Nur zwei Punkte gegen Hügelsheim

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Mit 4:3 nach Penaltyschießen siegten die Starbulls Rosenheim am Sonntagabend vor 1270 Zuschauern im eigenen Stadion gegen die Hornets des ESV Hügelsheim.

Das war kein Spiel für Eishockeyästheten. Den Fans wurde eine über weite Strecken hinweg langweilige Partie ohne viel Körpereinsatz geboten, die fast an einen freundschaftlichen Vergleich erinnerte. Beleg dafür waren auch die vom Hauptschiedsrichter verhängten Strafzeiten. Die Gäste kassierten deren sechs, die Starbulls erhielten nicht eine einzige Strafe. Die Rosenheimer konnten aufgrund von Verletzungen (so fällt beispielsweise Patrick Senger für mindestens drei Wochen aus) nur mit drei Blöcken agieren.

Die ersten elf Minuten waren von den Überzahlbemühungen der Hausherren geprägt. Hügelsheim kassierte nämlich in dieser Phase die einzigen drei Strafzeiten der gesamten Spielzeit. Die numerische Überlegenheit der Grün-Weißen wirkte aber eher hilflos. Zu viele Scheibenverluste im Angriffsdrittel verhinderten einen geregelten Aufbau des Powerplays. So fiel nach genau acht Minuten in Unterzahl das 0:1. Anton Marsall bekam den Puck von seinem Goalie Phil Ozga, fuhr unbedrängt auf SBR-Keeper Olli Häusler zu und überwand ihn problemlos. Ab der 13. Minute hatten sich die Starbulls von dem Gegentreffer einigermaßen erholt und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. So scheiterten Mondi Hilger nach schöner Vorarbeit des wiedergenesenen Mitch Pohl und wenig später Uli Drechsler. In der 15. Minute wurde der Bann endlich gebrochen, als Jeremy Stasiuk eine herrliche Kombination über Thomas Brandstädter und dem starken Kevin Kraxner zum Ausgleich abschloss. Gerade dieser Sturm überzeugte in den ersten 40 Minuten und Stasiuk ließ seine Klasse aufblitzen. In den letzten 20 Minuten stellte Trainer Ron Chyzowski die Blöcke um und Kraxner stürmte neben Drechsler und Stephan Gottwald, während Michael Fröhlich zu Stasiuk und Brandstädter rückte.

Der Mittelabschnitt war größtenteils von einer verunsicherten Rosenheimer Mannschaft geprägt. Zur Sicherheit trug das 1:2 in der 26. Minute durch Philip Thimm sicherlich nicht bei, der die gesamte Hintermannschaft der Gastgeber „alt“ aussehen ließ. Doch diesmal steckte man den Rückstand schneller weg und nur 58 Sekunden später fälschte Hilger, der kurz zuvor noch scheiterte, einen Schlagschuss von Nico Köttstorfer zum 2:2 ab. In den darauffolgenden Minuten drängten die Chyzowski-Schützlinge auf das 3:2 – Schneider scheiterte allerdings freistehend aus aussichtsreicher Position und Stasiuk vergab gleich zwei Mal. In der 31.Minute sah die Rosenheimer Abwehr wiederum nicht gut aus. Dazu kam noch ein Patzer von Häusler und man rannte erneut einem Rückstand hinterher. Es dauerte geschlagene sechs Minuten, ehe auf Hornets-Torhüter Ozga wieder Arbeit zukam. Mehr als die Versuche von Hilger und Pohl sprangen jedoch bis zur zweiten Pause nicht heraus.

Im Schlussdrittel gab es für die Starbulls Chancen in Hülle und Fülle. Hier nur ein kleiner Auszug: Stasiuk (42.Minute), zwei Schlagschüsse von Andi Geisberger (47.), Drechsler (53.) und Stasiuk (54.). In der 55. Minute wurde die Angriffsbemühungen aber belohnt. Schneider vollendete einen Angriff nach Vorarbeit von Hilger und Pohl zum verdienten 3:3. Die beste Gelegenheit zum Siegtreffer hatte Stasiuk in der 60. Minute. Sein Schuss verfehlte nach einer feinen Einzelaktion den Kasten der Hügelsheimer nur knapp. So musste, nachdem in der Verlängerung kein Treffer fiel, im Penaltyschießen eine Entscheidung über die Vergabe des Zusatzpunktes gefunden werden. Und hier behielten die Rosenheimer die Oberhand, denn bei den Gästen traf lediglich Michael Filobok, bei den Grün-Weißen Schneider, Hilger und Brandstädter.

Trainerstimmen:

Danilo Valenti (ESV Hügelheim): Das Spiel vom Freitag gegen Stuttgart hat viel Kraft gekostet (Anm. der Red.: Da bogen die Hügelsheimer im letzten Drittel das Spiel um und schafften nach einem 2:3-Rückstand noch einen 6:4-Sieg), einige Spieler haben wohl gedacht, dass es so weiter gehen würde.

Ron Chyzowski (SBR): Das Spiel in Miesbach hat im Kopf Kraft gekostet. Heute waren es für uns zwei große Punkte und ein Schritt vorwärts. Wir müssen jedem Gegner Respekt zollen und das müssen auch die Fans noch lernen. Robert Haase ist ein Torhüter mit viel Talent, er wird seine Chance bekommen, aber Olli Häusler ist die Nummer 1. Ab sofort konzentrieren wir uns auf das Spiel am Freitag gegen München.