Oberliga: Im Westen brummt's

In der vergangenen Saison erreichte West-Oberligist EC Bad Nauheim das Play-off-Halbfinale. Jan Barta (links) spielt nun aber für den Oberliga-Neuling Löwen Frankfurt. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)In der vergangenen Saison erreichte West-Oberligist EC Bad Nauheim das Play-off-Halbfinale. Jan Barta (links) spielt nun aber für den Oberliga-Neuling Löwen Frankfurt. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)
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Da wäre erst einmal der Modus. Die zwölf Teams spielen zunächst nur eine Einfachrunde – also ein Hin- und ein Rückspiel gegen jede andere Mannschaft. Diese Runde ist Ende Dezember beendet. Die erste Acht machen danach in der Meisterrunde weiter – die unteren Vier spielen ab Januar um den Klassenerhalt mit den besten Regionalligisten. Von den ersten Acht der Meisterrunde – wieder nur Hin- und Rückspiele, keine Übernahme der Punkte – erreichen schließlich vier die Aufstiegsrunde mit den besten Teams des Norden und Ostens, ehe danach die Play-offs anstehen. Langweile, weil längst feststeht, wer wo landet, wird es daher kaum geben.

Zudem ist die Liga deutlich ausgeglichener besetzt als zuvor. Fünf, eher sechs oder sieben Mannschaften geben die Musik diesmal vor. Dafür sorgen vor allem zwei hessische Neulinge, die bis vor kurzem noch in der DEL aktiv waren. Die Löwen Frankfurt sind aus der Regionalliga West aufgestiegen; die Kassel Huskies wurden zwar nur in der Hessenliga (die parallel zur NRW-Liga eine Klasse unterhalb der Regionalliga angesiedelt ist) Meister, übersprangen als Nachrücker auch zur Freunde vieler Oberligisten die vierte Liga. Die Huskies sind aufgrund zahlreicher Fans, gute Sponsoren und starker Neuzugänge für die Spitzengruppe zu setzen. Ähnlich sieht das bei den Löwen Frankfurt aus – allerdings war das auch nötig, denn die Spiele im NRW-Pokal der vergangenen Saison haben gezeigt, dass der Sprung zur Oberliga ein großer ist; so schieden die Frankfurter nach einer zweistelligen Niederlage gegen Ratingen aus. Das ist Schnee von gestern: An beiden Standorten werden die Fans wieder in die Stadien strömen.

Mit den Roten Teufel Bad Nauheim zählt ein weiterer hessischer Vertreter zum Favoritenkreis der Liga. Gut verstärkt geht der EC in die Saison, darf sich auf attraktive Derbys freuen – und ist die einzige West-Mannschaft der Vorsaison gewesen, die das Play-off-Viertelfinale gegen einen Südverein überstanden hat.

Der EHC Dortmund hatte schon in der Vorsaison jegliche Favoritenrolle geleugnet – gefühlt selbst dann noch, als die West-Meisterschaft schon feststand. Auch nun bemüht sich Trainer Frank Gentges die Rolle der Elche in den Schatten der übrigen Topkandidaten zu stellen. Dabei haben die Dortmunder einige erfahrene Spieler verpflichtet. Sicherlich wird es angesichts der Konkurrenz schwer, erneut „durchzumarschieren“, aber zu leugnen, dass der EHC erneut das Zeug haben sollte, vorne mitzuspielen, wäre nun wirklich Unsinn.

Der EV Duisburg hat sein Gesicht stark verändert. Der Etat für das Team musste deutlich reduziert werden, da Füchse-Chef Ralf Pape nun ohne Zuschüsse der finanziell arg gebeutelten Stadt die Eissporthalle stemmen muss. Über 300.000 Euro fehlen nun pro Jahr. Eine deftige Hausnummer. Daraus machte der EVD eine Tugend, versteht sich als Ausbildungs-Kooperationspartner für die Kölner Haie und die Düsseldorfer EG. Über 40 Spieler stehen im Kader; die meisten sind mit Förder- (DEL) oder Doppellizenzen (DNL) ausgestattet. Läuferisch sind die Schwarz-Roten deutlich flotter unterwegs; und in der Kreativabteilung tummeln sich einige Talente bei den Ruhrstädtern. Dass Trainer Andreas Lupzig und der Verein sich kurzfristig trennten, ist vom Zeitpunkt her überraschend, doch mit Franz Fritzmeier jr. haben die Füchse einen neuen Chef, der sich bestens in der Liga auskennt.

Direkt hinter diesen fünf Mannschaften kommen Teams wie die Ratinger Ice Aliens und die Hammer Eisbären. Aber kommen sie wirklich „hinter“ diesen Mannschaften? Beide Vereine mühen sich redlich durch starke Neuzugänge die Eishockey-Leidenschaft früherer Jahre wieder zu werken. Denn sowohl am Sandbach als auch am Maxipark brannte in früheren Jahren die Luft. Die Teams scheinen das Potenzial zu haben, den Funken erneut zu zünden.

Die Moskitos Essen mussten insolvenzbedingt deutlich abspecken. Immerhin ist die Vernunft an den Westbahnhof zurückgekehrt. Statt irgendwelcher Mätzchen geben die Essen das aus, was sie haben. Auch wenn es nicht viel ist. Dafür steckt wieder Herzblut im Team. Bleibt den Grün-Violetten zu wünschen, dass die Fans diesen – richtigen – Weg auch mitgehen.

Die Rolle der Herausforderer um einen der acht Plätze fällt den Mannschaften aus Herford, Krefeld, Unna und Netphen zu. Auch der Königsborner JEC hat sich gut verstärkt und hätte endlich einmal mehr Zuschauer als in der vergangenen Saison verdient. Der EHC Krefeld-Niederrhein organisiert die „Preussen“, doch offiziell läuft das Team für den Verband als Krefelder EV auf, damit die vielen Nachwuchsspieler ohne Probleme spielberechtigt sind. Ein interessantes Projekt – und ein Team, das aufgrund der jugendlichen Frische in der Lage sein könnte, den einen oder anderen Großen zu schlagen. Das Feld komplettieren die Underdogs Herforder EV und EHC Netphen 08. Für beide ist die Teilnahme ein am Ende doch wohl positives Abenteuer. In Herford gab es auch in den unteren Ligen treue Fans; die Siegerländer aus Netphen spielen erstmals in der Oberliga. Der alte EHC Netphen hat immerhin schon einmal von 1987 bis 1991 in der früheren Regionalliga West gespielt.

Für Spannung ist also gesorgt, wenn die Saison mit diesen Spielen am Wochenende beginnt:

Freitag, 30. September:
19.30 Uhr: Roten Teufel Bad Nauheim – EHC Dortmund
19.30 Uhr: Löwen Frankfurt – Kassel Huskies
20.00 Uhr: Moskitos Essen – EV Duisburg
20.00 Uhr: Königsborner JEC – Preussen Krefeld
20.00 Uhr: Ratinger Ice Aliens – Hammer Eisbären

Sonntag, 2. Oktober:
18.00 Uhr: Preussen Krefeld – Herforder EV
18.30 Uhr: Moskitos Essen – Königsborner JEC
18.30 Uhr: Kassel Huskies – Ratinger Ice Aliens
18.30 Uhr: Hammer Eisbären – EV Duisburg
19.00 Uhr: EHC Dortmund – Rote Teufel Bad Nauheim
19.30 Uhr: EHC Netphen – Löwen Frankfurt


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