Zwischen Kontinuität und punktueller VerstärkungDie Teams der Oberliga Nord (1/2)

Lesedauer: ca. 7 Minuten

EV Duisburg (Vorjahr: 1. Oberliga Nord)

In der vorletzten Saison scheiterte der EV Duisburg im fünften und letzten Play-off-Finalspiel an Freiburg – in der vergangenen Spielzeit war bereits im Achtelfinale gegen Leipzig Schluss. Trotz des deutliches Scheiterns gilt bei den Füchsen natürlich erneut: Die Schwarz-Roten wollen hoch. Was sollte auch sonst das Ziel sein? Das Erreichen der Play-offs? Das Ziel wird weiterhin mutig formuliert.

Im Tor steht mit dem Justin Schrörs nun ein junges Talent aus der Krefelder Schmiede, der zuletzt in Essen spielte. Er ersetzt den Neu-Selber Sebastian Stefaniszin. Weil der 22-Jährige in der Vorbereitung in Krefeld trainierte und auch ein Spiel absolvierte, gab es für das Trio mit Lucas Di Berardo und Etienne Renkewitz eine Win-Win-Situation. Die beiden Backups spielten in Duisburg und hinterließen einen guten Eindruck. Mit Allrounder Norman Martens aus Frankfurt und dem „Brecher“ Dominik Ochmann aus Neuwied sind starke Abwehrrecken hinzugekommen. Mit Markus Schmidt hat ein langjähriger Fuchs seine Karriere beendet.

Mit Björn Barta, dem neuen Kapitän, kehrte im Sturm eine Menge DEL-Erfahrung an die Wedau zurück. Die zweite Kontingentstelle belegt Chris St. Jacques, dessen Vorbereitung durchwachsen verlief. Die erste Reihe bilden nach wie vor André Huebscher, Lars Grözinger und mit dem Holland-Kanadier Raphael Joly einer der besten Ausländer der Liga, da er auch in der Defensive rackert bis zum Umfallen. Die Füchse gelten erneut als einer der Top-Favoriten. Sie haben sich in der Vorbereitung deutlich gesteigert – und können sogar noch mehr, als sie bislang gezeigt haben.

Tilburg Trappers (Vorjahr: 2. Oberliga Nord – Oberliga-Meister)

Die Veränderungen bei den Niederländern, die sich sportlich, infrastrukturell und aufgrund ihrer reiselustigen Fans als echte Bereicherung für die Oberliga präsentiert haben, sind schnell zusammengefasst – weil es kaum welche gibt. Die einzigen Veränderungen gab es im Sturm.

Die Trappers haben all ihren drei Torhüterin in der vergangenen Saison Eiszeiten gegeben. Daher macht es fast keinen Unterschied, ob Ian Meierdres, Martijn Oosterwijk oder Ruud Leeuwnsteijn im Tor steht. Neben Maarten Brekelmans, der seine Karriere als Deutscher Oberliga-Meister beendet hat, wurden nur die Kontingentspieler ausgetauscht. Für Kyle Just (nun in Ungarn an der Scheibe) und Kyle DeCoste (Hannover Scorpions) gehen nun Bobby Chaumont (Dundee Stars) und Justin Larson (kanadische Uni-Liga) für Tilburg aufs Eis. Jeder weiß, wie stark die Trappers sind. Dass die Form in der Vorbereitung schwankte, könnte sich als unerheblich erweisen. Das war vor Jahresfrist ähnlich. Das eingespielte Team gilt mit Duisburg als der große Top-Favorit.

EC Hannover Indians (Vorjahr: 3. Oberliga Nord)

Der Kultclub vom Pferdeturm erlebte in der letzten Saison seine Renaissance, landete am Ende der Vorrunde auf Rang drei und konnte sich auch in den Play-offs bemerkenswert in Szene setzen. Jetzt sind die Fans verwöhnt, erwarten eine ähnliche Leistung wie im Vorjahr. Aber das wird schwer.

Das Torwart-Trio bleibt zusammen. Boris Ackers die Nr. 1, Ansgar Preuß und Michael Güßbacher kämpfen um die Backup-Position. Hier sind die Indians gut aufgestellt, aber nicht perfekt. Einige der Abgänge schlugen tiefe Breschen in die Indians-Defensive. Bovenschen, Hartmann, Ketzler und vor allem Schütt. Die Scorermaschine Schütt kann keiner der Neuen ersetzen, aber im Verbund sollten sie vor allem in der  Defensivarbeit gleiches leisten wie ihre Vorgänger. Ziolkowski, Peleikis und Lilik zeigten in der Testphase starke Spiele, ließen zusammen mit ihren verbliebenen hannoverschen Kollegen kaum Chancen zu. Herausragend dabei das 2:0 gegen Topfavorit Duisburg.

Das war hart: McGowan, Lehmann, Gerartz, Duris und Gradl verließen den Klub in der Offensive. Das waren rund 250 Scorerpunkte. Halber Neuzugang, da praktisch die komplette Vorsaison ohne Spiel ist Branislav Pohanka. Einer der Leitwölfe, da am routiniertesten, ist Carsten Gosdeck. 260 DEL-Spiele, 695 Zweitligaspiele stehen in seiner Vita. Am Saisonende könnte er bei den Indians sein 1000. Spiel machen. Gibbons und Wasser kamen neben Ziolkowski auch aus Neuwied, Bauscher aus Rosenheim.  Die eventuell fehlende Durchschlagskraft wird durch den Austausch mit Kooperationspartner Kassel ausgeglichen. Platz drei wie im Vorjahr wird sehr schwierig werden. Trotzdem sollte ein Play-off-Platz locker drin sein.

Saale Bulls Halle (Vorjahr: 4. Oberliga Nord)

Die Hallenser sind der Geheimfavorit der Liga. Im Gegensatz zur Konkurrenz konnte der Kader im Sommer in Ruhe weiter verstärkt werden.

Mit Sebastian Albrecht und Clemens Ritschel vertraut man einem deutschen Torwart-Duo, das sicherlich zu den Besseren der Liga gehört. Mit vier Defensivpaaren ist man in der Quantität gut aufgestellt. Mit Jan Homer konnte zuletzt noch ein Verteidiger aus der ersten slowakischen Liga geholt werden. Dazu kommen die routinierten Wunderlich, Schmitz und Wartenberg und mit Federolf und Gehlert stehen Talente als Ersatz bereit. Einziger Nachteil könnte das hohe Alter sein, immerhin haben drei Mann bereits die 30 Lenze überschritten.

Mit 13 Spielern stimmt auch im Sturm die Quantität. Dazu ist eine hohe Qualität vorhanden. Die Albrecht-Brüder, Gunkel, Tepper, Wiecki und Zille bürgen für spielerische Leistung. Mit Bacek wurde ein Topscorer von den Hannover Scorpions verpflichtet, zuletzt gelang noch die Verpflichtung vom Ex-Neuwieder Artur Tegkaev.  Die Meisterschaft läuft nur über Halle. Die Mannschaft hat das Zeug zum Vorrundenmeister, wird sich aber beweisen müssen.

Herner EV (Vorjahr: 5. Oberliga Nord)

Kontinuität am Gysenberg: Das zeigt sich nicht nur daran, dass Frank Petrozza nun schon vier Saisons beim Herner EV absolviert hat. Der Manager und Trainer der Grün-Weiß-Roten hat sich nach einer starken Spielerkarriere nun auch als Coach einen Namen gemacht. Sein Team geht fit und motiviert aufs Eis.

Im Tor gibt es keine Veränderung und auch in der Defensive gab es nur auf der Youngster-Position eine Neuerung. Aaron MacLeod blieb im Sturm auf einer der Importpositionen, während man mit Brad Snetsinger aus Leipzig (für Jakub Rumpel) einen Topscorer bekam. Ob Snetsinger auch defensiv so herausragend ist? Das mag beinahe schon egal sein, da die Defensive unaufgeregt agiert. Michel Maaßen (aus Selb) bringt ebenfalls Erfahrung mit. Der HEV ist ein Team für das Play-off-Heimrecht.

Hannover Scorpions (Vorjahr: 7. Oberliga Nord)

Der wichtigste Wechsel fand hinter der Bande statt. Für die Koryphäe Lenny Soccio, dessen Abgang eigentlich nie zur Diskussion stand, kamen Trainer Tomas Martinec und Sportmanager Andrej Strakhov. Beide haben das Ziel, die Langenhagener wieder etwas mehr in Richtung DEL2 zu schieben. Allerdings gab es im Sommer einige schwerwiegende Abgänge zu vermelden, so dass eine Zielerreichung schwer werden wird.

Die Abgänge von Hertel und Korff im Tor wiegen schwer, konnten in der Qualität jedoch aufgefangen werden. Josef Lala spielt als Förderlizenzspieler aus Bremerhaven und mit Christoph Mathis kam ein zweitligaerfahrener Akteur aus Freiburg. Fünf Spieler blieben in der Defensive, darunter Robin Thomson. Wichtigster Neuzugang wird Dennis Wengrzik sein, der in den Testspielen überzeugen konnte. Der Sturm-Abgänge von Morczinietz, Bacek, Hungerecker und Carpenter hat die Langenhagener ins Mark getroffen. Zum Glück blieben als Leitwölfe Koziol und Blank. Nachdem Sramek in der Testphase durchfiel, sollte Mery die Hauptverantwortung tragen, aber er verletzte sich schwer und wird die ersten drei Monate wohl komplett ausfallen. Die erfolgreichen Jahre der Hannover Scorpions sind vorbei. Der Einzug in die Play-off-Runde kann das einzige Ziel sein und da darf es nach dem Ausfall von Mery keinen weiteren geben.

Icefighters Leipzig (Vorjahr: 8. Oberliga Nord)

Natürlich sind die Icefighters noch in aller Munde. Schließlich lieferten sie dem Topaufstiegsfavoriten aus Duisburg in der letzten Saison nicht nur einen heißen Kampf, sondern konnten ihn sogar mit 3:1 Siegen im Achtelfinale eliminieren.

Kevin Beechey, Torhüter-Neuzugang aus Timmendorf, kann Spiele gewinnen und wird die Nummer  1 sein. Die Verteidigung ist mit sechs Mann quantitätsmäßig leicht unterbesetzt. Dazu steht der älteste Spieler der Liga in diesem Mannschaftsteil: Esbjörg Hofverberg. Mit Raaf-Effertz und Zink hat man noch zwei halbwegs routinierte Leute an Bord, der Rest sind Talente. Hier darf nichts schief gehen, sprich Verletzungen dürfen gerne warten. Der Sturm ist das Paradeteil der Messestädter. Albrecht und Eichelkraut sind die Leader. Wie weit Gale nach zwei Jahren Pause ist, wird man sehen. Ein Fragezeichen steht hinter US-Boy Lazorko. Sollte er einschlagen, ist Leipzig noch schwerer zu berechnen. Ian Farrell steht nach einem Tryout nun fest im Team. Leipzig ist ein konkurrenzfähiger Kader gelungen. Die Play-off-Runde sollte drin sein, alles weitere wird eine Überraschung werden.

Wohnbau Moskitos Essen (Vorjahr: 9. Oberliga Nord)

Im vergangenen Jahr verpassten die Essener als Neunter knapp die Play-offs. Aus dem Feld der Teams, die es schafften, fehlt der Vorjahres-Sechste EHC Neuwied, der in die Insolvenz schlitterte und neu gegründet in die Regionalliga West ging. Ob das allein reicht, um sich für die Runde der Besten zu bewerben? Natürlich nicht. Doch durch die Kooperationen mit der Düsseldorfer EG und dem EC Bad Nauheim ist viel Talent ins Team gekommen. Essen hat einen konkurrenzfähigen Kader – und hätte mehr Zuschauer als zuletzt verdient.

Im Tor gab es einen Krefelder Ringtausch. Für Justin Schrörs, der nach Duisburg gegangen ist, kam Sebastian Staudt an den Westbahnhof, der eine immens starke Saison für Leipzig gespielt hat. In der Defensive konnte Essen unter andrem Sebastian Eickmann aus Selb dazu gewinnen; mit Oliver Granz spielt ein Rohdiamant in der Abwehr. Mit Dennis Thielsch kam vorne ein Spieler, der mit Bayreuth den Zweitliga-Aufstieg packte. Es muss passen, aber die Play-offs sind locker drin, wenn das Team sein Leistungslimit erreicht.

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Mittwoch 24.02.2021
Hammer Eisbären Hamm
1 : 5
Herner EV Herne
Rostock Piranhas Rostock
1 : 4
Saale Bulls Halle Halle
Freitag 26.02.2021
Rostock Piranhas Rostock
- : -
Icefighters Leipzig Leipzig
Tilburg Trappers Trappers
- : -
Herforder EV Herford
Black Dragons Erfurt Erfurt
- : -
Hammer Eisbären Hamm
Herner EV Herne
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Hannover Indians Indians
Saale Bulls Halle Halle
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EG Diez-Limburg Limburg
Sonntag 28.02.2021
Black Dragons Erfurt Erfurt
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Herforder EV Herford
Crocodiles Hamburg Hamburg
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Tilburg Trappers Trappers
Herner EV Herne
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Rostock Piranhas Rostock
Hammer Eisbären Hamm
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EG Diez-Limburg Limburg
Hannover Indians Indians
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Saale Bulls Halle Halle
Krefelder EV Krefeld
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Icefighters Leipzig Leipzig