Oberligaspitzenreiter München mit Problemen: Der EHC-Motor stottert

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Fünf Siege in den ersten fünf Spielen, mit sechs Punkten Vorsprung Tabellenführer der Oberliga Süd: Vor einer Woche war die Welt des EHC München noch in Ordnung. Doch dann kam mit der überraschenden 2:6-Niederlage in Garmisch der erste Ausrutscher, den die Fans nicht so ernst nahmen. Kann ja mal passieren! Aber auch das nächste Auswärtsspiel am gestrigen Abend in Peiting konnte der haushohe Favorit aus der Landeshauptstadt nicht gewinnen: 3:2 nach Verlängerung lautete am Ende das Ergebnis für das neuformierte Team aus Peiting.



Dabei begann es, wie in Garmisch, recht gut für die Münchner: Manuel Hiemer erzielte in der 13. Minute vor rund 1000 Zuschauern die verdiente Führung. Doch im zweiten Drittel gaben die Hausherren, und dabei vor allem deren Ausländer, mächtig Gas. Innerhalb von neun Minuten drehten sie durch Tore des Kanadiers Melong und des Schweden Jonsson das Spiel. Kurz vor Schluss gelang Alexander Leinsle zwar noch der Ausgleich für die Münchner, dem Peitinger Verteidiger Rob Brown blieb es in der vierten Minute der Verlängerung vorbehalten, den vielumjubelten Siegtreffer zu erzielen: Gegen drei Münchner (Vogl und Brearley saßen auf der Strafbank) war dies auch nicht allzu schwer.



EHC-Trainer Kink war dann nach dem Spiel auch nicht gerade bester Laune. Schließlich hatte ihn sein Team ausgerechnet in den beiden für ihn wichtigsten Spielen im Stich gelassen: Wohnhaft in Garmisch und zuletzt, bis zu seinem Rauswurf, tätig in Peiting, hätte er sich gerade dort bessere Leistungen erhofft. Bedingt durch die kuriosen Ergebnisse der Konkurrenz (Riessersee gewann zum zweiten Mal auswärts mit 7:6, diesmal allerdings nach Penaltyschießen) konnte der EHC zwar den ersten Tabellenplatz verteidigen, überzeugend waren die Leistungen bis jetzt allerdings nicht.



Das wahre Potential der Mannschaft wurde bis jetzt nur in den Vorbereitungsspielen (u.a. 9:3 gegen Zweitligaspitzenreiter Landshut) und im Pokal (1:2 gegen DEL-Vizemeister Berlin) sichtbar. Dagegen tut man sich in den Punktspielen, v.a. gegen vermeintlich wesentlich schwächere Gegner, überraschend schwer. Liegt es an der Einstellung mancher Cracks, die zuweilen ziemlich überheblich agieren, oder daran, dass sie die Vorstellungen des Trainers noch nicht richtig umsetzten können? Kink hatte bereits während der Woche erklärt, dass er sich für sein Team eine andere Spielanlage mit klar erkennbaren Laufwegen vorstelle. Tatsache ist auf jeden Fall, dass sich gerade die Ausländer mächtig steigern müssen. Bis auf Burman (zumeist verletzt) und mit Einschränkungen Newhook, der wenigstens kämpferisch überzeugt, blieben sie bis jetzt weit hinter den Erwartungen zurück.



Zurzeit weist die Oberliga Süd an jedem Spieltag mit höchst überraschenden Ergebnissen auf, was auf eine große Ausgeglichenheit schließen lässt. Wer hätte etwa gedacht, dass Miesbach gegen Rosenheim mit 7:2 erfolgreich sein würde? Und diese vermeintlich graue Maus aus dem Oberland gibt nun am Sonntag (18.30 Uhr) im Münchner Eisstadion ihre Visitenkarte ab. Gelegenheit für den EHC, seine nicht gerade euphorischen Fans mit einer überzeugenden Leistung zu versöhnen und die Tabellenführung zu festigen. (an)