2:2)-Niederlage beim EHC Klostersee fuhren die Roten Teufel Bad Nauheim in der Oberliga ein, womit die Hessen zum zweiten Mal in der Saison an einem Wochenende ohne Punkte bleiben. Wie angekündigt wartete EC-Coach Fred Carroll mit einigen personellen Umstellungen nach dem schwachen Heimauftritt vom Freitag gegen Dortmund auf: Eric Haiduk rutschte für Jan Barta in die erste Formation zu Tobias Schwab und Lanny Gare, der gelernte Stürmer Patrik Gogulla wechselte aus der Defensive in den Angriff zu Kyle Piwowarczyk und Sven Breiter. Im dritten Block agierten Kevin Richardson, Jan Barta und Dennis Cardona, die vierte Reihe lautete Striepeke, Althenn und Willkom. Für Gogulla kam in der Abwehr Marc Kohl zum Einsatz. Die Gäste benötigten ob der Änderungen in paar Minuten, ehe sie allmählich das Spielgeschehen unter Kontrolle bekamen. Es bedurfte aber erst eines Powerplays, das in der zehnten Minute das 1:0 für die Hessen durch Richardson brachte, der nach einem gewonnenen Bully von Piwowarczyk Ashton im Tor der Gastgeber überwinden konnte. Die Bayern antworteten aber prompt, allerdings war der Treffer durch Gert Acker diskussionswürdig, nachdem dieser in Boris Ackers hineinrauschte. Der Unparteiische sah die Scheibe aber wohl schon vorher über der Linie, so dass es also nach der Nauheimer Führung schnell 1:1 stand. Dieser Gegentreffer schien die Roten Teufel zu lähmen, denn plötzlich lief nichts mehr zusammen. Ein konstruktiver Spielaufbau fand kaum statt, es gesellten sich zahlreiche Fehler im Passspiel hinzu. Einen solchen, katastrophalen Fehlpass von EC-Kapitän Alexander Baum genau auf den Schläger von Grafings Mudryk im Bad Nauheimer Drittel nutzte der Kanadier noch vor der ersten Pause zur 2:1-Führung für den Tabellenletzten.

Auch im Mittelabschnitt wurde es aus Gäste-Sicht nicht besser. Statt einfaches und direktes Eishockey zu spielen, wurde zu kompliziert agiert, so dass die Bayern nur auf Fehler zu warten brauchten. Hinzu kamen einige Unterzahlsituationen: Als Sven Breiter wegen einer umstrittenen Strafzeit in der Kühlbox saß, war Chris Eade zu passiv und schaute zu, wie Gert Acker Sturmkollege Valentin Scharpf mustergültig von hinter dem Tor aus zum 3:1 bedienen konnte. Und es kam noch dicker: Baum musste nach einem eigentlich fairen Check auf die Strafbank, was Jared Mudryk gar zum 4:1 nutzen konnte. Zumindest den Anschluss markierte Schwab in der 38.Minute mit dem 2:4-Pausenstand, so dass für das letzte Drittel noch ein gewisser Hoffnungsschimmer bei den knapp 30 mitgereisten EC-Fans existierte.

Der letzte Abschnitt begann dann auch optimal für die Gäste: in Überzahl fälschte Vogler im Slot in der 42.Minute einen Baum-Schuss zum 3:4 aus Sicht der Hessen unhaltbar für Grafings Goalie ab. Es dauerte anschließend aber nur 28 Sekunden, ehe Mudryk auf der anderen Seite einen Rebound zur erneuten Zwei-Tore-Führung der Bayern verwerten konnte. In dieser Szene standen die EC-Verteidiger erneut zu weit entfernt von ihrem Mann. Das Glück schien aber zu den Wetterauern zurückzukehren, nachdem ein Schwab-Schuss von einem Grafinger Schlittschuh in der 45.Spielminute ins eigene Tor zum 5:4 abgelenkt wurde. Nun waren die Teufel plötzlich im Spiel und drauf und dran, den Ausgleich zu markieren. Lanny Gare hatte zwei Riesenchancen hierzu, doch einmal hielt Ashton einen Alleingang (49.), in der nächsten Situation verzog der Kanadier (51.). Man fragte sich, warum die Gäste nicht das ganze Spiel über diesen Einsatz zeigten, der in der 58.Minute durch Chris Eade aber übertrieben wurde, als dieser eine unnötige Strafzeit kassierte. Die starke Reihe um Jared Mudryk nutzte auch dieses Powerplay und machte das entscheidende 6:4 - diesmal durch Bernd Rische. Dies war der K.O.-Schlag für die Gäste, die sich nun vorwerfen lassen müssen, nach dem guten Beginn mehr als 30 Minuten lang zu wenig getan zu haben.

„Das war eine katastrophale Leistung meines Teams und ein ganz peinliches Spiel. Zwei Mal schießen wir ein Tor, und nur Sekunden später kassieren wir eins. Die Defensive hat eine mehr als schlechte Leistung gezeigt. Klostersee hat sechs Tore geschossen und somit verdient gewonnen“, zeigte sich Fred Carroll entsprechend sauer nach dem Schlusspfiff. Somit fahren die Grafinger drei nicht unverdiente Punkte ein, die sie im Kampf um den Anschluss ans Mittelfeld natürlich gut gebrauchen können. „Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich nicht unbedingt zufrieden“, so EHC-Coach Alex Stein. „Wir müssen das in den nächsten Partien einfach besser machen. Über die drei Punkte freue ich mich aber natürlich“, so Stein weiter. Für die Roten Teufel bedeutet die Niederlage also einen herben Rückschlag, so dass Fred Carroll vor den Spielen nächstes Wochenende in Rosenheim und zuhause am Sonntag gegen Füssen ein paar arbeitsintensive Tage ins Haus stehen dürften. „Ab Dienstag werden die Spieler diese Leistung zu spüren bekommen“, so der Kanadier.

Tore: 0:1 (9:56) Richardson (Piwowarczyk/5-4), 1:1 (10:49) Acker (Wälde/6-5), 2:1 (16:15) Mudryk, 3:1 (27:53) Scharpf (Acker, Gumplinger/5-4), 4:1 (32:37) Mudryk (Cox, Quinlan/5-4), 4:2 (37:51) Schwab (Baum, Gogulla), 4:3 (41:34) Vogler (Baum/5-4), 5:3 (42:02) Mudryk (Cox, McMillan), 5:4 (44:40) Schwab (Richardson, Gare), 6:4 (57:01) Rische (Mudryk, Cox/5-4). Strafen: Klostersee 16 + 10 (Rische), Bad Nauheim 12. Zuschauer: 432.

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