Wilde Szenen im Derby zwischen Moskitos und FüchsenRaphael Joly geht Zuschauer an – wird aber offenbar zuvor angepöbelt

Raphael Joly, Stürmer des EV Duisburg. (Foto: Roland Christ)Raphael Joly, Stürmer des EV Duisburg. (Foto: Roland Christ)
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Es war die entscheidende Szene im Spiel – und es war eine, die wohl nur in einem Derby so passieren kann. 40 Sekunden waren im zweiten Drittel zwischen den Moskitos Essen und dem EV Duisburg in der Meisterrunde der Oberliga Nord noch zu spielen, als Füchse-Topscorer Raphael Joly eine doppelte Zwei-Minuten-Strafe kassierte und auf der Strafbank Platz nahm. Dort wurde er offenbar von Essener Fans provoziert, spritzte dann Wasser in Richtung der Zuschauer und ging einen der Fans an – ohne ihn allerdings zu treffen. Doch auch das reichte zur Matchstrafe, die er oben drauf bekam. Das bedeutete: neun Minuten Unterzahl. Acht Minuten und 39 Sekunden waren überstanden, als der Schläger von EVD-Verteidiger Finn Walkowiak brach, er angeschossen wurde und der Puck von seinem Schienbein ins Duisburger Tor prallte, nachdem Essens Kapitän Dennis Thielsch geschossen hatte. Das brachte den 3:2 (1:2, 1:0, 1:0)-Endstand für die Moskitos.

Füchse-Co-Trainer Reemt Pyka stellte sich vor Joly: „Er wird provoziert, er wird mit Bier beworfen und daraus entsteht diese Szene.“ Was die Füchse ebenfalls bemängelten, war der Umstand, dass zu wenige Ordner an der Strafbank gestanden haben. Nach dem Vorfall waren zahlreiche Security-Mitarbeiter vor Ort – da war das Kind allerdings schon in den Brunnen gefallen.

Füchse-Chef Sebastian Uckermann redete tags darauf nicht lange um den heißen Brei. „Was Raphael da gemacht hat, heißen wir nicht gut. Und wir werden mit ihm darüber sprechen. Aber wahr ist auch, dass nun schon zum dritten Mal unsere Spieler dort auf der Strafbank angepöbelt werden.“ Auch Füchse-Chefcoach Frank Petrozza bestätigte die Sicht seines Co-Trainers und sagte: „Er ist dort übel beleidigt worden. Natürlich darf er das nicht machen, aber auch Raphael hat Emotionen.“

In einem kursierenden Video sieht man erst nach der entscheidenden Szene noch einige Ordner anrücken. Zuvor war – zumindest wie es auf dem Video zu erkennen ist – nur eine weibliche Sicherheitskraft vor Ort, die nichts ausrichten konnte. Ein weiterer Mitarbeiter versucht nach der Szene auf die Fans einzuwirken. „Im Gegensatz zu Duisburg gibt es in Essen über der Strafbank kein Dach. Außerdem müssen dort ausreichend Ordner stehen, sodass es zu keinem Kontakt zwischen Spielern und Zuschauern kommen kann“, sagte Uckermann. Tatsächlich ist auf dem Video ebenfalls ein Essener Fan zu sehen, der rittlings auf der Plexiglas-Scheibe sitzt, die die Strafbank vom Fanbereich trennen soll, und Joly dabei sehr nahe kommt und offenbar eine Trittbewegung andeutet. Die Essener Reaktion fiel pauschal aus. In der Essener Ausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung wird Moskitos-Trainer Frank Gentges mit den Worten zitiert, dass alles was von Duisburger Seite dazu gesagt wird, „gelogen“ sei.

Fakt ist, dass die Matchstrafe die nach den Regeln einzig mögliche Bestrafung war, sodass der Deutsche Eishockey-Bund nun über die Dauer der Sperre von Joly befinden muss.

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