Oberliga-Play-offs: Jeweils vier Siege für Nord und SüdSechs von acht Serien bereits vor der Entscheidung

In der Selber Netzsch-Arena standen sich die Selber Wölfe und die Hannover Indians gegenüber. (Foto: Stefan Schreiber)In der Selber Netzsch-Arena standen sich die Selber Wölfe und die Hannover Indians gegenüber. (Foto: Stefan Schreiber)
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Nordchampion Tilburg Trappers und auch Nordvize Hannover Scorpions konnten dagegen die Heimpleiten vom Freitag wieder ausgleichen und jetzt sieht die Welt wieder deutlich freundlicher aus. Ebenfalls in der unangenehmen Situation, am Dienstag siegen zu müssen, befinden sich die Essener Moskitos und die Memminger Indians. In beiden Fällen müssen sie reisen und das macht das Unterfangen nicht leichter. Allerdings gab es schon so viele Überraschungen in den ersten beiden Serienspieltagen, so dass man gespannt sein darf, wer als erstes sich auf die nächste Runde vorbereiten darf und wer am Dienstag in die Sommerpause gehen muss.

Füchse Duisburg – EC Peiting 1:5 (0:1, 1:1, 0:3)

Play-off-Stand: 0:2

Das war wieder eine eindeutige Sache. Zu so einem Schluss kann man kommen, wenn man das Ergebnis sieht, aber so war es nicht. Die Füchse lieferten dem Südmeister einen heroischen Fight, konnten aber ihre Abschlussschwäche nicht abstellen und die Peitinger zeigten ihre Souveränität, blieben cool in der Defensive und schossen immer rechtzeitig die wichtigen Tore. Peitings Tscheche Milan Kosturek fing mit dem Toreschießen in der 15. Minute an und erhöhte persönlich in der 28. Minute auf 2:0 für den ECP. Nach Ricco Ratajczyks Anschlusstor in der 34. Minute waren die Füchse wieder dran, konnten sich jedoch gegen die spielstarken Gäste nicht so durchsetzen wie es notwendig gewesen wäre. Zumindest die Spannung blieb bis zu 49. Minute erhalten, dann fiel mit dem 3:1 durch Thomas Heger eine Vorentscheidung für den ECP. Exakt 120 Sekunden nach dem dritten Tor legte Andreas Feuerecker nach und damit war die Partie entschieden. Trotzdem versuchte Füchse-Coach Dirk Schmitz alles, nahm sogar 197 Sekunden vor Schluss seinen Torhüter Staudt vom Eis und wurde dann sogar mit dem 1:5 durch Dominik Krabbat (59.) bestraft. Damit führen die Peitinger in der Serie mit 2:0.

Rostock Piranhas – EV Landshut 2:3 (1:1, 0:1, 1:1)

Play-off-Stand: 0:2

Das Spiel in Rostock war für den EVL harte Arbeit. Die 1311 Zuschauer wurden jedenfalls mit einem der besten Piranhas-Spiele der Saison belohnt und der EVL hatte am Ende zwar ein blaues Auge, kam aber mit dem Schrecken davon. In der neunten Minute brachte Michal Bezouska seine Piranhas in Führung und Tomas Plihal brauchte sechs Minuten später schon ein Powerplay für den Ausgleich. Als der erst 19-jährige Marco Baßler die Niederbayern in der 27. Minute mit 2:1 in Führung brachte, da schien es so, als ob die Rostocker aufgeben würden, aber dem war nicht so. Sie hielten stark mit und in der 42. Minute wurde der Kampfgeist mit dem 2:2 durch Maurice Becker belohnt. In der Folge war zwar Landshut optisch besser, aber die Konter der Rostocker immer gefährlich und wiederum ein Powerplay, diesmal in der 51. Minute brachte die Entscheidung. Ex-Nationalspieler Peter Abstreiter erzielte das entscheidende dritte Tor.

Herner EV – Eisbären Regensburg 6:1 (2:0, 3:0, 1:1)

Play-off-Stand: 2:0

Während der vor der Serie favorisierte Süddritte weiterhin keinen Schlittschuh auf das Serieneis bekommt, dominierten die Herner diesmal mit ihrer Offensivkraft das Geschehen. Obwohl sich die Gäste ziemlich in die Partie reinhängten, zeigten sich die Grün-Weiß-Roten cleverer, kälter in der Ausnutzung der Torchancen und abgezockter. Wie heiß es in dem Spiel losging, dokumentiert gleich die erste Spielminute, als sich nach 38 Sekunden Klingsporn (HEV) und Tausch (EVR) in die Haare bekamen und auf die Strafbank mussten. Klingsporn war es dann auch, der sich in der 18. Minute eine Fünfer plus Spieldauer einhandelte und weil 44 Sekunden später auch noch Patrick Asselin (HEV) auf die gleiche Bank wanderte, hatten die Regensburger für volle 120 Sekunden doppeltes Überzahlspiel. Zu diesem Zeitpunkt führte der HEV jedoch nach Toren von Marcus Marsall (6.) und Philipp Kuhnekath (16.) bereits mit 2:0. Somit waren die Bayern gezwungen, das Tor zu erzielen und versagten. Elf Minuten später fast die gleiche Situation vor dem anderen Tor. Divis und Schaller (beide EVR) saßen und Asselin zeigte wie man so eine Chance ausnutzt. Der gleiche Akteur erhöhte dann in der 33. Minute gleich noch auf 4:0 und weil Mike Schmitz (40.) treffsicher auf 5:0 erhöhte, war Spiel zwei der Serie schon nach vierzig Minuten entschieden. Danach hatte Regensburgs Stammkeeper Peter Holmgren die Nase voll und wurde ausgewechselt. Für ihn kam sein Back-up Raphael Fössinger, der seine Sache mit einer Fangquote von 92,9 Prozent gut machte. Ein Tor kassierte er noch in der 43. Minute durch Lois Spitzner zum 1:6, weil eine Minute vorher Regensburgs Benedikt Böhm mit seinem Tor HEV-Keeper Björn Linda den verdienten Shut-out vermasselte.

Moskitos Essen – Starbulls Rosenheim 1:5 (1:3, 0:0, 0:2)

Play-off-Stand: 0:2

Zwei Fakten entschieden diese Partie. Die Rosenheimer brillierten in der Defensive, wo vor allem Keeper Lukas Steinhauer mehrfach sein Können zeigte und einen Gästespieler bekamen die Essener wiederum nicht in den Griff. Chase Witala entschied das Spiel mit zwei Powerplaytoren im letzten Drittel. Zuvor hatte Michael Fröhlich die bayerischen Gäste in der zehnten Minute in Führung gebracht und Robin Slanina ließ nur zwei Minuten später das 2:0 folgen. Ein Schock für die Essener, die sich nur mühevoll fingen. Als Julian Airich in der 16. Minute eine Überzahlsituation mit dem 1:2 abschloss, schien sich das Spiel zu drehen aber die Rosenheimer hatten Glück. Der früher auch schon einmal in Dortmund und Duisburg tätige Manuel Neumann erzielte postwendend das 3:1 für die Starbulls. Im zweiten Drittel hatte die Rosenheimer Abwehr vielfach genug Möglichkeiten sich auszuzeichnen und als in der 44. Minute der besagte Witala das 4:1 markierte, da war die Moral der Hausherren gebrochen. Am Ende durfte Witala sogar noch in der 57. Minute auf 5:1 erhöhen und jetzt haben die Mangfaller am Dienstag die große Chance, vor eigenem Publikum ins Viertelfinale einzuziehen.

EV Lindau Islanders – Tilburg Trappers 2:5 (1:2, 1:2, 0:1)

Play-off-Stand: 1:1

Die Panne vom Freitag nagte am derzeitigen Oberligameister und Play-off-Favorit, während die Lindauer sich zur Belohnung über die stattliche Kulisse von 1100 Zuschauern freuen durften. War das erste Drittel noch relativ ausgeglichen, so übernahmen die Trappers ab der 21. Minute das Kommando und diesmal zeigten sie sich in allen Mannschaftsteilen deutlich konzentrierter. Trotzdem durften die Islanders hoffen, denn der bereits am Freitag treffsichere Andreas Farny brachte seine Farben schon nach 172 Sekunden in Führung. Die sichtlich überraschten Tilburger kamen jedoch schnell zurück und vier Minuten später glich Danny Stempher aus. In der 13. Minute erzielte Boet van Gestel das 2:1 der Gäste und jetzt wurden die Niederländer immer stärker. Nardo Nagtzaam erzielte in der 30. Minute das 3:1 für die Trappers und Jordy Verkiel in der 32. gar das 4:1. Matteo Miller konnte die heimischen Hoffnungen mit dem zweiten Lindauer Tor in der 38. Minute noch hochhalten aber mit seinem zweiten Tagestor in der 46. Minute machte van Gestel endgültig den Sack zu. Damit steht die Serie 1:1 und findet am Dienstag in Tilburg ihre Fortsetzung.

Blue Devils Weiden – Hannover Scorpions 4:5 (2:1, 0:3, 2:1)

Play-off-Stand: 1:1

Vor der Play-off-Kulisse von 2110 Zuschauern gelang dem früheren deutschen Meister der Re-Break und damit übernahm der Tabellenzweite der Oberliga Nord in der Serie wieder das Kommando. Allerdings ein Kommando, das auf wackeligen Füßen besteht und bei dem sich die Mellendorfer keine weitere Schwäche mehr erlauben dürfen. Beim Spiel in Weiden erbrachte ein starkes Drittel den Gästen den Spielgewinn, wobei am Ende ein Schussverhältnis von 33:30 für Weiden für mehr als ein ausgeglichenes Spiel stand. Marco Habermann brachte die Devils in der fünften Minute in Führung und auch der Ausgleich von Marian Dejdar in der elften Minute schockte die Gastgeber nicht. Noch vor der ersten Pause erzielte Martin Heinisch in Überzahl das 2:1. Im zweiten Drittel zeigten dann die Mellendorfer ihre Abschlussqualitäten, obwohl auch diesmal Topscorer Björn Bombis (ein Assist) fast leer ausging. Patrick Schmid (24.), Chad Niddery (26.) und Sean Fischer (36.) machten aus dem 1:2 ein 4:2. Im letzten Drittel warfen die Devils alles nach vorne und ihr Topscorer Tomas Rubes markierte mit zwei Toren (42.,49.) den Ausgleich. Die Scorpions reagierten jedoch eiskalt mit dem 5:4 durch Christoph Koziol (50.) und auf dieses Tor hatten die Devils keine Antwort. Damit steht die Serie 1:1 und geht am Dienstag in Mellendorf weiter.

Selber Wölfe – EC Hannover Indians 5:4 (1:2, 2:1, 1:1, 1:0) n.V.

Play-off-Stand: 2:0

Den Selbern scheinen in der ersten Play-off-Runde Teams der Oberliga Nord zu liegen. Bereits im letzten Jahr schickten sie die Duisburger mit einem Sweep in die Sommerferien und in diesem Jahr droht dieses Ereignis den Hannover Indians. Dabei waren die Stadtindianer, die sich am Freitag beim 5:7 noch überraschen und stellenweise vernaschen ließen, beim zweiten Play-off-Spieltag in einer hitzigen Partie eigentlich die bessere Mannschaft. Schiedsrichter Ruben Kapzan verteilte 22 Einzelstrafen (12 gegen Selb, 10 gegen Hannover) und auch das Schussverhältnis lautete am Ende 37:24 für die Gäste aber wenn diese die zahlreichen Möglichkeiten nicht nutzen können, dann geht der Schuss wirklich nach hinten los. Besonders ein Mann war von den Indians nicht zu halten und das war Selbst Topscorer Ian McDonald. Der Kanadier traf in der zwölften und 52. Minute und schließlich in der 79. Spielminute. Damit gewann er das Privatduell gegen Brent Norris mit 3:2, denn dieser erzielte zwei Powerplaytore in der 38. und 47. Minute. Die anderen Torschützen für Selb waren Lanny Gare (26.) und Erik Gollenbeck (37.), für die Indians trafen Lukas Valasek (7.) sogar in Unterzahl und Thore Weyrauch (16.). Damit kommt es am Dienstag am Pferdeturm zu einer vorentscheidenden Partie, bei dem sich die Indians überraschend in Zugzwang befinden.

ECDC Memmingen Indians – Saale Bulls Halle 3:4 (0:2, 1:0, 2:1, 0:1) n.V.

Serienstand: 0:2

Neben Herne sind somit die Saale Bulls Halle die einzigen Nordvertreter, die nach zwei Runden ihre Serie mit 2:0 anführen, wobei die Hallenser sich jetzt sogar in der komfortablen Lage befinden, am Dienstag mit einem Sieg in eigener Halle die Serie zu beenden. Leicht wird dieses Unterfangen jedoch nicht werden, denn die Indians wurden zwar vor der Topkulisse von 2663 Zuschauern mit zwei Gästetoren geschockt, kämpften sich jedoch mit viel in die Partie zurück. Herausragend im ersten Drittel Gästestürmer Chris Francis, der in der achten und 13. Minute mit zwei Toren die Bulls mit 2:0 in Führung brachte. In der 35. Minute konnte Tadas Kameliauskas ein Powerplay zum Anschluss nutzen und das Eigengewächs Milan Pfalzer glich, ebenfalls in Überzahl, in der 49. Minute aus. Der Jubel der einheimischen Fans war noch nicht verklungen, da führte schon wieder Gast. Tim May (50.) brachte die Bulls mit 3:2 nach vorne. Jetzt musste Memmingen alles riskieren und bevor Memmingens Trainer Waßmiller seinen Torhüter Vollmer aus dem Tor nehmen musste, glich Sven Schirrmacher (58.) mit dem dritten Powerplay-Tor für die Indians aus. Im Gegensatz zum Spiel in Selb dauerte diese Verlängerung nur 136 Sekunden, dann traf Dominik Patocka mit dem vierten Tor bei numerischer Gleichheit für die Bulls zum entscheidenden 4:3.    


Oberliga Playoffs

Montag 22.04.2019
Tilburg Trappers Trappers
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EV Landshut Landshut
Mittwoch 24.04.2019
EV Landshut Landshut
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Tilburg Trappers Trappers