Oberliga: Tölzer drehen in den letzten drei Minuten intensive Partie

ESVK verpflichtet Max KaltenhauserESVK verpflichtet Max Kaltenhauser
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Nur 1.812 Zuschauer wollten sich den Topfavoriten der Oberliga, die Tölzer Löwen, im Stadion am Berliner Platz zum Spitzenspiel der Südgruppe ansehen. Hierbei galt es, vor allem die Topreihe der Gäste mit Zeller, Dube, und Mulock auszuschalten, befinden sich doch alle drei Spieler in den Top-Five der Oberligatopscorer. Christian Baader sammelte nach seiner Verletzung wieder Spielpraxis und erhielt den Vorzug im Tor vor Martin Fous. Außerdem lies Maurizio Mansi wie schon am Freitag in Berlin nur mit drei Reihen agieren.

Die erste gute Chance für die Joker ergab sich ausgerechnet in Unterzahl in der 6. Minute durch McLeod, doch fast im Gegenzug fiel das 0:1 für die Gäste durch deren Paradereihe, Torschütze war Mulock. Kurz nach dem Rückstand ergab sich für die Joker eine kritische Situation, als sie 1:08 Minuten einer doppelten Unterzahl überstehen mussten. Wie man mit zwei Mann mehr auf dem Eis spielt, demonstrierten dagegen die Joker knapp vier Minuten später, als Jordan Webb, schön herausgespielt, nur noch zum Ausgleich einschieben musste.

Bereits gut zwei Minuten nach Wiederanpfiff gelang allerdings den Gästen der erneute Führungstreffer, als Michael Baindl per Volley-Tipp-In Christian Baader im Joker-Tor überwand. Das Spiel ging nun rauf und runter, Chancen gab es hüben wie drüben. Zuerst scheiterte Endrass am guten Gästekeeper Ower, anschließend konnte der Tölzer Zeller gerade noch am Einschuss gehindert werden. Kurz darauf fiel der verdiente Ausgleich erneut durch Webb, als seine Reihe mit Schury und Robert die Tölzer in deren Verteidigungsdrittel lange einschnüren konnte. In der 29. Minute schließlich sollte eine Überzahl endlich den Führungstreffer für die Gastgeber bedeuten. Robert Paule tankte sich hervorragend durch die Tölzer Abwehr und konnte nur unfair am Einschuss gehindert werden. Da ihm schon am Freitag der erste Treffer seit über drei Jahren gelang, durfte Jordan Webb den fälligen Penalty zur Führung für die Joker durch die Beine von Goalie Ower verwandeln. Doch in diesem Spiel wollte wohl keine Mannschaft die Führung lange behalten. So auch diesmal, als Terry Campbell der Ausgleich für die Oberbayern gelang. Wenig später hatte Robert Paule Glück, als sein Check von hinten nur mit 2+10 Minuten geahndet wurden. Kaum war die Strafzeit von Paule abgelaufen, gelang dem aufopferungsvoll kämpfenden Rob McFeeters die erneute Führung der Joker, die aber wieder nicht lange Bestand hatte, weil Christian Urban nur 32 Sekunden später erneut Christian Baader, der nicht seinen besten Tag erwischte, zum Ausgleich überwand. In der 39. Minute rettete die Latte die Hausherren vor einem Rückstand.

Im letzten Drittel sorgte Lubos Velebny schon früh für einen Paukenschlag, als sein Schlagschusshammer durch Freund und Feind zum erneuten Führungstreffer im Tor von Ower einschlug. In der Folgezeit wuchs der Zorn des Publikums auf Hauptschiedsrichter Vogl, doch auch die Joker trugen mit teilweise unnötigen Strafzeiten ihr Scherflein dazu bei, dass sich immer wieder ein Kaufbeurer auf der Strafbank wiederfand. In der 47. Minute hatten die Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Robert scheiterte. Aber ausgerechnet bei fünf gegen fünf mussten die Gastgeber etwas mehr als zwei Minuten vor Schluss den bitteren Ausgleich durch Mulock hinnehmen, als erneut Baader nicht den sichersten Eindruck machte. Zuvor hatte Gästecoach Kammerer eine Auszeit genommen, um seine Mannen auf die heiße Schlussphase einzustimmen. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Nur 23 Sekunden später drehten die Tölzer endgültig die Partie zu ihren Gunsten, als Florian Zeller nach einem Fehler im Mitteldrittel mit einem trockenen Schlagschuss zum 5:6 die Partie völlig auf den Kopf stellte. In der letzten Minute sollte auch mit Herausnahme von Torhüter Baader nicht mehr der erhoffte Ausgleich gelingen. Die schon anfangs erwähnte Paradereihe der Tölzer entschied schliesslich doch noch das Spiel zu ihren Gunsten und schickte die Joker ins Tal der Tränen.

In der anschließenden Pressekonferenz meinte Gästecoach Kammerer, dass solche Geschichten einfach nur der Sport schreibe. Vergangenen Dienstag ging es den Tölzern ähnlich wie heute den Jokern. Maurizio Mansi war zwar insgesamt mit dem Spiel seiner Mannen zufrieden, beklagte aber einige dumme Fehler seiner Mannschaft. (esvk.de)


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