Oberliga-Abstiegsrunde: Alligators in guter Form

Personelle Veränderungen bei den AlligatorsPersonelle Veränderungen bei den Alligators
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„We love to entertain you“ – dieser Slogan eines TV- Privatsenders könnte dieser Tage auch ohne weiteres von den Höchstadt Alligators präsentiert werden. Seit Beginn der Abstiegsrunde zeigen sich die ehemals als Prügelknaben von Pleite zu Pleite eilenden Mittelfranken in stark verbesserter Form. 15 Punkte aus den bisherigen acht Spielen hieven die Lukes- Schützlinge auf den dritten Tabellenplatz, lediglich einen Zähler beträgt der Rückstand auf den Tabellenführer aus Berlin. Doch nicht nur der sportliche Erfolg, sondern auch die Art und Weise mit welcher selbiger derzeit realisiert wird, ist überaus erfreulich. Die Mannen um Kapitän Thomas Schmidhuber, noch vor wenigen Wochen nur Magerkost bietend, avancierten zuletzt zu Sterne- Köchen. Das disziplinierte, taktisch raffinierte Eishockey, garniert mit robusten Körperspiel - meist in Perfektion vom Hünen in der Verteidigung, Stanislav Vernikov, dargeboten – und feinen technischen Elementen, lockt endlich wieder mehr Zuschauer in das Eisstadion am Kieferndorfer Weg. Beim Spitzenspiel vom vergangenen Sonntag, als die Alligators mit dem Triumph über Hassfurt den dritten Heimsieg im vierten Spiel einfahren konnten, wurde die magische Marke von 1000 Zuschauern im Sturm genommen - die Region steht wieder hinter dem HEC. Begleitet von dem Queen- Klassiker „We are the champions“ und bejubelt von den Fans, die zu Hunderten die Halle auch nach Spielende partout nicht verlassen wollten, zelebrierten die siegreichen Protagonisten die altbekannten Jubelarien und wurden erst nach der mehrmaligen Rückkehr auf die Spielfläche von den Anhängern in die Kabine verabschiedet. Ausnahmslos positive Stimmen findet man derweil auch auf den einschlägigen Homepages. Im Alligators- Forum ist zu lesen, dass „man sich endlich wieder auf jedes Heimspiel freuen kann“, während ein anderer User „seit langer Zeit mal wieder richtige Gänsehautstimmung“ ausmachte – eine sicherlich treffende Aussage, denn allein die vom Verein vor Spielbeginn verteilten Wunderkerzen erzeugten zu der Melodie von „Conquest of Paradise“ eine ungeheure Atmosphäre. Doch auch von den Anhängern anderer Clubs kommt Zuspruch in den Aischgrund. Der Favoritenschreck mausert sich zum überregionalen Publikumsliebling, dessen Aufbegehren im Konzert der Großen vielerorts gerne gesehen wird. Die bereits totgesagte Mannschaft agiert plötzlich wie aus einem Guss, bietet den Zuschauern packende und bis zuletzt spannende Spiele, die zudem mit dem Sahnehäubchen des Erfolgs gekrönt sind. Kapitän Schmidhuber, der sich über den Auslöser des neuerlichen Aufschwungs selbst nicht ganz schlüssig ist, weiß aber ebenso wie seine Kollegen und Coach Lukes, dass der Erfolg nur bei dem Halt macht, der auch für ihn arbeitet. So wird also auch in dieser Woche konsequent trainiert werden, um auch die nächsten Aufgaben meistern zu können. Wenn die Alligators am Freitag (20 Uhr), den punktgleichen Tabellenzweiten aus Füssen empfangen, gilt es von neuem, die starken Leistungen der Vorwochen zu wiederholen. Mit einem Sieg gegen die Leoparden, könnten sich die Mittelfranken weiter vom Tabellenende distanzieren und zudem die Möglichkeit, den ersten Tabellenplatz zu übernehmen, wahren. Der Verein, der nach dem 18. Spieltag der Relegationsrunde auf dem „Platz an der Sonne“ weilt, qualifiziert sich für den DEB- Pokal und hat in diesem die Chance, auf die namhaftesten Clubs der Republik zu treffen. Ein Sieg gegen das starke Team aus dem Allgäu, gäbe den Alligators die Möglichkeit, diese große Option weiter offen zu halten – wer hätte das vor Beginn der Abstiegsrunde für möglich gehalten?

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